Archiv der Kategorie: Pressemitteilung

Erste Online-Mitgliederversammlung des Vereins „Computertruhe e. V.“

Am Samstag, den 26. Juni, fand die diesjährige Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen des Vereins Computertruhe e. V. pandemiebedingt zum ersten Mal online statt. Hierfür kam neben dem Videokonferenzsystem Senfcall das Versammlungstool OpenSlides zum Einsatz, mit dem unter anderem auch Abstimmungen und Wahlen durchgeführt werden konnten. Zu diesem System hatten nur stimmberechtigte Mitglieder Zugang, während die Videokonferenz auch für Gäste offen stand.

Annette Linder und Julia Fiedler führten als Versammlungsleitung durch die Veranstaltung. Da pandemiebedingt im vergangen Jahr keine Mitgliederversammlung stattfinden konnte, stellte Julia Fiedler die Tätigkeitsberichte der Jahre 2019, 2020 und für das laufende Jahr 2021 vor.

In diesem Zeitraum konnten unter anderem über 700 PCs, Laptops und Tablets an bedürftige Menschen und gemeinnützige Einrichtungen weitergegeben werden.

Außerdem hat der Verein zahlreiche neue Mitglieder erhalten. Dies ermöglichte es, weitere vier Standorte zu gründen. So ist die Computertruhe mittlerweile nicht nur im Breisgau und in Lemgo, sondern auch in Berlin, Chemnitz, Göttingen, in der Rein-Neckar-Region und in München vertreten.

Der Verein Computertruhe e. V. präsentierte sich ebenfalls auf zahlreichen Veranstaltungen. 2019 unter anderem bei der 19. Gulaschprogrammiernacht in Karlsruhe, beim Barcamp Rhein-Neckar und auf dem s’Fairle – Zukunftsmarkt in Waldkirch. Zudem konnte der Verein beim Neubürgerempfang der Stadt Waldkirch und Ende des Jahres beim 36. Chaos Communication Congress (36C3) in Leipzig sich und seine Arbeit vorstellen. 2020 mussten leider pandemiebedingt viele Veranstaltungen abgesagt werden. Umso mehr freuten sich die Vereinsmitglieder darüber, dass sie zum Vintage Computing Festival Berlin eingeladen waren. Ebenfalls waren sie Ende des Jahres zu Gast bei der Remote Chaos Experience (rC3), auf der die Computertruhe in einer virtuellen 2D-Welt präsentiert wurde. 2021 konnte der Verein sich bisher online unter anderem bei den Chemnitzer Linux-Tagen (CLT) und beim Digital Verteilten Online-Chaos (DiVOC) präsentieren.

Die im März 2020 aufkommenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie stellten auch die Arbeit des Vereins vor neue Herausforderungen. Mit der Schließung der Schulen stiegen die Anfragen nach digitalen Endgeräten rapide an. Um die Not der Familien etwas zu lindern, wurde eine Homeschooling-Aktion ins Leben gerufen. Während dieser wurden Rechneranfragen für das Homeschooling drei Monate lang bevorzugt behandelt, gezielt um Hardwarespenden für Schüler*innen und Geldspenden für die Versandkosten gebeten. Zudem wurden ebenfalls spendenfinanziert zehn Raspberry Pi-Sets für bedürftige Schüler*innen zusammengestellt und verschickt. So wurden in einer Kraftaktion innerhalb von drei Monaten fast 500 Tickets bearbeitet, 120 Pakete versendet, rund 2.500 € Spenden eingesammelt und knapp 100 Geräte an bedürftige Schüler*innen verschenkt.

Nach dem Verlesen der Tätigkeitsberichte stellte der Schatzmeister, Clemens Fiedler, die Kassenberichte für das Jahr 2019, 2020 sowie für das laufende Geschäftsjahr 2021 vor. Die Kassenprüfer*innen stellten ihrerseits ihren Bericht für das Jahr 2019, 2020 und für das laufende Jahr 2021 vor und bescheinigten Clemens Fiedler erneut eine hervorragende Kassenführung. Der Vorstand konnte somit für das Jahr 2019, 2020 und für das laufende Jahr 2021 inhaltlich und finanziell entlastet werden.

