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Das Chemnitzer Team freut sich schon auf die „Chemnitzer Linux-Tage 2026“

Verschmelzung unseres „Computertruhe“-Logos mit dem Logo der „Chemnitzer Linux-Tage“.

Die Computertruhe wird erneut mit einem Stand an den Chemnitzer Linux-Tagen vertreten sein. Die Veranstaltung mit dem Motto „Souveräne Digitalität“ findet dieses Jahr am 28. und 29. März in Chemnitz auf dem Gelände der Technischen Universität, Reichenhainer Straße 90, statt.

Den Besucher*innen wird ein vielseitiges Programm aus 107 Vorträgen, 14 Workshops, einem speziellen Juniorangebot sowie zahlreichen Möglichkeiten zum Austausch mit Ausstellenden geboten. Zudem nutzt der Chaos Computer Club Chemnitz die Gelegenheit, um den monatlichen Digital Independence Day in der Region zu etablieren und lädt interessierte Gäste zu einem Treffen ein.

Ein Besuch der Veranstaltung lohnt sich also definitiv. Und wenn ihr schon mal dort seid, kommt sehr gerne beim Team der Chemnitzer Computertruhe vorbei. Vielleicht lädt es euch ja zu einer Flasche Truhe-Mate ein. 😉

Digitale Teilhabe durch Kreislaufwirtschaft für IT-Geräte: „Computertruhe“ Chemnitz wird fünf Jahre alt

Die Computertruhe in Chemnitz feiert ihr fünfjähriges Bestehen. Seit Februar 2021 haben die ehrenamtlich Engagierten mehr als 2.000 gespendete IT-Geräte aufbereitet und kostenlos an nachweislich bedürftige Menschen und gemeinnützige Organisationen in Chemnitz und der Region weitergegeben – und verbinden damit digitale Teilhabe mit konkretem Umwelt- und Ressourcenschutz.

Seit Mitte 2022 arbeitet der Verein in den Räumen des Reparatur-Cafés an der Ecke Paul-Arnold-Straße/Sonnenstraße in Chemnitz. Rund zehn Ehrenamtliche bereiten dort gespendete Computer und mobile Endgeräte fachgerecht auf und statten diese mit ressourcenschonenden Linux-Betriebssystemen und Alltagssoftware aus. Anfragen erreichen die Computertruhe aus dem gesamten Stadtgebiet und der Region. Menschen kommen u. a. aus Frankenberg oder Mittweida nach Chemnitz, um einen dringend benötigten Computer zu erhalten – etwa für Bewerbungen, das Deutschlernen, den Kontakt mit Behörden oder schlichtweg, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Auch Vereine und Initiativen werden regelmäßig unterstützt.

Die Bilanz nach fünf Jahren unterstreicht den Bedarf: Zwischen Februar 2021 und März 2026 wurden am Standort Chemnitz über 2.050 Geräte weitergegeben, darunter über 1.000 Laptops, 550 Desktop-Computer und 350 Bildschirme sowie Drucker, Tablets und Smartphones. Allein im Jahr 2025 waren es über 650 Geräte.

Neben dem sozialen Mehrwert hat die Arbeit auch eine messbare ökologische Wirkung. Karola Köpferl, Gründungsmitglied, erklärt: „Der größte Klimaschutzeffekt liegt in der längeren Nutzung vorhandener Geräte, denn die größte Menge an CO₂-Emissionen von Computern entsteht bereits bei Herstellung und Lieferkette.“ Ein weitergenutzter Laptop spart rund 100 bis 200 Kilogramm CO₂e, Desktop-Systeme häufig mehrere hundert Kilogramm. Insgesamt konnten so seit 2021 rund 200 Tonnen CO₂e vermieden werden.

Aktuell sammelt die Initiative Stimmen beim Zukunftswettbewerb der Sparkasse Chemnitz. Die Abstimmung endet am 2. April 2026 um 12:00 Uhr. Es geht um bis zu 2.000 Euro Fördergeld, die dringend u. a. für den Kauf von Spezialwerkzeugen, Ersatzteilen wie SSDs, Arbeitsspeicher und Akkus und die barrierearme Ausgestaltung der Vereinsräumlichkeiten benötigt werden. Und so funktioniert die Abstimmung: Link öffnen, deutsche Mobilfunknummer eingeben und den SMS-Code bestätigen. Pro Mobilfunknummer ist eine Stimme möglich. Die Nummer wird ausschließlich für den Wettbewerb verwendet, verschlüsselt abgelegt und nach der Aktion gelöscht.

Neben gespendeten Laptops, SSDs und Arbeitsspeicher freut sich der Verein ebenso über finanzielle Unterstützung und selbstverständlich auch über Interessierte, die die Arbeit der Computertruhe kennenlernen und aktiv unterstützen möchten.

