Schlagwortarchiv: Soziale Netzwerke

Vorankündigung zum 11. „DI.DAY“ am kommenden Sonntag

Unsere Mitglieder in Augsburg zeigen euch am 1. November gemeinsam mit TUXEDO Computers im Habitat, wie ihr eure Computer mit Linux betreiben könnt, welche unabhängigen Office-Anwendungen ihr nutzen könnt oder wo all die User hin sind, die nicht mehr auf X aktiv sind.

Eine Woche später, am 7. November, lädt euch unser Team in Aalen gemeinsam mit dem Hackwerk und der Volkshochschule Aalen zum Digitalen Unabhängigkeitstag ein und unterstützt euch dabei, unabhängig von unfreien Softwaresystemen zu werden.

Vorankündigung zum 10. „DI.DAY“ am kommenden Sonntag

Am 4. Oktober lädt euch unser Team in Aalen gemeinsam mit dem Hackwerk und der Volkshochschule Aalen zum Digitalen Unabhängigkeitstag ein und unterstützt euch dabei, unabhängig von unfreien Softwaresystemen zu werden.

Unsere Mitglieder in Augsburg zeigen euch gemeinsam mit TUXEDO Computers im Habitat, wie ihr eure Computer mit Linux betreiben könnt, welche unabhängigen Office-Anwendungen ihr nutzen könnt oder wo all die User hin sind, die nicht mehr auf X aktiv sind.

Auch beim DI.DAY des CCCs in der c-base in Berlin sind Computertruhe-Mitglieder vor Ort und unterstützen euch dabei, eure digitale Autonomie zurückzugewinnen.

Außerdem veranstaltet unser Münchener Team unter dem Motto „Tschüss Windows, willkommen Linux“ einen Linux-Installationsworkshop für euch. Komfortabler und schneller lässt sich ein Linux-Rechner nicht einrichten.

Vorankündigung zum 9. „DI.DAY“ am kommenden Sonntag

Am 6. September lädt euch unser Team in Aalen gemeinsam mit dem Hackwerk und der Volkshochschule Aalen zum Digitalen Unabhängigkeitstag ein und unterstützt euch dabei, unabhängig von unfreien Softwaresystemen zu werden.

Und unsere Mitglieder in Augsburg zeigen euch gemeinsam mit TUXEDO Computers im Habitat, wie ihr eure Computer mit Linux betreiben könnt, welche unabhängigen Office-Anwendungen ihr nutzen könnt oder wo all die User hin sind, die nicht mehr auf X aktiv sind.

„Computertruhe“ unterstützt Aufruf an Hochschulen zur Nutzung von „Mastodon“ und anderen „Fediverse“-Diensten


Das Aktionsbündnis Neue Soziale Medien setzt sich für die Förderung und Nutzung von dezentralen, unabhängigen, nicht-kommerziellen Social Media-Plattformen an Hochschulen und anderen öffentlichen Einrichtungen ein.

In einem offenen Brief, welcher am 10. Februar an Hochschulen in ganz Deutschland versandt wurde, fordert das Bündnis digitale Souveränität auch im Bereich der sozialen Medien für „eine Kommunikation, die unabhängig von Werbung und Manipulation durch undurchsichtige Algorithmen stattfindet“, wie in der im Fediverse veröffentlichten Pressemitteilung zu lesen ist.

Der offene Brief, welcher sich in zwei Varianten an Hochschulen mit und ohne bereits bestehendes Fediverse-Konto richtet, wurde von 21 weiteren Organisationen mitgezeichnet. Die Computertruhe unterstützt dieses Anliegen, da es unserem Vereinszweck, Bildung und digitale Teilhabe zu fördern, entspricht.

Ja, aber die Reichweite?! – Wie wir einst von „Twitter“ ins „Fediverse“ wechselten und es nie bereuten

Nachdem wir die Computertruhe im April 2015 als Projekt in der lokalen Flüchtlingshilfe ins Leben gerufen hatten, richteten wir im Juni 2016 im Zuge unserer Vereinsgründung ein Twitter-Konto ein. Die Welt war damals in vielerlei Hinsicht noch eine andere, TikTok noch kein Thema und auf Facebook, Instagram usw. hatten wir damals schon keinen Bock.

