Integritätsprüfung und sichere Datenlöschung von Flash-Speichern mit „f3“ und „H2testw“

Der Hauptzweck der Computertruhe ist ja bekanntlich die Instandsetzung und kostenlose Weitergabe gebrauchter Computer. Dessen ungeachtet erhalten wir dennoch ab und zu Sachpenden, die wir konkret hierfür nicht benötigen, bspw. USB-Hubs, externe Kartenlesegeräte oder Netzwerk-Switches. Sind diese funktionstüchtig, landen sie daher in aller Regel auf unserer Angebotsseite. Dieses Verfahren gilt ebenso für externe Speichermedien, wobei wir in diesem konkreten Fall noch zusätzlich die folgenden Dinge berücksichtigen müssen:

Ein USB-Stick, auf dessen Oberseite das „Computertruhe“-Logo gedruckt wurde, steckt in einer USB-Buchse eines Laptops.
Ein herkömmlicher USB-Speicherstick.
  • Datenvernichtung: Für Festplatten und SSDs nutzen wir dieselben Software-Werkzeuge, wie für die in den Desktops und Laptops eingesetzten Festspeicher – auf die hier allerdings nicht näher eingegangen werden soll. Diese Methoden greifen hingegen nicht bei diversen Medien, die mit Flash-Speicherbausteinen ausgestattet sind, wie USB-Speichersticks oder Speicherkarten.
  • Integritätsprüfung: Bereits seit Beginn des Jahrtausends tauchen immer wieder gefälschte USB-Sticks auf, deren manipulierte Controllerchips dem Betriebssystem eine größere Speicherkapazität melden als tatsächlich verbaut ist. Ärgerlich ist dabei nicht nur, dass man zu viel Geld für eine Fälschung ausgegeben hat. Unglücklicherweise bemerkt man zudem überhaupt nicht, dass alle Daten, die überhalb der physisch vorhandenen Kapazität geschrieben wurden, unwiederbringlich verloren sind. Erst durch den Versuch des Lesens wird man sich dessen bewusst.

Abhilfe schaffen hier die beiden Tools f3 – Fight Flash Fraud für den Einsatz unter GNU/Linux, FreeBSD, macOS oder Windows (Cygwin) und H2testw für Windows.

f3 – Fight Flash Fraud

f3 ist quelloffene und freie Software und wie oben geschrieben für unterschiedliche Systeme verfügbar. So ist sie u. a. bereits seit mehreren Jahren in den Standardpaketquellen Debians und in denen seiner vielen Derivate, wie Ubuntu oder Linux Mint enthalten.

Installation

Für das folgende Beispiel nutzen wir Ubuntu. In diesem konkreten Fall genügt daher ein einfaches sudo apt install f3, um die Installation durchzuführen.

Vorbereitung

Bevor das Speichermedium getestet werden kann, muss es partitioniert und formatiert werden. Dafür kann man den Gnome Partition Editor, kurz GParted genannt, verwenden, welcher ebenfalls in den meisten Standardpaketquellen enthalten sein sollte.

Screenshot des Programms „GParted“, welches Partitionierungsinformationen (Partitionsname, Dateisystem, Größe etc.) eines 4 GB Speichermediums darstellt.
Das Hauptfenster von „GParted“, einer grafischen Benutzeroberfläche für die Partitionierungsbibliothek „libparted“.

In unserem Beispiel wurde damit ein (anscheinend) 4 GB großer USB-Stick mit einer einzigen Partition ausgestattet und darin ein FAT32-Dateisystem angelegt.

Prüfung

Für die Überprüfung unseres USB-Sticks nutzen wir die beiden Werkzeuge f3write und f3read aus dem f3-Programmpaket.

Schreibtest

Zu Beginn muss der Stick mit Testdaten befüllt werden. Dies erreicht man durch die Eingabe von f3write /media/[MOUNT_POINT]/ in der Kommandozeile. Hierdurch werden durchnummerierte Dateien mit je einer Größe vom 1 GB erstellt – ausgenommen der letzten, welche einfach den restlich verfügbaren Platz belegt.