Bevor ein neuer Vorstand gewählt wurde, stellte das Vorstandsteam der Versammlung sechs Satzungsänderungsanträge vor, bei denen es unter anderem darum ging, dass für den Verein tätige Personen und der Vorstand im Rahmen der Ehrenamtspauschale einen finanziellen Zuschuss erhalten können, wenn dieses von der Mitgliederversammlung bestimmt wird. Zudem wurde die rechtliche Grundlage geschaffen, um auch zukünftig Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen online veranstalten zu können. Allen Satzungsänderungen wurde zugestimmt.

Bei den Vorstandswahlen wurde der bisherige geschäftsführende Vorstand in seinem Amt bestätigt und wieder gewählt. Lediglich bei den Beisitzer*innen gab es Veränderungen. Der neue Vereinsvorstand besteht somit aus Marco Rosenthal (Vorsitzender), Julia Fiedler (Stellvertretende Vorsitzende), Clemens Fiedler (Schatzmeister), Annette Linder (Beisitzerin), Martin Klingner (Beisitzer) und Werner Hülsmann (Beisitzer).

Foto aller Vorstandsmitglieder des Vereins „Computertruhe e. V.“.
Der neue Vorstand der „Computertruhe“. V. l. n. r.: Clemens Fiedler, Marco Rosenthal, Annette Linder, Julia Fiedler, Martin Klingner, Werner Hülsmann (CC0 1.0).

Der Vorstand bedankte sich am Ende bei den Mitgliedern für das von ihnen entgegengebrachte Vertrauen und die Teilnahme an der Versammlung und freut sich auf ein neues, aktives Jahr.

Die „Computertruhe“ in Göttingen konnte die ersten Computer an Bedürftige spenden

In der vergangenen Woche konnte der kürzlich in Göttingen gegründete Standort des Vereins Computertruhe e. V. die ersten Spenden an Bedürftige weitergeben. Dafür haben die beiden Studierenden Hanna Sudermann und Thore Hoffmann Computer, die von Privatpersonen an den Verein übergeben wurden, aufbereitet.

„Wir löschen unwiederbringlich alle persönlichen Daten von den Festplatten, installieren ein neues Betriebssystem und stellen sicher, dass die Computer funktionstüchtig sind“, beschreibt Hanna ihre Arbeit.

„Mich freut es sehr, dass wir endlich die Arbeit voll aufnehmen konnten. Wir haben diese Woche einen Computer an eine Frau in Bovenden übergeben und mit sieben Laptops einen Kasseler Verein unterstützen dürfen“, sagt Thore.

„Wir suchen weiterhin dringend nach Spenden von Computern und Laptops, um die Anfragen von Privatpersonen und gemeinnützigen Vereinen möglichst schnell bearbeiten zu können“, fasst Hanna die Lage zusammen.

Der Verein ist im Internet unter https://computertruhe.de zu erreichen.

„Computertruhe“ stattet Computerlabor am „SBBZ – Förderschwerpunkt Sehen“ in Waldkirch aus

In Kooperation mit dem Verein Computertruhe e. V. nahm der Verein zur Förderung Sehbehinderter e. V. Waldkirch am Wettbewerb Leuchttürme des digitalen Wandels des Staatsanzeigers teil. Mit der Idee, das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Förderschwerpunkt Sehen mit Raspberry Pis (Einplatinencomputer) und ausgiebigem Zubehör auszustatten, konnte im Frühjahr 2019 einer der begehrten ersten Plätze belegt werden.

Julia Fiedler und Heidrun Albert stehen mit Abstand und Mund-Nasen-Schutzmasken im neuen Computertraum. Hinter ihnen befinden sich auf zwei Tischen verteilt vier Computerarbeitsplätze. Auf den eingeschalteten Monitoren lassen sich „Scratch“-Programme erahnen.
Julia Fiedler (links), stellvertetende Vorsitzende der „Computertruhe“ und Lehrerin am SBBZ, übergibt die neuen Geräte an Heidrun Albert (rechts), Geschäftsführerin des Fördervereins und stellvertretende Schulleiterin am SBBZ.

Die Computertruhe setzt für gewöhnlich gebrauchte Hardware wieder instand und gibt sie an bedürftige Menschen und gemeinnützige Einrichtungen weiter. Allerdings unterstützt der Verein ebenso die digitale Bildung in Workshops oder Kooperationsprojekten wie diesem.

Mit dem Preisgeld wurden zehn Raspberry Pis sowie ergänzende Sensor- und Elektronikexperimentiersets erworben. Die Vereinsmitglieder der Computertruhe übernahmen die Installation der Rechner und schenkten dem Förderverein zudem zehn Monitore und weiteres Zubehör. So konnte ein komplett neues Computerlabor eingerichtet werden, das nun von allen Schüler*innen genutzt werden kann.