Als sich abzeichnete, dass immer mehr Menschen Twitter aus Unzufriedenheit wegen diverser Dinge den Rücken kehrten und im Fediverse eine bessere Alternative gefunden zu haben schienen, starteten wir im September 2018 parallel ein Mastodon-Konto, zunächst noch unter @computertruhe@mastodon.social. Uns gefiel dabei der Gedanke eines dezentralen sozialen Netzwerks, welches unabhängig von einer einzigen (kommerziellen) Instanz ist.

2021 – bis dahin hatten auch unsere Standortteams aus Berlin, Chemnitz und München schon eigene Mastodon-Konten eröffnet – hatten wir im Fediverse zwar immer noch weniger Follower als auf Twitter, jedoch deutlich mehr aktive Interaktionen und einen konstruktiveren Austausch. Die Tatsache, dass in den herkömmlichen sozialen Netzwerken mehr Follower nicht unbedingt mehr Reichweite bedeuten, beschreibt der Artikel Die Reichweitenlüge (Digitalcourage, September 2025) eindrücklich.

Im November 2022 fassten wir angesichts der Ereignisse rund um die Twitter-Übernahme durch Elon Musk den Entschluss „Wir lassen den Vogel fliegen“ und löschten dort unser Konto nach dieser Ankündigung zum Jahresende 2022. Der Abschied fiel uns ehrlich gesagt weder schwer noch auf, da wir uns im Fediverse deutlich wohler fühlten und auch inzwischen dort mehr „echte“ Follower hatten als zuletzt auf Twitter.

Neben neuen Followern kamen auch weitere Mastodon-Konten für neue Computertruhe-Standorte und -Bots hinzu, die zunächst auf unterschiedlichen Instanzen beheimatet waren. Auch wenn diese Konten durch die in Mastodon integrierte Verifizierungsfunktion bereits eindeutig der Computertruhe zugeordnet werden konnten, entschieden wir uns Ende 2024 für eine eigene Mastodon-Instanz und starteten eine Testphase. Durch die eigene Instanz wollten wir den offiziellen Charakter der Konten betonen und für eine stärkere Unabhängigkeit, eine vereinfachte Verwaltung und eine zuverlässigere Kontrolle sorgen. Um für uns als rein ehrenamtlich geführten Verein dadurch keinen zusätzlichen Aufwand zu generieren, entschieden wir uns, für das Hosting die Dienste der Firma Ossrox in Anspruch zu nehmen. Nach erfolgreicher Testphase zogen wir im April 2025 alle unsere Konten problemlos auf unsere neue Instanz um und betreiben dort aktuell elf Profile.

Unser Fazit:

  • Wir schätzen den in der Regel sehr freundlichen und konstruktiven Umgang im Fediverse.
  • Der parallele Betrieb beider Plattformen zeigte uns, dass wir im Fediverse mehr gewinnen als wir auf Twitter zu verlieren dachten.
  • Gerade für Organisationen, die ihre Follower gerne auf eine neue Plattform mitnehmen möchten, ist ein vorübergehender Parallelbetrieb mit klar kommuniziertem Ende sicher sinnvoll.
  • Man muss als kleiner, ehrenamtlich geführter Verein nicht alles alleine können und machen. Wenn man wie wir eine eigene Mastodon-Instanz betreiben möchte, dann kann man die Dienstleistungen rund um das Hosting für einen in unserem Fall zweistelligen Eurobetrag pro Jahr vergeben und sich auf die Kernarbeit des Vereins konzentrieren.

Auf den Geschmack gekommen? Hier geht’s zum DI.DAY-Wechselrezept „X zu Mastodon“.

Wir sehen uns im Fediverse!

Vorankündigung zum 2. „DI.DAY“ am kommenden Sonntag

Wie am 1. DI.DAY angekündigt, möchten wir an den kommenden Aktionstagen u. a. von uns genutzte Tools vorstellen und unsere Erfahrungen damit teilen. Unser Fokus liegt dabei insbesondere auf Menschen, die selbst für die IT eines kleinen Vereins, einer Aktivist*innengruppe oder einer losen Initiative verantwortlich sind und über einen Wechsel zu freier und demokratiefreundlicher Software nachdenken. Unsere Reihe startet am 1. Februar mit dem Artikel „Ja, aber die Reichweite?! – Wie wir einst von Twitter ins Fediverse wechselten und es nie bereuten“.