Screenshot eines Terminal-Fensters unter „Ubuntu“, welches die Ausgabe des Befehls „f3write“ beinhaltet. Die Informationen decken die Gesamtgröße des Mediums, die Namen der vier (erfolgreich) erstellten Dateien und die durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit ab.
Der Befehl „f3write“ befüllt das Speichermedium bis zum Rand mit Testdaten.

Im Beispiel hat dieser Vorgang wunderbar geklappt und es wurden erfolgreich vier Testdateien erstellt. Ganz nebenbei erwähnt sind diese übrigens kompatibel zum Dateiformat von H2testw.

Lesetest

Die Überprüfung, ob die Testdaten korrekt geschrieben werden konnten, übernimmt der Befehl f3read /media/[MOUNT_POINT].

Screenshot eines Terminal-Fensters unter „Ubuntu“, welches die Ausgabe des Befehls „f3read“ beinhaltet. Die Informationen decken v. a. die Gesamtgröße des Mediums, die Namen der vier (erfolgreich) validierten Dateien und die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit ab.
Der Befehl „f3read“ liest und validiert die zuvor von „f3write“ geschriebenen Testdaten.

Glück gehabt! Es handelt sich um keinen Fake-Stick und auch sonst wurden keinerlei Fehler entdeckt. Somit können im letzten Schritt einfach die Testdateien gelöscht und der Speicherstöpsel gefahrlos genutzt werden.

Und es gibt auch noch einen positiven Nebeneffekt: Durch die komplette Befüllung des Speichermediums mit Daten, können die zuvor darauf gelöschten Dateien nicht rekonstruiert werden.

Weitere Helferlein

Das f3-Paket beinhaltet übrigens noch drei weitere Programme:

  • f3probe setzt ein Prüfverfahren ein, das v. a. für sehr große Speichermedien gedacht ist. Denn für die Integritätsprüfung müssen bei diesem Vorgehen weitaus weniger Daten geschrieben werden, wodurch der Prozess sehr viel schneller abläuft. Der Vorteil der kompletten Datenvernichtung ist dadurch allerdings nicht mehr gegeben.
  • f3fix dient der Erstellung einer passgenauen Partition, um einen Fake-Stick trotzdem gefahrlos verwenden zu können.
  • f3brew ist für alle die Menschen interessant, die verstehen möchten, wie diese Fake-Speichermedien im Detail funktionieren.

Es sei noch erwähnt, dass diese drei Tools in der aktuellen Version 7.2 als experimentell eingestuft sind und auf eigene Gefahr genutzt werden.

H2testw

Auch mit der kostenlosen Freeware H2testw lassen sich Speichermedien auf Fehler überprüfen und gelöschte Daten sicher überschreiben. Und obwohl das Tool vor zwölf Jahren ursprünglich für Windows XP geschrieben wurde, lässt es sich auch heute noch problemlos unter Windows 10 einsetzen. Wenn man möchte, kann man es sogar mittels Wine unter POSIX-kompatiblen Betriebssystemen wie GNU/Linux oder diversen Unix-Systemen betreiben.

Installation

Eine Installation ist nicht notwendig. In dem herunterladbaren Archiv befinden sich lediglich die direkt ausführbare Programmdatei und zwei Textdateien mit Informationen zum Tool in deutscher und englischer Sprache.

Vorbereitung

Bevor das Speichermedium getestet werden kann, muss es partitioniert und formatiert werden. Unter Windows bietet sich hierfür die Datenträgerverwaltung an.

Screenshot der in „Windows 10“ eingebauten Applikation „Datenträgerverwaltung“, welches Partitionierungsinformationen (Dateisystem, Status, Kapazität etc.) eines 4 GB Speichermediums darstellt.
Die „Datenträgerverwaltung“ ist ein Systemhilfsprogramm, mit dem u. a. Datenträger initialisiert, partitioniert und formatiert werden können.

Prüfung

Die Oberfläche des Programms ist sehr überschaubar, funktional und selbsterklärend. Im Normfall genügen lediglich ein paar wenige Klicks, um einen Test zu starten. Erst das Laufwerk über die Schaltfläche Ziel wählen angeben und anschließend die Schaltfläche Schreiben + Prüfen betätigen, damit die Prüfung beginnt.