Neben Office-Anwendungen bieten die kleinen Einplatinenrechner vielerlei Einsatzmöglichkeiten für den Informatik- und Technikunterricht. Die Schüler*innen bekommen Einblicke in verschiedene Programmiersprachen und können damit kleinere und größere Projekte mit Scratch oder Python entwickeln, Musik programmieren und vieles mehr. Im Technik- und Physikunterricht werden die Raspberry Pis ihren Einsatz im Bereich der Elektronik finden.

Das auf GNU/Linux basierende Betriebssystem Raspberry Pi OS beinhaltet außerdem einen Screenreader, sodass beim Anschließen eines Kopfhörers die Bildschirminhalte automatisch vorgelesen werden. In den Standardanwendungen ist das Betriebssystem komplett mit der Tastatur bedienbar und somit barrierefrei nutzbar. Für Schüler*innen mit beeinträchtigter Sehkraft ist dies in der Tat sehr vorteilhaft.

Eine im größeren Rahmen geplante Übergabefeier war wegen der Corona-Pandemie leider nicht durchführbar. Erste Unterrichtseinheiten im neuen Computerpool konnten jedoch im September 2020 bereits stattfinden.

„Computertruhe“ nun auch in Göttingen

Ab sofort verhilft der Verein Computertruhe e. V. Bedürftigen zu einer Teilnahme an der digitalen Gesellschaft. Dazu verschenkt er gebrauchte, aber auf den neuesten Stand gebrachte Laptops in Göttingen.

In ihren Privaträumen reparieren technisch versierte Göttinger Studierende ausrangierte, aber noch funktionierende Laptops und Desktops und verschenken diese.

„Für mich gehörten Computer schon immer dazu. Aber die letzten Onlinesemester haben mir gezeigt, dass das leider nicht bei allen so ist. Wie sollen Schüler und Studierende lernen, wenn sie nicht am Unterricht teilnehmen können? Deshalb habe ich mich mit Hanna und dem Verein vernetzt und möchte helfen“, erklärt Thore (23) seine Motivation.

„Die Arbeit des Vereins ist für mich eine Herzensangelegenheit. Bevor wir jedoch anfangen können Laptops zu verschenken, müssen wir erst mal welche gespendet bekommen“, fasst Hanna zusammen.

Wer einen Computer abzugeben hat oder einen benötigt, kann sich gerne im Internet unter https://computertruhe.de melden.

Chemnitzer Standort des Vereins „Computertruhe e. V.“ ist eröffnet

Computer sind Geräte der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Doch Menschen, die sich keinen Computer leisten können, bleiben diese Möglichkeiten unter Umständen verwehrt. Täglich nehmen wir wahr, welche Probleme es beim digitalen Unterricht gibt, wenn Schüler*innen keinen Zugang zu Computern haben.

Computer haben aufgrund des schnellen technischen Fortschritts eine immer geringere Nutzungsdauer. Firmen tauschen in kurzen Abständen ihre Rechnerinfrastruktur aus und auch Privatpersonen möchten mit dem Kauf eines aktuellen Modells auf dem neuesten technischen Stand bleiben. Übrig bleiben oft noch funktionsfähige Geräte. Wichtige Ressourcen, die entweder ungenutzt im Keller stehen oder verschrottet werden.

Die Computertruhe ist ein gemeinnütziger Verein, der gespendete Rechner und sonstige Hardware wieder instand setzt, zuverlässig alle persönlichen Daten darauf vernichtet und die Geräte im Anschluss kostenlos an bedürftige Menschen sowie an andere gemeinnützige Organisationen weitergibt. Seit Februar 2021 gibt es nun auch in Chemnitz einen Standort des gemeinnützigen Vereins Computertruhe e. V.

Ziele des Vereins:

  • Digitale Teilhabe für Menschen ermöglichen, die sich sonst keinen Rechner leisten könnten
  • Förderung der Bildung durch Wissens- und Erfahrungsaustausch im Umgang mit Betriebssystemen und Anwendungsprogrammen
  • Schutz der Umwelt durch die Weiterverwendung funktionsfähiger Geräte und sachgerechte Entsorgung defekter Komponenten

Unterstützen Sie uns mit Sachspenden:

  • Laptops/Notebooks (64-Bit-Prozessor, nicht älter als zehn Jahre)
  • Desktops/All-in-One-Computer (64-Bit-Prozessor, nicht älter als zehn Jahre)
  • Monitore (Auflösung in der Breite mindestens 1280 Pixel, keine Röhrenmonitore)
  • Funktionstüchtige Tastaturen und optische Mäuse (USB- oder Bluetooth-Schnittstelle)
  • Tablets (nicht älter als drei Jahre)

Wer kann einen Rechner erhalten?