Zudem könnt ihr an diesem Tag Computertruhe-Mitglieder bei folgenden DI.DAY-Aktionen antreffen:

Die „Computertruhe“ im Jahr 2025

Auch im vergangenen Jahr erreichten uns zahlreiche Anfragen von bedürftigen Menschen, darunter viele Geflüchtete aus unterschiedlichen Krisengebieten. Der anhaltend hohe Bedarf hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig unsere Arbeit ist. Umso mehr hat es uns gefreut, dass sich viele neue Engagierte unserem Verein angeschlossen und unsere Arbeit aktiv unterstützt haben. Ein besonderes Highlight war zudem unser erstes bundesweites Treffen, bei dem Mitglieder aller Standorte zusammenkamen und sich persönlich kennenlernen und austauschen konnten.

Was sich sonst so alles ereignet hat, listen wir euch unten auf. Doch zuvor noch ein paar Zahlen zum Jahr 2025 (Stand 24. Dezember):

  • Wir hatten sage und schreibe 72 Vereinseintritte – so viele wie noch nie in einem Jahr. Dem gegenüberstehend gab es 9 Vereinsaustritte. Somit hat die Computertruhe aktuell insgesamt 205 Mitglieder.
  • Mit Karlsruhe, Augsburg, Heilbronn und Aalen wurden vier neue Standorte gegründet. Damit hat die Computertruhe derzeit in 14 Städten bzw. Regionen eine Niederlassung.
  • Es wurden 2221 Geräte an bedürftige Menschen und gemeinnützige Organisationen herausgegeben – 394 mehr als 2024. Darunter befanden sich 1571 Laptops, 350 Desktops, 18 Smartphones und 23 Tablets.

Januar

  • An fast allen Standorten freuen wir uns über regen Zulauf an Hardwarespenden.

Februar

März

April

  • Die Computertruhe feiert ihren zehnten Geburtstag und plant diesen im Juni, neben der ordentlichen Mitgliederversammung, mit einem ersten bundesweiten Präsenztreffen im Heinz Nixdorf MuseumsForum zu feiern.
  • Ein Mitglied des Chemnitzer Standorts hält auf der diesjährigen Easterhegg einen Vortrag mit dem Thema „Speedrunning Laptop Deployment for Non-Profit Organisations“, um das am Standort entwickelte Konzept eines Install-Servers für die Vereinsarbeit zu präsentieren.
  • Die Testphase unserer eigenen Mastodon-Instanz wird beendet und alle bisherigen Standortkonten ziehen auf die neue Instanz um.

Mai

Juni

  • Mitglieder des Chemnitzer Standorts sind mit einem Stand auf der makers united in Chemnitz vertreten und präsentieren dort die Computertruhe.
  • Einige Mitglieder der Computertruhe nehmen mit einem kekslastigen Infostand an der 23. Gulaschprogrammiernacht in Karlsruhe teil.
  • Anlässlich des zehnjährigen Projektgeburtstags und dank Fördergelder aus dem DSEE-Mikroförderprogramm findet die Mitgliederversammlung 2025 gemeinsam mit der CONputertruhe 2025 als Hybridveranstaltung im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn statt.

Juli

  • Mitglieder des Standorts Esslingen-Nürtingen haben die Computertruhe auf der Tübix mit einem Infostand vertreten.
  • Das Breisgauer Team erhält dank der Spendenbox-Aktion der Rees FrischeMärkte KG eine Geldpende in Höhe von 800 €.
  • Ende des Monats startet mit der Sprechstunde ein neues, regelmäßig online stattfindendes Informations- und Hilfsangebot für aktive Vereinsmitglieder.

August

  • Zu Beginn des Monats treffen sie einige Teammitglieder des Breisgauer Standorts zu einer geselligen Runde und einem gemeinsamen Essen.
  • Die Kassen- und Pfandspendeaktion „Bring dich ein für deinen Verein“ von Netto startet im Breisgau.
  • Ein paar Vereinsmitglieder repräsentieren die Computertruhe mit einem Stand und einem Vortrag auf der Maker Faire Hannover.

September

  • Die Computertruhe ruft erneut zum Klimastreik auf.
  • Gutach im Breisgau, der Sitz des Vereins, feiert sein Gemeindejubiläum 50+1. Da dürfen Breisgauer Vereinsmitglieder mit einem Computertruhe-Infostand selbstverständlich nicht fehlen.
  • Ein Münchener Vereinsmitglied erklärt in einer kleinen Anleitung, wie man einen Computertruhe-Standort gründen kann.