Screenshot des Programms „H2testw“, welches das Hauptfenster zeigt. Dort lässt sich u. a. das Ziellaufwerk und die zu schreibende Testdatenmenge festlegen und der Schreib-/Lesetest starten.
Das Hauptfenster des Tools „H2testw“ ist ziemlich aufgeräumt und selbsterklärend.

Schreib- und Lesetest werden bei H2testw übrigens direkt hintereinander ausgeführt und zusammen mit weiteren Informationen und dem Resultat der Prüfung in einem weiteren Fenster dargestellt.

Screenshot des Programms „H2testw“, welches das Testfenster zeigt. Dort wird zum einen der Fortschritt des Tests angezeigt, aber auch die geschriebenen und geprüften Datenmengen, die Schreib-/Lesegeschwindigkeiten sowie das Testresultat.
Dieses Fenster zeigt neben dem Fortschritt auch alle interessanten Daten des Testdurchgangs an.

Da derselbe USB-Stick wie für den f3-Test verwendet wurde, gibt es erwartungsgemäß auch jetzt keinerlei Fehler, weshalb die Testdateien gelöscht und der Stick von nun an ganz regulär genutzt werden kann.

Screenshot des „Windows 10“-Dateimanagers, welcher den Inhalt des getesteten Speichermediums darstellt. Direkt im Hauptverzeichnis sind vier Testdateien aufgelistet.
Analog zu „f3“ befinden sich nach der Prüfung noch Testdateien auf dem Speichermedium, die man getrost löschen kann.

Wie kommen bedürftige Schüler*innen an Computer?

Dass eine Rückkehr zum Regelschulbetrieb mit reinem Präsenzunterricht nach den Sommerferien realitätsfernes Wunschdenken ist, dürfte inzwischen allen klar sein: Die Corona-Infektionszahlen steigen, der Deutsche Lehrerverband und der Bundeselternrat kritisieren ungenügende Hygienekonzepte und in Mecklenburg-Vorpommern mussten wenige Tage nach dem Schulstart schon wieder zwei Schulen coronabedingt schließen. Dass digitales Lernen und Homeschooling im nächsten Schuljahr weiterhin begleitend stattfinden (müssen), ist die logische Konsequenz.

Es ist Fakt, dass es in Deutschland viele Schüler*innen gibt, die keinen geeigneten Computer hierfür haben und deren Familien sich gerade in der jetzigen Situation ein solches Gerät nicht leisten können. Das sehen wir allein schon an der überwältigenden Anzahl an Anfragen, die im Rahmen unserer Homeschooling-Aktion bei uns eingegangen sind und uns weiterhin nahezu täglich erreichen.

Dass der damit fortschreitenden Digitalen Spaltung im Bildungswesen bis zum Beginn des neuen Schuljahrs von staatlichen Stellen effektiv und flächendeckend entgegengewirkt wird, ist leider nicht feststellbar. Zuerst sollten bedürftige Schüler*innen für den Kauf eines Rechners einen Zuschuss in Höhe von 150 € bekommen. Kurz darauf sah ein staatliches Förderprogramm vor, dass die Schulträger dieses Geld bekommen, Endgeräte beschaffen und diese dann an Schüler*innen verleihen sollen, die aufgrund ihrer häuslichen Situation nicht über geeignete Computer verfügen. Ein absolut guter und richtiger Ansatz – doch leider in der Umsetzung von Bundesland zu Bundesland höchst unterschiedlich und stets stark von den einzelnen Schulträgern und engagierten Lehrkräften abhängig. Außerdem bleibt die Frage offen, ob es dadurch wirklich gelingt, rechtzeitig zum neuen Schuljahr wirklich alle Schüler*innen entsprechend auszustatten.