Unser Angebot richtet sich an bedürftige Personen gemäß § 52 und § 53 der Abgabenordnung. Die Berechtigung kann beispielsweise mit einem Chemnitzpass nachgewiesen werden. Neben Privatpersonen können wir auch Organisationen, welche selbst gemeinnützige Zwecke verfolgen, mit Geräten unterstützen.

Kontakt für Interessierte, Spender*innen und Menschen, die einen Rechner erhalten möchten: https://computertruhe.de/kontakt/

„Computertruhe“ vergibt 1000. Rechner und Berliner Standort feiert 1. Geburtstag

Vor ziemlich genau 5½ Jahren wurde das Projekt Computertruhe auf die Beine gestellt, um Menschen mit instandgesetzten gespendeten Gebrauchtcomputern eine Teilhabe am digitalen Leben zu ermöglichen. Inmitten der Corona-Pandemie hat der gemeinnützige Verein nun den 1000. Rechner verschenkt – und das viel schneller als erwartet. Denn allein im letzten halben Jahr wurden aufgrund fehlender Geräte fürs Homeschooling bereits über 250 Desktops, Laptops und Tablets herausgegeben. Dies entspricht für gewöhnlich der Menge eines gesamten Jahres.

Da die Nachfrage nach Computern fürs Homeschooling nicht abbrechen und durch das aktuelle Infektionsgeschehen sogar wieder ansteigen wird, sucht der Verein weiterhin dringend Geräte. Insbesondere Laptops – nicht älter als zehn Jahre – sind gefragt, da diese wegen ihrer Größe auch an Empfänger*innen verschickt werden können, die nicht in der unmittelbaren Nähe eines der drei Standorte im Raum Breisgau, Lemgo oder Berlin wohnen.

Kuchen mit einer Kerze.

Apropos Berlin: Genau heute vor einem Jahr, am 18. Oktober 2019, fand die erste Zusammenkunft einiger Vereinsmitglieder und mehrerer Interessent*innen in der legendären c-base statt. Seitdem werden auch in der Hauptstadt gebrauchte Computer wieder in einen betriebsfähigen Zustand versetzt und an bedürftige Familien, Geflüchtete oder gemeinnützige Einrichtungen übergeben.

An einer Wand stapeln sich mehr als 30 Desktop-PCs unterschiedlicher Hersteller. Darüber hängen vier Auszeichnungen, die der Verein erhalten hat.
Jede Menge Desktops warten im Lager in Kollnau auf ihren zweiten Lebensabschnitt.

1000 Rechner bedeuten über 1000-mal mehr Chancen auf Teilhabe, aber auch die Bewahrung von 1000 funktionstüchtigen Geräten vor der Verschrottung. Die Computertruhe wird selbstverständlich auch die nächsten 1000 gebrauchten Computer einem zweiten, nützlichen Zweck zuführen, und würde sich hierfür neben Sachspenden v. a. auch über neue aktive Mitglieder freuen. Sei es an einem der bereits etablierten Standorte oder an einem neuen.

Homeschooling-Aktion: „Computertruhe“ verschenkt über 70 Computer an bedürftige Schüler*innen

Langweilig ist es den aktiven Mitgliedern der Computertruhe seit dem Start ihrer Homeschooling-Spendenaktion Ende März definitiv nicht geworden. Seit die Schulen coronabedingt geschlossen wurden, erreichen den Verein zahlreiche Anfragen von Schüler*innen, deren Eltern und Schulfördervereinen aus ganz Deutschland. Denn nicht jede Familie besitzt einen Computer, der für das digitale Lernen zuhause geeignet ist oder kann sich gerade in der jetzigen Situation ein solches Gerät leisten.