Oktober

  • Das neu gegründete Team Augsburg nimmt die Arbeit auf.
  • In Waldkirch veranstaltet das Breisgauer Team anlässlich des Nachhaltigkeitsflohmarktes der WABE gGmbH einen Infostand.

November

Dezember

  • Das Göttinger Team trifft sich zu einem gemeinsamen Flammkuchenessen.
  • Die Computertruhe wird mit einer Assembly auf dem 39C3 vertreten sein.

Abschließend möchten wir allen Menschen unseren herzlichen Dank aussprechen, die uns in diesem Jahr unterstützt haben. Unser besonderer Dank gilt unseren engagierten Mitgliedern, die an allen Standorten erneut Großartiges geleistet haben. Die Zusammenarbeit mit ihnen war jederzeit motivierend, vertrauensvoll und produktiv, und gemeinsam konnten wir auch das ein oder andere Problem stets auf Augenhöhe und in einer konstruktiven Art und Weise lösen. Ebenso danken wir den vielen Privatpersonen, Unternehmen, Behörden und Kommunen, die uns mit gebrauchten – teils sogar neuen – Sach- sowie mit Geldspenden unterstützt haben.

Wir wünschen allen ein paar erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.

Euer Vorstand des Vereins Computertruhe e. V.

Ein Ausschnitt der Hauptplatine eines Laptops in Herzform.

Howto: „Computertruhe“-Standort gründen („Fediverse“-Style)

Würdest du gerne in der Computertruhe aktiv werden, es gibt aber keinen Standort in deiner Region? Ich möchte vorstellen wie einfach es sein kann, einen neuen Standort zu gründen. Als Beispiel hierzu erzähle ich, wie wir es in München gemacht haben.

Einfache Grafik bestehend aus einer simplifizierten Karte Deutschlands, in der alle derzeit aktiven Standorte, elf an der Zahl, eingezeichnet sind.

tl;dr:

  • Selbst Mitglied werden
  • Werbung machen im Fediverse oder in anderen sozialen Netzwerken
  • Werbung machen in der lokalen Hacker- und Makerszene (optional)
  • Liste interessierter Personen erstellen
  • (Online-)Meeting organisieren
  • Mit mindestens zwei weiteren Personen den Standort gründen

Aber zuerst ein paar Fakten vorweg. Was sind die Voraussetzungen für einen neuen Standort?
Die grundsätzliche Bedingung hierfür ist eine Mindestanzahl von drei Vereinsmitgliedern in der Region. Hintergrund: Falls ein Mitglied beschließt den Verein zu verlassen, müssen andere Mitglieder eventuell eingelagerte Hardware des Vereins übernehmen. Bei einzelnen Mitgliedern, die weit voneinander entfernt wohnen, wäre das gegebenenfalls eine sehr aufwändige Aktion, die wir mit der Mindestanzahl verhindern wollen. Wie auch in vielen anderen Bereichen des Lebens, ist es aber auch einfach deutlich besser, andere Personen möglichst nah bei sich zu haben, um sich gegenseitig zu unterstützen.
Eine zweite, eher lose Regel: Wir möchten nicht in Konkurrenz zu anderen Organisationen mit dem gleichen Ziel treten. Vor einer Standortgründung gilt es zu recherchieren, ob es in der Region bereits eine Organisation gibt, die inhaltlich dasselbe macht wie die Computertruhe. Ein bereits existierender anderer Verein vor Ort muss zwar kein Ausschlusskriterium für eine Standortgründung sein, es kann aber unter Umständen sinnvoller sein, sich einer bereits etablierten Organisation anzuschließen, oder sie zumindest zu kontaktieren und von den eigenen Plänen zu erzählen – wir haben ja schließlich das gleiche Ziel!
Beispiel München: Uns war zum Zeitpunkt der Gründung keine aktive Organisation bekannt, die etwas Ähnliches macht. Wir haben erst später erfahren, dass quasi gleichzeitig der Münchner Ableger von HEY, ALTER! entstand. In diesem Fall gibt es aber auch keinen Konflikt zwischen uns, da es in einer Großstadt wie München mehr als genug gebrauchte Geräte für zwei Organisationen gibt und sich die Empfängergruppen unterscheiden. HEY, ALTER! gibt Geräte vorwiegend an bedürftige Schüler*innen aus, die Computertruhe auch an erwachsene bedürftige Personen und gemeinnützige Organisationen. Warum wir das so machen, ist vielleicht mal einen eigenen Artikel wert. Ob es nun bereits jemanden vor Ort gibt, der Ähnliches macht, kannst du z. B. auf technikspende.de nachschlagen. Die Karte erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, also hör dich am besten ebenfalls in der Hacker- und Makerszene um, wenn es bei dir eine gibt.