Erst vor wenigen Tagen schürte eine von vielen großen Medien aufgegriffene dpa-Meldung, wie bspw. im ZEIT ONLINE-Artikel „Jobcenter muss Schülern Computer bezahlen“ niedergeschrieben, Hoffnung darauf, dass bedürftige Schüler*innen nun generell einen Anspruch darauf hätten, vom Jobcenter 300 € für die Anschaffung eines Computers zu bekommen. Leider handelte es sich nur um eine Einzelfallentscheidung des Sozialgerichts Mannheim. Die Bundesagentur für Arbeit lehnt weiterhin eine generelle Unterstützung ab.

Welche Möglichkeiten haben nun also bedürftige Schüler*innen, um nach den Sommerferien am digitalen Lernen und Homeschooling mit einem eigenen Rechner zu Hause teilnehmen zu können?

  1. Schulleitung bzw. -träger kontaktieren und auf die zur Verfügung stehenden Fördermittel hinweisen, mit denen Schulcomputer gekauft und dann an die bedürftigen Schüler*innen weiterverliehen werden können.
  2. Selbst vor dem jeweils zuständigen Sozialgericht klagen und sich auf das Mannheimer Urteil berufen – und damit den Druck für eine bundesweit gültige Rechtsprechung erhöhen.
  3. Vereine und Projekte finden, die gespendete Rechner instandsetzen und in der Regel kostenlos an bedürftige Menschen weitergeben. Hier kann ein Blick auf unsere Standortkarte helfen. Bitte beachtet dabei, dass diese Angebote in der Regel von Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit gestemmt werden und mit entsprechenden Wartezeiten zu rechnen ist.
  4. Manchmal steht vielleicht doch ein kleines Budget für die Anschaffung eines Rechners zur Verfügung oder man gehört zu denen, die wenig finanziellen Spielraum aber keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung haben. Für diesen Fall haben wir gemeinsam mit einigen unserer Mastodon– und Twitter-Followern eine kleine Liste mit Computerläden in alphabetischer Reihenfolge zusammengestellt, welche u. a. gebrauchte Rechner inklusive Gewährleistung zu günstigen Preisen anbieten:

Auktionsplattformen möchten wir hier übrigens ausdrücklich nicht empfehlen. Leider wird dort allzu oft überteuerter Schrott angeboten und die Not der Menschen ausgenutzt. Zudem gibt es bei Privatverkäufen keine Garantie. Wir kennen leider einige Fälle, bei denen die Käufer*innen ihr weniges, angespartes Geld auf solchen Plattformen verloren haben.

Disclaimer: Wir haben in der Vergangenheit schon einige Sachspenden von notebookgalerie.de erhalten und das Unternehmen dahinter ist seit kurzem unser erster offizieller Spendenpartner.

Gemeinschaftsunterkunft in Stuttgart erhält Computerecke

Ende Januar dieses Jahres erhielten wir vom Stuttgarter Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes eine Anfrage, ob sie von uns einige Rechner für eine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Botnang erhalten könnten. Der Plan war, dass die Bewohner*innen die Computer fürs Surfen im Internet und zum Schreiben von Briefen und Lebensläufen verwenden. Natürlich wollten und konnten wir unterstützen und stellten ungefähr eine Woche später vier komplett ausgestattete Desktop-PCs zur Abholung bereit.

Analog zu den Geräten im Bürgertreff Kollnau hatten wir diese übrigens auch nach Frauen benannt, die Großes im Bereich der Informatik geleistet haben oder weiterhin leisten. Mittels einer Umfrage unter unseren Mastodon– und Twitter-Followern wurden die folgenden vier Persönlichkeiten aus ingesamt 28 Frauen ausgewählt:

Dieses Vorgehen wird sehr wahrscheinlich zu einer Computertruhe-Tradition werden und für alle zukünftigen Computerpools Anwendung finden. 😉

Wegen einiger netzwerkbedingter Schwierigkeiten (besonderer Dank für die Unterstützung geht an die hilfsbereiten Menschen von Freifunk Stuttgart) und der Corona-Pandemie verzögerte sich der Start etwas. Doch seit einigen Wochen wird das neue Computereck von den Bewohner*innen der Unterkunft gerne und häufig genutzt. Sei es für die Wohnungssuche, für die Teilnahme an Online-Sprachkursen oder einfach nur zum Zeitvertreib – zum Musikhören oder Videostreaming. Seit dem Ausbruch der Pandemie werden die Rechner außerdem vermehrt von den Jüngeren verwendet, um ihre Hausaufgaben zu erledigen oder um mit Lehrerkräften und Freund*innen zu kommunizieren.