Rund 350 Nachrichten gingen in den vergangenen zwei Monaten über die Website der Computertruhe ein: Von potentiellen Hardwarespender*innen und -empfänger*innen aber auch von anderen Gruppierungen und Privatpersonen, die ebenfalls Rechner für bedürftige Schüler*innen suchten oder einrichten wollten. Via Videokonferenzen und Telefonaten konnten hier wertvolle Tipps und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Insgesamt wurden im Rahmen der Homeschooling-Aktion bislang über 70 Computer instandgesetzt und anschließend verschenkt. Anfragen nach ca. 50 Rechnern sind aktuell noch offen und werden nach und nach abgearbeitet – Laptopspenden sind also nach wie vor gefragt. Hilfreich für die Aktion waren und sind zudem Geldspenden, mit denen die Versandkosten für die Geräte gedeckt werden können.

Auf einem Schreibtisch befindet sich ein laufendes Lenovo Ideapad S205, welches einen Speichertest durchführt. Die Tastatur wurde herausgelöst und neben dem Gerät liegt ein Speicherriegel, Werkzeug und die Bodenplatte des Laptops.
Damit dieses Lenovo Ideapad S205 zukünftig flüssiger läuft, wurde der Arbeitsspeicher aufgerüstet.

Die Computertruhe wird noch bis Ende Juni bevorzugt Rechner für die Homeschooling-Aktion annehmen, instandsetzen und weitergeben. Natürlich können auch danach jederzeit Computeranfragen für Schüler*innen gestellt werden. Diese reihen sich dann jedoch wieder in die normale Warteliste ein.

Auch nach den Sommerferien wird das digitale Lernen zuhause trotz schrittweiser Schulöffnungen weiterhin erforderlich sein und die technischen Voraussetzungen können nicht allein durch ehrenamtliche Initiativen geschaffen werden. Staatliche Förderprogramme sehen nun u. a. vor, dass die Schulträger Endgeräte beschaffen und diese dann an Schüler*innen verleihen, die aufgrund ihrer häuslichen Situation nicht über geeignete Computer verfügen. Gemäß des Kultusministeriums Baden-Württemberg könnten so ungefähr 300.000 digitale Endgeräte für die öffentlichen und privaten Schulen bereitgestellt und dadurch landesweit etwa 20 Prozent aller Schüler*innen unterstützt werden.

Für Familien, die wenig Geld zur Verfügung haben und keine staatliche Unterstützung erhalten, hat die Computertruhe mit Hilfe einiger ihrer Mastodon– und Twitter-Follower*innen auf ihrer Website eine kleine Liste mit Computerläden veröffentlicht, welche u. a. gebrauchte Rechner inklusive Gewährleistung zu günstigen Preisen anbieten.


Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Computertruhe e. V. setzen ehrenamtlich in ihrer Freizeit gespendete Rechner und sonstige Hardware wieder instand und geben sie kostenlos an bedürftige Menschen und andere gemeinnützige Organisationen weiter. In den vergangenen fünf Jahren konnten so ausgehend von den Standorten Breisgau, Lemgo und Berlin bereits über 900 Geräte an glückliche, neue Besitzer*innen übergeben werden.

„Computertruhe“ hilft, damit Homeschooling ein Lernerfolg werden kann

Aufgrund der Corona-Pandemie werden seit mehreren Wochen alle Schüler*innen in Deutschland zu Hause unterrichtet. Wann ein regulärer Schulbetrieb wieder möglich sein wird, ist bisher nicht absehbar. Plötzlich muss nun das sogenannte Homeschooling über das Internet funktionieren – dabei wurden Digitalisierung und Medienkompetenz im Bildungssystem jahrelang vernachlässigt. Zahlreiche Lernplattformen, Messenger- und Videokonferenz-Software lassen das digitale Lernen und Unterrichten auf den ersten Blick einfach erscheinen. Doch nicht alle Schüler*innen haben die technischen Voraussetzungen, diese digitalen Werkzeuge nutzen zu können.

In den letzten drei Wochen trafen beim Verein Computertruhe e. V. mehr als 50 Anfragen nach Laptops für Schulkinder aus ganz Deutschland ein. Das zeigt deutlich, dass nicht jede Familie einen Computer besitzt oder sich gerade in der jetzigen Situation ein Gerät leisten kann, an dem die Schüler*innen ihre Schulaufgaben bearbeiten können. Die Arbeitsaufträge werden häufig über Cloud-Dienste oder per E-Mail verteilt, erledigte Aufgaben sollen entsprechend zurückgesendet oder auf Lernplattformen hochgeladen werden. Manche Schüler*innen können zwar per Smartphone oder Tablet an Videokonferenzen teilnehmen, aber die wenigsten Schulaufgaben können auch damit erledigt werden. Julia Fiedler, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, fordert: „Der Zugang zu und die erfolgreiche Teilhabe an Bildung dürfen nicht von den finanziellen Möglichkeiten der Familien abhängen.“