Aber jetzt zum Thema. Wie habe ich andere Mitglieder für eine Standortgründung gewinnen können?
Ich war 2021 schon einige Zeit passives Mitglied bei der Computertruhe, weil es in München keine weiteren Mitglieder gab. Mit den Problemen der Pandemie wuchs überall der Bedarf an Laptops und ich wollte mich endlich auch praktisch beteiligen. Ich war sehr aktiv auf Mastodon, also war das für mich die naheliegendste Möglichkeit, dort Werbung für den Verein zu machen. Ich habe einfach gefragt, ob nicht ein paar Menschen Lust hätten, mit mir einen Standort zu gründen.
Es haben sich mehr Leute als erwartet bei mir gemeldet und ich habe einen Termin für eine Videokonferenz organisiert. Wir waren ca. sieben Personen im Meeting und haben mit mir als einziges Mitglied überlegt, wie so ein Standort in München aussehen könnte. Es hat, glaube ich, keine Stunde gedauert und wir waren uns einig, dass wir einen Standort gründen wollen. Fünf weitere Personen wurden Vereinsmitglied und wir konnten starten.

Das Schöne daran für mich persönlich war, dass ich zwar den Anstoß für unseren Standort gegeben habe, außer der Organisation dieses ersten Meetings musste ich aber keine weitere Verantwortung übernehmen. Das bedeutet die Mitglieder eines Standortes müssen keine besonderen Posten im Verein bekleiden, wie z. B. Vorstand, Kassenwart, oder Ähnliches – können dies aber natürlich, wenn sie möchten.

Wenn du jetzt auch loslegen möchtest, geht das aber auch etwas zentraler koordiniert. D. h. du kannst dich gerne erst mal über das Kontaktformular melden und dein Vorhaben beschreiben. Du kannst interessierte Personen, die sich dann melden, ebenfalls auf die Website oder unsere Mastodon-Accounts hinweisen, sodass eine Liste von potentiellen Mitgliedern auch vom Verein/Vorstand geführt werden kann. Haben sich ein paar Personen gefunden, kann ein erstes Online-Treffen auch vom Vorstand organisiert und begleitet werden. Hierfür verwenden wir die Plattform Senfcall, die auf dem Open Source-Webkonferenzsystem BigBlueButton basiert.
Weiterhin können wir die Reichweite unserer Mastodon-Accounts nutzen, um neue Mitglieder in der Region zu finden.
Reichweite in Sozialen Netzwerken ist gut, aber es lohnt sich auch lokal in thematisch nahen Organisationen, die Computertruhe vorzustellen. Hast du in der Region einen CCC-Hackerspace oder ein Makerlab, so wäre es hilfreich, diese zu kontaktieren. Ich war beispielsweise lange Zeit Mitglied im Munich Maker Lab und auch heute gibt es noch eine gute Verbindung zwischen den zwei Vereinen und mehrere Personen, die in beiden Mitglied sind.

Das letzte Jahr aus Sicht der „Computertruhe“

Ein weiteres ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu, und es ist Zeit, auf die Herausforderungen aber auch die Höhepunkte zurückzublicken, die uns begegnet sind. Untenstehend findet ihr eine kleine, unvollständige Auflistung all der Ereignisse, die dieses Jahr geprägt haben.

Doch zuvor möchten wir euch noch einige Zahlen und Fakten zum Jahr 2024 präsentieren (Stand 24. Dezember):

  • Wir verzeichneten 27 Vereinseintritte und lediglich 2 Vereinsaustritte. Damit hat die Computertruhe aktuell insgesamt 142 Mitglieder.
  • Mit Nord und Esslingen-Nürtingen wurden zwei neue Standorte gegründet. Damit ist die Computertruhe aktuell in zehn Städten bzw. Regionen vertreten.
  • Es wurden 1803 Geräte an bedürftige Menschen und gemeinnützige Organisationen herausgegeben – 272 mehr als 2023. Darunter befanden sich 915 Laptops, 485 Desktops, 55 Smartphones und 12 Tablets.