Wir freuen uns, dass wir mit den Computern einen kleinen Beitrag dazu leisten konnten, das Leben in der Gemeinschaftsunterkunft ein wenig zu verbessern.

Lange Boot-Zeiten bei Rechnern mit integrierter Grafikeinheit von „Intel“ beheben

Die Instandsetzung eines älteren Rechners geht nicht immer reibungslos vonstatten. Darum werden wir in Zukunft sporadisch Artikel mit Hardware- oder Software-Tipps veröffentlichen, mit denen wir Probleme lösen (oder umgehen) konnten, die uns während unserer Arbeit begegnet sind. Und da wir wissen, dass sich unter unseren Leser*innen ebenfalls Menschen befinden, die gerne im Sinne der Nachhaltigkeit gebrauchte Hardware wieder flott machen, möchten wir euch unsere Erkenntnisse selbstverständlich nicht vorenthalten.

Nahaufnahme der linken, oberen Ecke der Tastatur eines Dell Latitude D830-Laptops, so dass einige Tasten, der Schriftzug der Typbezeichnung und der untere Teil des Bildschirms zu sehen sind.
Ein Dell Latitude D830 ist bspw. eines der betroffenen Geräte.

Im ersten Beitrag unserer neuen Reihe geht es um Boot-Probleme unter GNU/Linux bei Laptops, welche eine bestimmte integrierte Grafiklösung von Intel verbaut haben. Im konkreten Fall eines Dell Latitude D830 wären die Schwierigkeiten auf den Intel 965GM-Chipsatz zurückzuführen.

Das Problem äußert sich dahingehend, dass der Rechner extrem viel Zeit für den Boot-Vorgang benötigt und Fehlermeldungen der Form [drm:drm_atomic_helper_commit_cleanup_done [drm_kms_helper]] ERROR [CRTC:35:pipe B] flip_done timed out ausgibt. Erstmalig trat dieses Verhalten 2017 mit einer bestimmten Kernel-Version in Erscheinung.

Glücklicherweise gibt es einen Workaround in Form einer speziellen Boot-Option. Allerdings muss man nach dessen Anwendung auf den S-Video-Anschluss verzichten. Dies dürfte den meisten Anwender*innen jedoch nicht schwer fallen, da man diesen Anschluss heutzutage selten bis nie benötigt oder er bei manchen Modellen mit dem problematischen Intel-Grafikchip gar nicht verbaut wurde.

Um die S-Video-Unterstützung im Linux-Kernel abzuschalten, damit der Computer wie gewohnt schnell startet, müssen die folgenden Schritte durchgeführt werden:

  1. Mit dem Texteditor der Wahl und ausgestattet mit Root-Rechten die Datei /etc/default/grub öffnen.
  2. Darin die Zeile mit dem Inhalt GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash" ausfindig machen und um video=SVIDEO-1:d erweitern (ggf. muss der korrekte Video-Port mittels xrandr --query abgefragt werden). Die geänderte Zeile sieht dann wie folgt aus: GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash video=SVIDEO-1:d".
  3. Im Anschluss muss noch die Grub-Konfiguration mittels update-grub (ebenfalls mit Root-Rechten) aktualisiert werden.

Beim nächsten Neustart des Rechners sollte das Problem behoben sein.

Einladung zum nächsten offenen Treffen und zur Vorstandssitzung

Am 15. Juli um 20:00 Uhr finden das nächste offene Treffen und parallel die nächste Vorstandssitzung in Form einer Videokonferenz statt. Neben den Vereinsmitgliedern sind wie gewohnt ebenfalls alle anderen an der Computertruhe interessierten Menschen herzlich willkommen.