Die Computertruhe, die nun schon seit fünf Jahren gespendete Computer aufbereitet und an bedürftige Menschen weitergibt, hat daher Ende März eine Spendenaktion ins Leben gerufen, bei der innerhalb von nur zwei Tagen 1.000 € zur Finanzierung von zehn Raspberry Pi-Computer-Sets gesammelt werden konnten. Darüber hinaus sucht der Verein deutschlandweit nach gebrauchten Laptops, um den Schüler*innen dabei zu helfen, ihren Lernalltag leichter gestalten und den (digitalen) Anschluss halten zu können. Spendenannahmen und -abgaben erfolgen aufgrund der Corona-Pandemie ausschließlich per Versand. Um die Versandkosten zu decken, wurde eine weitere Spendenkampagne auf betterplace.org veröffentlicht, bei der bereits 40 % des Spendenziels erreicht wurden.

Die Nachfrage nach Laptops ist sehr viel höher als das Angebot an gespendeten Geräten. Allerdings können die Schüler*innen gerade in der aktuellen Zeit nicht mehrere Monate auf einen Rechner warten. Unternehmen oder Privatpersonen, die noch gebrauchsfähige, ungenutzte Laptops besitzen und diese gerne spenden möchten, können sich über das Kontaktformular auf der Website des Vereins an diesen wenden.

Mitglieder des Vereins „Computertruhe e. V.“ blicken auf ein turbulentes Jahr zurück

Am vergangenen Samstagnachmittag fand unter der Leitung der stellvertretenden Vorsitzenden Julia Fiedler die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins Computertruhe e. V. im neuen Bürgertreff in Kollnau statt.

Ein wichtiger Punkt der Versammlung waren die Tätigkeitsberichte aus dem Jahr 2018 sowie des laufenden Jahres 2019, die der Vorsitzende Marco Rosenthal den Anwesenden präsentierte. So wurden insgesamt über 300 Computer – vorwiegend im Landkreis Emmendingen – an bedürftige Menschen und gemeinnützige Organisationen weitergegeben.

Der Verein hatte sich zudem im vergangenen Jahr um zahlreiche Förderprojekte beworben, um die laufenden Kosten, bspw. für Lagermiete oder den Betrieb der technischen Infrastruktur, zu decken. Und zur großen Freude des Vorstands konnte die Computertruhe einige Fördergelder für sich gewinnen. Darunter war der mit 20.000 € dotierte Preis der Google.org Impact Challenge die größte Überraschung. Das Geld hilft dem Verein, unter anderem die Mietkosten für die Lagerräume in Kollnau und in Lemgo für die kommenden Jahre zu decken. Ferner nutzte der Vorstand es dafür, um den Verein beim letzten Chaos Communication Congress in Leipzig und bei der diesjährigen Gulaschprogrammiernacht (GPN) in Karlsruhe zu präsentieren, um dort neue Mitglieder zu gewinnen und eventuell neue Standorte für weitere Computertruhen in Deutschland zu finden. Neue Standorte kamen leider bisher noch keine hinzu, allerdings wuchs die Mitgliederbasis um Menschen aus ganz Deutschland an. Nichtsdestotrotz ist der Verein mit 29 Mitgliedern noch recht klein und sucht weiterhin neue Mitglieder aus dem Breisgau, Lemgo oder dem gesamten Land, die ihm bei seiner Arbeit unter die Arme greifen möchten.

Weitere Preise konnte die Computertruhe darüber hinaus beim FAIR ways Förderpreis des SC Freiburg und bei der Aktion „Herz zeigen!“ der Drogeriemarktkette dm für sich gewinnen. Zusammen mit der Stadt Waldkirch und dem Verein zur Förderung Sehbehinderter e. V. bewarb sie sich außerdem beim vom Staatsanzeigers ausgeschriebenen Wettbewerb Leuchttürme des digitalen Wandels und belegte Ende Mai einen der ersten Plätze. Mit einem Teil der Fördermittel werden Einplatinen-Computer (Raspberry Pi) und geeignetes Zubehör angeschafft. Diese sollen dann ab dem Schuljahr 2019/2020 im Informatik- und Technikunterricht im Staatlichen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit Internat Förderschwerpunkt Sehen zum Einsatz kommen.

