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„Computertruhe e. V.“ gewinnt 20.000 Euro bei der „Google.org Impact Challenge 2018“

Kleine Taten können großes Bewirken. Unter diesem Motto wurden am vergangenen Donnerstagabend in Berlin die Sieger der diesjährigen Google.org Impact Challenge 2018, die innovative Ideen in Vereinen und gemeinnützigen Organisationen sucht und fördert, gekürt.

In den letzten sechs Monaten reichten über 2.500 gemeinnützige Organisationen aus dem gesamten Bundesgebiet ihre Projektideen ein, wovon zehn Leuchtturm-Projekte und 100 Lokale Projekte von einer Jury ins Finale gewählt wurden. Diese Finalisten hatten die Chance, Fördergelder in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro zu erhalten.

Der Waldkircher Verein Computertruhe e. V. befand sich in der Kategorie Lokale Projekte ebenfalls unter den Finalisten und warb in den vergangenen drei Wochen intensiv um Stimmen beim Online-Voting, um eine Förderung von 20.000 Euro zu gewinnen. Da es keine Zwischenstandsmeldungen darüber gab, wie viele Stimmen nun schon für welches Projekt abgegeben worden waren, blieb die spannende Frage, ob die Computertruhe zu den 50 Organisationen mit den meisten Stimmen und somit zu den Preisträgern gehören würde, bis zur Preisverleihung offen. „Als dann bekannt gegeben wurde, dass wir zu den Gewinnern gehören, konnten wir es im ersten Moment gar nicht fassen“, so Annette Linder, die zusammen mit ihrem Vorstandskollegen Marco Rosenthal zur Preisverleihung nach Berlin gereist war. „Neben der herausragenden finanziellen Unterstützung haben wir durch die Teilnahme an diesem Wettbewerb auch an Bekanntheit gewonnen, Sachspenden und ehrenamtliche Hilfsangebote erhalten und konnten uns mit den Aktiven anderer Projekte vernetzen“, freut sich Marco Rosenthal.

Annette Linder und Marco Rosenthal freuen sich über den Gewinn von 20.000 Euro für die „Computertruhe“.

Mit dem Preisgeld möchte der Verein unter anderem Menschen, die von der Idee des Projekts begeistert sind, dabei unterstützen, auch in anderen Orten Deutschlands eine Computertruhe zu eröffnen.


Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Computertruhe e. V. setzen in ihrer Freizeit gespendete Rechner und sonstige Hardware wieder instand und geben sie kostenlos an bedürftige Menschen weiter. In den vergangenen drei Jahren konnten sie so ausgehend von den Standorten in Waldkirch und Lemgo bereits über 500 Geräte an glückliche, neue Besitzer*innen übergeben.

„Computertruhe“ meets Berlin: Besuch der „Google.org Impact Challenge 2018“-Preisverleihung

In den letzten drei Wochen war für uns die öffentliche Abstimmung zur Google.org Impact Challenge 2018 allgegenwärtig. Um in der Online-Abstimmung möglichst viele Stimmen für die Computertruhe zu gewinnen, haben wir hunderte von Flyern und Aushängen in der Region verteilt und unsere privaten, ehrenamtlichen und beruflichen Netzwerke aktiviert. Da es keine Zwischenstandsmeldungen darüber gab, wie viele Stimmen nun schon für welche der 100 Finalisten der Lokalen Projekte abgegeben worden waren, blieb die spannende Frage, ob wir zu den 50 Organisationen mit den meisten Stimmen und somit zu den Preisträgern gehören würden, bis zur Preisverleihung offen. Und ehrlich gesagt konnten wir es bei der Bekanntgabe zunächst gar nicht fassen, dass wir wirklich die 20.000 € für unsere Computertruhe gewonnen hatten!

Die Google.org Impact Challenge hat uns jedoch nicht nur eine herausragende finanzielle Unterstützung gebracht, sondern auch unseren Bekanntheitsgrad durch das Werben um Unterstützung bei der Online-Wahl gesteigert. Neben Sachspenden und Kooperationen mit anderen Organisationen wurde uns auch ehrenamtliche Hilfe angeboten, worüber wir uns sehr freuen.

In Berlin konnten wir uns zudem mit den Repräsentant*inn*en einiger Projekte austauschen, welche wir euch hier kurz vorstellen möchten.


Während der Abstimmungsphase durften wir bereits die drei Mitglieder des Projekts Digitale Kompetenzen aufLADEN des Vereins Kommunikation & Medien e. V. kennenlernen. Das Projekt stellt mit dem aufLADEN einen Treffpunkt und Lernort in Freiburg zur Verfügung, an dem man Kompetenzen zu digitalen Themen im Rahmen einer generationenübergreifenden Lernplattform erwerben kann. Kurzworkshops, Videotutorials und andere Formate dienen vor allem älteren und benachteiligten Menschen dazu, digitale Grundkenntnisse zu erlangen.