Tagesordnung:

  1. Fragen zum letzten Protokoll
  2. Standortübergreifender Austausch mit unseren Mitgliedern
  3. Stand der #Corona-#Homeschooling-Spendenaktion für bedürftige Schüler*innen
  4. Sonstiges

Laptopspende der „Normfest GmbH“

Auf zwei Tischen stehen drei unterschiedlich hohe Laptopstapel. Der vorderste Stapel besteht aus fünf baugleichen Geräten, die beiden hinteren sind unscharf.
Anlässlich unserer Homeschooling-Spendenaktion hat uns die „Normfest GmbH“ mit einer großzügigen Sachspende versorgt (CC BY-ND 4.0 „Normfest GmbH“).

Via Twitter hat unsere Bitte um Laptopspenden für unsere Homeschooling-Aktion die Normfest GmbH aus Velbert erreicht. Damit auch Kinder aus wirtschaftlich benachteiligten Familien am digitalen Unterricht teilnehmen können, hat uns das seit über 70 Jahren in der Kfz-Reparatur tätige Unternehmen 19 ausrangierte Laptops gespendet.

Auf mehreren Tischen verteilt sieht man 18 neben- und hintereinander angeordnete, aufgeklappte Laptops.
Dankenswerterweise wurden die Geräte vor dem Versand sogar noch getestet (CC BY-ND 4.0 „Normfest GmbH“).

„Unsere mobilen Rechner sind zwar schon alt, aber immer noch voll funktionstüchtig“, versichert der Geschäftsführer Enver Zolj. „Bevor diese Geräte bei uns in irgendeiner Ecke verstauben, möchten wir mit ihnen noch etwas Gutes tun. Schülerinnen und Schülern, die keinen eigenen Rechner haben, wollen wir somit den Zugang zu Bildung, Informationen und Kommunikation ermöglichen. Denn das Thema Digitalisierung liegt uns nicht erst seit Corona sehr am Herzen, sie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Firmenphilosophie.“

Wir bedanken uns herzlich bei der Normfest GmbH für diese tolle Spende, die freundliche und reibungslose Organisation und die dafür investierte Zeit. Dies ist gerade in den für alle Unternehmen herausfordernden Coronazeiten keine Selbstverständlichkeit.

Unsere Homeschooling-Aktion in Zahlen

Am 29. März starteten wir offiziell unsere Homeschooling-Aktion, um Schüler*innen aus bedürftigen Familien während der Corona-Pandemie mit Computern zu unterstützen. Hinter uns liegen nun drei sehr arbeitsintensive Monate, in denen wir jedoch auch herzliche Dankbarkeit, positives Feedback und viele Sach- und Geldspenden verzeichnen durften. Vielen Dank dafür!

Die Fakten

Im Zeitraum vom 29. März bis 30. Juni …

  • … landeten über unsere Website 483 Nachrichten in unserem Ticketsystem: 132 allgemeine Anfragen, 192 Nachrichten von potentiellen Hardwarespender*innen und 159 von potentiellen Empfänger*innen. Unter den Anfragenden der letztgenannten Kategorie befanden sich auch Familien mit mehreren schulpflichtigen Kindern und Schulfördervereine, die nicht nur Bedarf an einem Gerät hatten. Demnach wurden deutlich mehr als 159 Laptops bei uns angefragt. Von den insgesamt 483 Tickets konnten bereits 352 abschließend bearbeitet werden.
  • … wurden 98 Geräte gereinigt, getestet, bei Bedarf repariert und aufgerüstet, mit aktuellem Betriebssystem und für das Homeschooling notwendiger Software ausgestattet und an Schüler*innen bzw. Schulfördervereine übergeben. Darunter zehn Raspberry Pi-Sets (mit komplettem Zubehör nur ohne Bildschirm), elf Desktops (inkl. Bildschirm und Eingabegeräten), 65 Laptops, fünf Smartphones und sieben Tablets. Ergänzend wurden zudem Webcams, Lautsprecher, Headsets oder Laptop-Taschen herausgegeben.
  • … wurden über 120 Pakete ausgepackt, verpackt und versendet. Denn aufgrund des Gebots der Kontaktreduktion präferierten wir den Postversand. Überdies wohnten viele Anfragende nicht in unmittelbarer Nähe zu einem unserer Standorte und den dort aktiven Mitgliedern.
  • … wurden über 100 Paketmarken verwendet, um Geräte an die Empfänger*innen zu verschicken und um Sachspender*innen die kostenfreie Zusendung ihrer Spende an uns zu ermöglichen. Einige Personen nahmen die angebotenen Paketmarken nicht in Anspruch und spendeten die Versandkosten freundlicherweise gleich mit.
  • … erhielten wir Geldspenden im Wert von knapp 2.500 €. Davon landeten mehr als 500 € direkt auf unserem Vereinskonto und beinahe 1.900 € kamen über unsere betterplace.org-Spendenkampagnen für die Anschaffung von zehn Raspberry Pi-Sets und die Begleichung der Portokosten zusammen.
  • … wurde die Aktion hauptsächlich von sechs Vereinsmitgliedern ehrenamtlich neben Beruf, Familie und sonstigen privaten Anforderungen gestemmt.