Wie die Jahre zuvor hatte der Verein auch 2019 zu einer Bildungsveranstaltung eingeladen. Anknüpfend an die erfolgreiche Programmierveranstaltung für Kinder im Frühjahr zuvor, gab es während des Besuchs der bereits erwähnten GPN eine Neuauflage dieses Scratch-Programmierworkshops, der ebenfalls von den teilnehmenden Kids sehr gut angenommen wurde.

Nach dem Verlesen der Tätigkeitsberichte stellte der Schatzmeister der Computertruhe, Clemens Fiedler, den Kassenbericht für das Jahr 2018 sowie für das laufende Geschäftsjahr 2019 vor. Die Kassenprüfer*innen stellten ihrerseits ihren Bericht für 2018 vor und bescheinigten Clemens Fiedler eine hervorragende Kassenführung. Der Vorstand konnte somit für das Jahr 2018 inhaltlich und finanziell entlastet werden. Eine Prüfung der Kasse für das laufende Jahr 2019 fand hingegen nicht statt, da es dieses Mal keine Vorstandswahlen gab. Deshalb wurde der Vorstand lediglich inhaltlich für das bisherige Geschäftsjahr entlastet.

Der Vorstand bedankte sich am Ende bei den Mitgliedern für das von Ihnen entgegengebrachte Vertrauen und die Teilnahme an der Versammlung und freut sich auf ein neues, aufregendes Jahr.

Erster Platz für die „Computertruhe“ beim Wettbewerb „Leuchttürme des digitalen Wandels“

Vergangenen Donnerstag war der Verein Computertruhe e. V., vertreten durch seine stellvertretende Vorsitzende Julia Fiedler und die Beisitzerin Annette Linder, zur Preisverleihung des Staatsanzeiger-Wettbewerbs Leuchttürme des digitalen Wandels in die Villa Reitzenstein nach Stuttgart eingeladen.

Als eines von insgesamt 21 Projekten nahm die Computertruhe gemeinsam mit der Stadt Waldkirch an dem landesweiten Wettbewerb zum Thema Digitalisierung teil und wurde in Form der Reportage „Damit der digitale Wandel nicht vom Geldbeutel abhängt“ im Staatsanzeiger vorgestellt. Nachdem alle Projekte zwischen September 2018 und Januar 2019 dort porträtiert wurden, bestimmten eine Online-Abstimmung und eine Jury die 15 Sieger. Dabei landete die Computertruhe mit vier weiteren großartigen Projekten auf einem der mit 2500 € dotierten fünf ersten Plätze. „Wir freuen uns riesig darüber, unter den Preisträgern zu sein und danken herzlich allen, die für uns gestimmt haben. Jetzt können wir es kaum erwarten, unser Bildungsprojekt anzugehen, welches durch diese Auszeichnung erst ermöglicht wird“, sagt Julia Fiedler.

Mit einem Großteil des gewonnenen Preisgeldes wird die Computertruhe in Kooperation mit dem Verein zur Förderung Sehbehinderter e. V. Waldkirch und nach Beratung mit den zuständigen Lehrkräften der Fächer Informatik und Technik mehrere Raspberry Pi-Einplatinencomputer inkl. Zubehör für den Unterricht im Staatlichen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit Internat Förderschwerpunkt Sehen anschaffen. Zusätzlich wird es eine Schulung für die Lehrkräfte geben, wie diese die kleinen Rechner in der Schule sinnvoll fächerübergreifend einsetzen können.

Die Gewinner aus Waldkirch präsentieren im Park der Villa Reitzenstein ihre übergroßen Schecks und die beiden kleinen Leuchttürme, die sie als Trophäen erhalten haben.
Neben der „Computertruhe“ war mit dem Projekt „Digitale Stadtrundgänge des Stadtarchivs Waldkirch“ ein weiteres Waldkircher Projekt unter den Gewinnern. V. l. n. r.: Dirk Metzeler und Valerie Kronenthaler vom „Projekt Digitale Stadtrundgänge“ , Gregor Swierczyna, Leiter der Abteilung 2.1 Kultur der Stadt Waldkirch, Annette Linder und Julia Fiedler von der „Computertruhe“ , Roman Götzmann, Oberbürgermeister der Stadt Waldkirch (Foto mit freundlicher Genehmigung der Stadt Waldkirch).