Ein regelmäßiges Angebot des aufLADENs ist die kostenlose Veranstaltungsreihe Frag Moritz. Hier haben erwachsene Menschen, die keinen Zugang zu kostenlosen Bildungsangeboten haben, eine Möglichkeit, wieder den Anschluss an die digitale Welt zu finden.

Unglücklicherweise bekam das Projekt nicht genügend Stimmen, um den Förderpreis zu erhalten, mit dem weitere kostenlose digitale Bildungsangebote in Freiburg hätten realisiert werden sollen. Wer daher unterstützen möchte, kann eine Geldspende auf das folgende Konto überweisen:

Kontoinhaber: Kommunikation & Medien e. V.
IBAN: DE54640618540600368009
BIC: GENODES1STW
Verwendungszweck: Spende

Wir selbst planen ein baldiges Treffen mit den Mitgliedern des Projekts Digitale Kompetenzen aufLADEN, um über eine Möglichkeit der Zusammenarbeit oder eine Partnerschaft zu reden.


Mit dem Verein Projekt Seehilfe e. V. hatten wir zufällig bereits letztes Jahr während des 34. Chaos Communication Congress per Twitter Kontakt. Damals wurde dringend Computer-Hardware benötigt, um den geflüchteten Menschen in Sizilien mit einem digitalen Klassenzimmer zu helfen. Doch vor allem Lebensmittel und Medikamente fehlen den Menschen im Süden Siziliens, wo weiterhin fatale Lebensbedingungen herrschen, seit 2013 die Auffanglager auf Lampedusa geschlossen wurden.

Dank der gewonnenen Fördermittel von Google.org hat der Verein nun ein finanzielles Polster erhalten. Allerdings sinkt die Spendenbereitschaft für Flüchtlingsprojekte seit geraumer Zeit stetig und wer zusätzliche Unterstützung leisten kann, findet auf der Spendenseite weiterführende Informationen dazu.


Das Projekt Toranam des Vereins Technik ohne Grenzen e. V. unterstützt mit dem Aufbau eines Wirtschafts- und Bildungszentrums in Südindien Kleinbauern, deren Lebensgrundlage durch klimatische und sozio-ökonomische Veränderungen bedroht ist.

Die zwei Vertreterinnen des Projekts waren übrigens über den Gewinn genauso überrascht wie wir. 😁


Eines des großartigen Leuchtturm-Projekte war Integreat der Tür an Tür – Digital Factory gGmbH. Integreat stellt eine digitale Plattform zur Verfügung, die auf kommunaler Ebene alle relevanten Informationen mehrsprachig an neuzugewanderte Menschen weitergibt. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Service-Ökosystem für Städte, Landkreise und Initiativen, wobei die Integration von Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund im Vordergrund steht. Erfreulicherweise setzt das Projekt hierbei konsequent auf Open Source und Creative Commons, was uns natürlich besonders gefällt.

Wir hatten ein intensives und informatives Gespräch mit einem der Projektmitglieder, da wir mit dem Gedanken spielen Integreat auch in unserer Region bekannt zu machen.


Während wir gerade dabei waren, die Veranstaltung zu verlassen (und Annette unsere Tafel aus der Galerie aller Finalisten mopste 😳), trafen wir auf die Vertreterinnen des Vereins Digital Helpers e. V. Dessen Ziel ist es, der digitalen Spaltung entgegenzuwirken, indem er Menschen, denen aufgrund wirtschaftlicher Begebenheiten keine Computer zur Verfügung stehen, einen Zugang zu digitalen Technologien ermöglicht. Analog zur Computertruhe werden auch hier Computerspenden eingesammelt, aufbereitet und an Organisationen und bedürftige Personen weitervermittelt. Über 1.200 Geräte konnte der Verein seit seiner Gründung im Jahr 2012 schon weitergeben.

Aus Zeitgründen konnten wir uns leider nicht mehr tiefergehend unterhalten, aber vermutlich werden wir uns bald mit dem Verein in Verbindung setzen.


Insgesamt war es eine großartige Veranstaltung mit rund 400 Gästen im Vollgutlager in Berlin und eine absolute Ehre von ursprünglich über 2.500 Bewerbern zu den insgesamt 62 Preisträgern zu gehören. Denn neben den 50 Preisträgern aus der Kategorie Lokale Projekte wurden inklusive der Sonderpreise auch noch zwölf Leuchtturm-Projekte ausgezeichnet. Alles in allem wurden so fünf Millionen Euro Fördergelder an gemeinnützige Projekte in Deutschland vergeben, deren Verteilung durch rund 400.000 Online-Votings bestimmt wurde.