Wie geht es nun weiter?

Wir haben uns vorstandsintern bereits Anfang Juni darauf verständigt, unsere Homeschooling-Aktion, in der wir ausschließlich Schüler*innen mit Rechnern ausgestattet haben, zum 30. Juni zu beenden. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe, wie bspw. die nahenden Sommerferien oder langsam anlaufende staatliche Programme zur Ausstattung der Schüler*innen mit passenden Endgeräten. Außerdem finden sich auf unserer herkömmlichen Warteliste viele weitere Personen und Einrichtungen, die ebenfalls dringenden Bedarf an Computern haben. Und natürlich waren die vergangenen drei Monate trotz aller Freude, die uns unsere Vereinstätigkeit bereitet, auch einfach sehr anstrengend. Denn uns war es wichtig, unter den gegebenen Umständen möglichst schnell auf alle Anfragen zu antworten und die Rechner ihren neuen Besitzer*innen zukommen zu lassen. Denn digitale Teilhabe und Lernerfolg dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

Nun wollen wir ein bisschen das Tempo drosseln und wieder zum Normalbetrieb der Computertruhe zurückkehren. Die noch rund 70 offenen Rechneranfragen für Schüler*innen aus dem Aktionszeitraum werden wir weiterhin bevorzugt bearbeiten, jedoch auch dringliche Gesuche aus unserer bisherigen Warteliste angehen, die wir in den vergangenen Monaten zurückgestellt haben.

Selbstverständlich können auch weiterhin jederzeit Spendenanfragen für bedürftige Schüler*innen gestellt werden. Diese reihen sich nun jedoch in die normale Warteliste ein, wodurch es mehrere Monate dauern kann, bis wir ein entsprechendes Gerät zur Verfügung stellen können. Wie lange die Wartezeit ist, hängt in erster Linie davon ab, wie viele geeignete Rechner wir gespendet bekommen – Laptops werden daher nach wie vor stets gesucht.

Laptopspende der „PR hoch drei GmbH“

Die Agentur PR hoch drei aus Waldkirch hat uns in dieser Woche fünf ihrer ausrangierten Laptops gespendet, wofür wir uns hiermit nochmals sehr bedanken möchten. Die Geräte sind in einem hervorragenden Zustand und wir freuen uns schon darauf, sie für unsere aktuelle Homeschooling-Kampagne aufzubereiten.

Foto des Aufklebers mit den wichtigsten technischen Daten des Laptops, welcher sich unterhalb des Ziffernblocks befindet.
Eines der fünf gespendeten Geräte ist dieses „EasyNote TM“.

Einladung zum nächsten offenen Treffen und zur Vorstandssitzung

Am 17. Juni um 20:00 Uhr finden das nächste offene Treffen und parallel die nächste Vorstandssitzung in Form einer Videokonferenz statt. Neben den Vereinsmitgliedern sind wie gewohnt ebenfalls alle anderen an der Computertruhe interessierten Menschen herzlich willkommen.