Januar

Februar

  • Das Team Nord geht offiziell als neunter Standort an den Start.
  • Das Team des Standorts Breisgau tritt dem Bündnis Emmendingen steht auf! bei und demonstriert gegen Rechts und für die Demokratie.
  • Die Computertruhe unterstützt ebenfalls offiziell den Aktionstag in Berlin und die Großdemonstration in Freiburg, die beide unter dem Motto „#WirSindDieBrandmauer“ stehen.
  • Die Terminseite auf unserer Website wird um die regelmäßigen Präsenztreffen des Chemnitzer und Göttinger Teams erweitert.
  • Aufgrund der Ereignisse der letzten Wochen rund um Rechtsextremismus, Hass und Hetze entscheiden wir uns dazu, eine Unvereinbarkeitserklärung zu erstellen. Sie wird in der kommenden Mitgliederversammlung in die Vereinssatzung übernommen.

März

  • Wir freuen uns darüber, dass der Verein StadtHalten Chemnitz e. V. gerettet werden konnte und wieder handlungsfähig ist. Unsere Kooperation mit ihm ist damit ebenfalls gesichert.
  • Mit Esslingen-Nürtingen nimmt der zehnte Computertruhe-Standort (noch inoffiziell) seine Arbeit auf.
  • Das Versandteam wird wegen des administrativen Aufwands und aus Kostengründen nicht mehr erweitert, wird zukünftig jedoch andere Standorte unterstützen.
  • Das Chemnitzer Team ist erneut auf den Chemnitzer Linux-Tagen vertreten und hält dort einen Vortrag mit dem Titel „Zeichen setzen durch Open Source“. Nebenbei ist das Team auch Teil der Chemnitzer Linux-Nacht.

April

  • Der Standort Breisgau bewirbt sich um den FAIR ways Förderpreis 2024 des SC Freiburg. Dieses Mal steht das Glück leider nicht auf unserer Seite.
  • Das Kontaktformular wird dahingehend angepasst, dass für Spendenangebote und Spendennachfragen grundsätzlich eine Postleitzahl angegeben werden muss. Zudem wird es einen Postleitzahlenfilter geben, damit Spendennachfragen aus Orten, die zu weit von unseren Standorten entfernt sind, automatisch abgelehnt werden.
  • Die Computertruhe feiert ihren neunten Geburtstag und stellt darum neun Softwareprojekte vor, ohne die die Arbeit des Vereins in der aktuellen Form nicht möglich wäre.

Mai

  • Der Standort Esslingen-Nürtingen startet offiziell.
  • Aufgrund von Angriffen auf Politiker*innen und Einschüchterungsversuchen durch Vandalismus zu Beginn des Europa- und Kommunalwahlkampfs lädt das Bündnis Emmendingen steht auf! erneut zur einer Demonstration für die Demokratie und gegen Hass und Hetze in Emmendingen ein.
  • Auf der 22. Gulaschprogrammiernacht finden sich Mitglieder der Computertruhe ein, um die Besucher*innen nicht nur mit Informationen zu uns, sondern auch mit leckeren Keksen zu versorgen. 😋

Juni

Juli

  • Ab sofort wird der Schatzmeister ein Mal pro Quartal während einer Vorstandssitzung über die aktuelle finanzielle Lage des Vereins informieren.
  • Wir berichten etwa ein halbes Jahr verspätet, dass das Münchener Team 40 Business-Laptops der Firma SCREEN SPE Germany GmbH gespendet bekommen hat. 🙈
  • Unser Team des Standorts Breisgau trifft sich in Präsenz.

September

  • Das Breisgauer Team bewirbt sich bei der EDEKA Rees Spendenbox – einer Leergutbonspendenkampagne.
  • Ab sofort gibt es einen neuen Mechanismus zur Übertragung von Berechtigungsnachweisen. In Kombination mit einer Anpassung des Kontaktformulars und unserer Textbausteine soll dies dafür sorgen, dass uns diese sensiblen Dokumente nicht mehr proaktiv per E-Mail erreichen.

Oktober

November

  • Wir haben eine kleine, eigene Mastodon-Testinstanz gestartet und möchten Erfahrungen damit sammeln.