Daher abschließend nochmals herzlichen Dank an Google.org für die Auslobung der Impact Challenge 2018, an die Jury für die Wahl der Computertruhe unter die 100 Finalisten und an alle, die uns in der Online-Abstimmung mit ihrer Stimme unterstützt haben! ❤

Helfer*innen gesucht: Transport von ausgemusterten Bildschirmen des „BER“ von Berlin ins Breisgau. Lust auf einen sozialen Roadtrip?! – Update

Wie sehr das Internet Menschen, Orte und Ereignisse zusammenbringt, wird uns gerade wieder sehr bewusst. Kürzlich wurde berichtet, dass auf dem zukünftigen Flughafen Berlin Brandenburg mehrere hundert Bildschirme ausgetauscht werden müssen (Berliner Zeitung vom 15. März 2018: Flughafen BER reißt 750 Monitore wieder raus; invidis vom 15. März 2018: End of Life – 750 FIDS-Displays müssen ersetzt werden). Grund hierfür sind u. a. der sechsjährige Dauerbetrieb, Inkompatibilitäten mit der neuen Software, aber auch weitere (Um)baumaßnahmen.

Abflughalle des BER (Fridolin freudenfett (Peter Kuley), CC BY-SA 3.0)

Neben den Großdisplays, von denen die noch funktionsfähigen an die anderen Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld übergeben werden, müssen auch hunderte kleinere Monitore (24″ bis 27″) erneuert werden. Diese waren – im Gegensatz zu den Großdisplays – bislang kaum in Betrieb. Da diese durch die Verbauung kleinere Schäden an den Gehäusen aufweisen und von Betreiberseite ein Abverkauf nicht zustande kam, sollten diese nun verschrottet werden. Nun hat uns eine sozial engagierte Mitarbeiterin des BER-Untersuchungsausschusses kontaktiert und uns 300 dieser Displays angeboten.

Blick auf Check-in-Schalter (Muns, CC BY-SA 3.0)

Da nun BER-typisch alles sehr schnell vonstattengehen muss, brauchen wir dringend Unterstützung bei folgenden Punkten:

  • Demontage, Verpackung und Abholung der Displays in Berlin: Wir suchen Helfer*innen, die die Bildschirme vor Ort unter Aufsicht der Flughafentechnik fachgerecht ausbauen und verpacken. Passendes Werkzeug, Helme und Schutzkleidung sind mitzubringen.
  • Verpackungsmaterial: Kartons, Luftpolsterfolie, Verpackungschips aus Maisstärke …
  • Transportfahrzeug/e: Kleintransporter oder LKW mit 14 bis 18 m³ Ladevolumen, mit dem a) die Bildschirme am Flughafen abgeholt und dann b) von Berlin ins schöne Breisgau nach Waldkirch transportiert werden können. a) und b) müssen nicht zwingend an einem Tag erfolgen.
  • Person/en, die das Transportfahrzeug fährt/fahren: Je nach Fahrzeugtyp ist ein entsprechender Führerschein erforderlich.
  • Entgegennahme der Displays in Waldkirch: Selbstverständlich sind auch Helfer*innen willkommen, die uns beim Einlagern der Bildschirme in unseren Lagerraum (4. Stock, kein Aufzug) helfen.
  • Ca. 250 Monitorständer mit Befestigungsmöglichkeiten nach VESA MIS-D 100 C: Die meisten Displays sind an speziellen Wand- oder Deckenhalterungen montiert. Uns wurde jedoch versichert, dass sie mit Ständern gemäß VESA MIS-D 100 C kombiniert werden können. Da die Monitore mit 24″ bis 27″ eine schöne Größe und dadurch auch ein etwas höheres Gewicht haben, sollten die Monitorständer möglichst nicht zu leicht sein und über eine große Standfläche verfügen.

Termin: Die besagten Bildschirme sollen in der KW 15 oder 16 (9. bis 22. April) demontiert werden – der genaue Tag wird uns noch von der Technikleitstelle mitgeteilt. An diesem Tag müssen die Displays zwingend auch am Flughafen abgeholt werden, sonst werden sie verschrottet. Der Transport nach Waldkirch muss selbstverständlich nicht am gleichen Tag erfolgen. Je nachdem, wer wann mit welchem Fahrzeug die Hardware transportiert, wäre auch noch ein Abstecher zu unserer Außenstelle nach Lemgo möglich, um dort ein paar Bildschirme auszuladen.

Alle Helfer*innen – egal ob Vereinsmitglieder oder nicht – sind während der Aktion über unsere Vereinshaftpflicht versichert. Falls uns jemand ein privates Transportfahrzeug zur Verfügung stellen kann, tragen wir als Verein selbstverständlich die Spritkosten.

Wer uns also bei unserem sozialen Roadtrip quer durch die Republik von Berlin ins Breisgau unterstützen möchte, nimmt möglichst schnell Kontakt mit uns auf.

Herzlichen Dank im Voraus.

Nachtrag vom 02. April 2018

Der Abholtermin der Displays vom BER hat sich auf den 1. April 2019 verschoben. 😉