Tagesordnung:

  1. Fragen zum letzten Protokoll
  2. Austausch der Mitglieder anderer Standorte
  3. Stand der #Corona-#Homeschooling-Spendenaktion für bedürftige Schüler*innen
  4. Stand des Raspberry Pi-Projekts mit dem Verein zur Förderung Sehbehinderter e. V. Waldkirch
  5. Veröffentlichung von Vereinsstatistiken auf der Website
  6. Teilnahme am 17. startsocial-Wettbewerb
  7. Sonstiges

Homeschooling-Aktion: „Computertruhe“ verschenkt über 70 Computer an bedürftige Schüler*innen

Langweilig ist es den aktiven Mitgliedern der Computertruhe seit dem Start ihrer Homeschooling-Spendenaktion Ende März definitiv nicht geworden. Seit die Schulen coronabedingt geschlossen wurden, erreichen den Verein zahlreiche Anfragen von Schüler*innen, deren Eltern und Schulfördervereinen aus ganz Deutschland. Denn nicht jede Familie besitzt einen Computer, der für das digitale Lernen zuhause geeignet ist oder kann sich gerade in der jetzigen Situation ein solches Gerät leisten.

Rund 350 Nachrichten gingen in den vergangenen zwei Monaten über die Website der Computertruhe ein: Von potentiellen Hardwarespender*innen und -empfänger*innen aber auch von anderen Gruppierungen und Privatpersonen, die ebenfalls Rechner für bedürftige Schüler*innen suchten oder einrichten wollten. Via Videokonferenzen und Telefonaten konnten hier wertvolle Tipps und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Insgesamt wurden im Rahmen der Homeschooling-Aktion bislang über 70 Computer instandgesetzt und anschließend verschenkt. Anfragen nach ca. 50 Rechnern sind aktuell noch offen und werden nach und nach abgearbeitet – Laptopspenden sind also nach wie vor gefragt. Hilfreich für die Aktion waren und sind zudem Geldspenden, mit denen die Versandkosten für die Geräte gedeckt werden können.

Auf einem Schreibtisch befindet sich ein laufendes Lenovo Ideapad S205, welches einen Speichertest durchführt. Die Tastatur wurde herausgelöst und neben dem Gerät liegt ein Speicherriegel, Werkzeug und die Bodenplatte des Laptops.
Damit dieses Lenovo Ideapad S205 zukünftig flüssiger läuft, wurde der Arbeitsspeicher aufgerüstet.

Die Computertruhe wird noch bis Ende Juni bevorzugt Rechner für die Homeschooling-Aktion annehmen, instandsetzen und weitergeben. Natürlich können auch danach jederzeit Computeranfragen für Schüler*innen gestellt werden. Diese reihen sich dann jedoch wieder in die normale Warteliste ein.

Auch nach den Sommerferien wird das digitale Lernen zuhause trotz schrittweiser Schulöffnungen weiterhin erforderlich sein und die technischen Voraussetzungen können nicht allein durch ehrenamtliche Initiativen geschaffen werden. Staatliche Förderprogramme sehen nun u. a. vor, dass die Schulträger Endgeräte beschaffen und diese dann an Schüler*innen verleihen, die aufgrund ihrer häuslichen Situation nicht über geeignete Computer verfügen. Gemäß des Kultusministeriums Baden-Württemberg könnten so ungefähr 300.000 digitale Endgeräte für die öffentlichen und privaten Schulen bereitgestellt und dadurch landesweit etwa 20 Prozent aller Schüler*innen unterstützt werden.

Für Familien, die wenig Geld zur Verfügung haben und keine staatliche Unterstützung erhalten, hat die Computertruhe mit Hilfe einiger ihrer Mastodon– und Twitter-Follower*innen auf ihrer Website eine kleine Liste mit Computerläden veröffentlicht, welche u. a. gebrauchte Rechner inklusive Gewährleistung zu günstigen Preisen anbieten.


Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Computertruhe e. V. setzen ehrenamtlich in ihrer Freizeit gespendete Rechner und sonstige Hardware wieder instand und geben sie kostenlos an bedürftige Menschen und andere gemeinnützige Organisationen weiter. In den vergangenen fünf Jahren konnten so ausgehend von den Standorten Breisgau, Lemgo und Berlin bereits über 900 Geräte an glückliche, neue Besitzer*innen übergeben werden.