„Computertruhe e. V.“ gewinnt „eku – ZUKUNFTSPREIS 2024“ in der Kategorie Zivilgesellschaft

Badge mit folgendem Textinhalt: „eku Preisträger 2024 – Zukunftspreis für Energie, Klima, Umwelt in Sachsen für alle“ (Grafik mit freundlicher Genehmigung des „Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft“).

Der Verein Computertruhe e. V. wurde für sein Projekt Computertruhe – Chemnitz-Zwickau mit dem eku – ZUKUNFTSPREIS 2024 in der Kategorie Zivilgesellschaft ausgezeichnet und erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 €.

Computer – ob Desktops, Laptops oder Smartphones – sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen uns Kommunikation, Bildung, Unterhaltung sowie soziales und politisches Engagement. Menschen mit geringem Einkommen oder in finanziellen Notlagen bleibt der Zugang zu diesen Möglichkeiten oft verwehrt, weil sie sich keinen Computer leisten können. Gleichzeitig führt der rasante technische Fortschritt dazu, dass Computer immer kürzer genutzt werden. Unternehmen erneuern ihre IT-Infrastruktur immer schneller und auch Privatpersonen streben nach den neuesten technischen Standards. Die Folge: Noch funktionsfähige Geräte stehen oft ungenutzt im Keller oder werden entsorgt.

Die Mitglieder des Vereins Computertruhe e. V. reparieren in ihrer Freizeit ausrangierte und gespendete Computer. Sie löschen zuverlässig alle persönlichen Daten und geben die Geräte kostenlos an nachweislich Bedürftige und gemeinnützige Organisationen ab. Zwölf Ehrenamtliche sind in der Region aktiv, seit 2021 in Chemnitz, seit 2023 ergänzt durch einen kleinen Standort in Zwickau. Der Bedarf an Technik für Sprachkurse, zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und für den Start in eine Ausbildung ist hoch, insbesondere bei geflüchteten Menschen aus der Ukraine, Syrien, Afghanistan und anderen Krisengebieten. Seit der Gründung des Standortes Chemnitz konnten die Mitglieder über 1.300 Desktops, Laptops, Monitore, Smartphones, Tablets und Drucker zur Verfügung stellen.

Karola Köpferl, Mitbegründerin des Standortes Chemnitz: „Der Zugang zu Computertechnik ist heute für viele Menschen wichtiger denn je. Ich hätte unter den heutigen Bedingungen kein Abitur machen können. Ein Computer für alle Kinder in einem Alleinerziehendenhaushalt wäre undenkbar gewesen, heute ist er Voraussetzung.“

Robert Köpferl erklärt: „Wir investieren etwa 20 € in einen alten Computer, v. a. in eine neue SSD-Festplatte. Oft kommt auch noch ein Laptopnetzteil dazu. Als Betriebssystem installieren wir Linux. Damit kann man selbst auf älteren Rechnern, die zum Beispiel kein Windows 11 mehr unterstützen, das Internet nutzen, Audio- und Videodateien abspielen und diverse Bürotätigkeiten erledigen.“

Der Verein ist auf Hardware- und Geldspenden angewiesen. Holger Czirpka, ehrenamtliches Mitglied in Chemnitz: „Wir haben weit mehr Anfragen als Computer. Jede Woche bekommen wir 40 bis 50 Anfragen für Laptops. Allein in diesem Jahr haben wir in Chemnitz und Zwickau schon über 400 Geräte ausgegeben. Oft warten die Berechtigten viele Monate auf einen Laptop.“

Tim Alder erläutert, was gesucht wird: „Desktop-Computer werden weniger nachgefragt, können aber auch abgegeben werden. Wir nehmen auch Webcams, Flachbildschirme, Tablets, Smartphones und kleinere Geräte wie SSD-Festplatten, Arbeitsspeicher oder WLAN-Adapter an. Die Laptops sollten nicht älter als zwölf Jahre alt sein und am besten über unser Ticketsystem angeboten werden.”

Denn der Verein selbst ist komplett digital und papierlos organisiert, was eine effiziente und ortsunabhängige Zusammenarbeit ermöglicht. Anfragen und Spendenangebote werden über ein Ticketsystem abgewickelt. Software, alle Dokumente und Anleitungen sind in selbstverwalteten Open-Source-Lösungen organisiert. Das Angebot verbindet Nachhaltigkeit mit digitaler Teilhabe und schlägt eine Brücke zwischen dem Überschuss an Computern in Unternehmen und Privathaushalten und den Bedürfnissen von Menschen, die sich sonst keinen Computer leisten könnten.

Das Preisgeld wird satzungsgemäß verwendet, um z. B. Ersatzteile, wie SSDs und Netzteile, oder Reinigungsmittel zu kaufen oder um die Miete für Lagerräume zu bezahlen.