Dezember

Zum Schluss möchten wir uns noch bei allen Menschen ganz herzlich bedanken, die uns in diesem Jahr unterstützt haben. Unser besonderer Dank gilt dabei unseren aktiven Mitgliedern, die an allen Standorten erneut hervorragende Arbeit geleistet haben und mit denen die Zusammenarbeit stets motivierend, vertrauensvoll und produktiv war und mit denen wir gemeinsam immer konstruktiv Problemlösungen erarbeiten konnten. Ebenso gebührt Anerkennung den zahlreichen Privatpersonen, Unternehmen, Behörden und Kommunen, die uns mit gebrauchter, teils sogar neuer Hardware und Geldspenden geholfen haben.

Wir wünschen euch allen ein paar erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.

Euer Vorstand des Vereins Computertruhe e. V.

Ein Ausschnitt der Hauptplatine eines Laptops in Herzform.

Dürfen wir vorstellen? Unser neuestes Teammitglied der „Fundtruhe“ – Update

Spezielles Logo der „Computertruhe“ für die „Fundtruhe“. Vor der Truhe befindet sich eine Lupe, die auf den geöffneten Deckel gerichtet ist. Sie vergrößert ein Fragezeichen, das aus der Truhe ragt.

Der Berichterstattung rund um ChatGPT, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen kann derzeit kaum jemand entfliehen. Daher haben auch wir uns dem Thema angenommen und keine Kosten und Mühen gescheut, um den Fundtruhe-Bot zu entwickeln.

OK. Das entspricht ehrlich gesagt nicht so ganz den Tatsachen. 😜 Vielmehr wurde in einigen Nächten ein kleines Script zusammengezimmert, das hoffentlich für nicht wenige Menschen da draußen ziemlich nützlich sein dürfte. Doch fangen wir vorne an.

Es gibt von jeher ein gewisses Ungleichgewicht zwischen Spendenangeboten und -nachfragen. So erhalten wir bspw. nur sehr selten funktionstüchtige und noch aktualisierbare Smartphones und Tablets, während die Nachfrage nach diesen Geräten relativ hoch ist. Diese stammt derzeit v. a. von Menschen, die aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine nach Deutschland geflohen sind.

Bis vor kurzem gab es u. a. für Smartphones und Tablets noch Wartelisten. Doch insbesondere in den letzten Monaten haben wir gesehen, dass diese unermesslich anwuchsen und wir wohl Spendennachfragen jahrelang hätten nicht bedienen können. Darum haben wir uns kürzlich entschieden, die Wartelisten zu streichen und Anfragende stattdessen auf die Fundtruhe zu verweisen. Denn diese enthält neben unseren „Spendenbeifängen“, wie externen Festplatten oder Netzwerk-Switches, die manch gespendetem Laptop beiliegen, nun ebenso mobile Endgeräte.

Damit unsere Spendenanfragenden nicht selbst proaktiv und ständig auf unserer Website nachsehen müssen, ob wir gerade ein Smartphone oder Tablet im Angebot haben, übernimmt diese Aufgabe ab sofort unser neuer Bot. Er prüft in regelmäßigen Abständen, ob neue Artikel in der Fundtruhe verfügbar sind. Ist dies der Fall, setzt er eine Nachricht mit den wichtigsten Informationen eines Artikels im Fediverse ab und alle Menschen, die ihm folgen, erhalten sie in ihre jeweiligen Timelines gespült. Selbstverständlich wird hierzu ein Konto eines Fediverse-Dienstes benötigt, bspw. auf einer beliebigen Mastodon-Instanz, um dem Fundtruhe-Bot folgen zu können. Dies könnte eventuell für die ein oder andere Person eine kleine Hürde darstellen, aber insgeheim hoffen wir auf den positiven Nebeneffekt, dass dadurch mehr Leute das Fediverse überhaupt erst kennenlernen und sich vielleicht sogar zukünftig dort einbringen werden. 😉 Dank Mastodon springt allerdings auch gleichzeitig eine Alternative in Form eines Web-Feeds aus der Kiste. Füttert man die Adresse https://social.computertruhe.de/@fundtruhe.rss in seinen RSS-fähigen Lieblings-Feedreader, erhält man ebenfalls automatisch Bescheid, sobald ein neuer Artikel in die Fundtruhe eingestellt wurde.

Nachtrag vom 10. November 2024

Aufgrund des Umzugs des Bots auf unsere neue, eigene Mastodon-Instanz wurden die Links in diesem Artikel angepasst.