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„Computertruhe“ gewinnt beim „FAIR ways Förderpreis 2018“ des „SC Freiburg“

Unter dem Motto „SC Freiburg – mehr als Fußball“ wurde am vergangenen Samstag der FAIR ways Förderpreis 2018 im Rahmen der Saisoneröffnung des SC Freiburg im Schwarzwald-Stadion verliehen. Mit insgesamt 60.000 € wurden 37 gemeinnützige Institutionen und Projekte aus der Region bedacht, um deren gesellschaftliches Engagement in den Bereichen Bildung, Bewegung, Umwelt und Solidarität auch weiterhin zu stärken und zu ermöglichen.

Der gemeinnützige Waldkircher Verein Computertruhe durfte sich in der Kategorie „Solidarität“ über ein Preisgeld von 500 € freuen. Die Mitglieder der Computertruhe setzen in ihrer Freizeit gespendete Hardware wieder instand und geben diese kostenlos an bedürftige Menschen und andere gemeinnützige Einrichtungen weiter.

„Neben der tollen finanziellen Unterstützung ist für uns auch die Vernetzung mit den Aktiven der anderen Projekte und die öffentliche Wirkung des FAIR ways Förderpreises ein großer Gewinn,“ resümierten Marco Rosenthal und Annette Linder aus dem Vorstandsteam des Vereins, welche den Preis strahlend entgegen nahmen. „Denn nur, wenn Menschen, die ihre gebrauchten Rechner für einen guten Zweck spenden möchten und gleichzeitig diejenigen, die dringend einen Computer benötigen, uns kennen und kontaktieren, können wir mit alter Hardware neue Perspektiven schaffen. Die gewonnen 500 € helfen uns dabei, unsere laufenden Vereinskosten zu decken und in die Öffentlichkeitsarbeit zu  investieren.“

Marco Rosenthal und Annette Linder aus dem Vorstandsteam der „Computertruhe“ nahmen den Preis stellvertretend für den Verein entgegen.

Dass auch „kleine“ Vereine Großes leisten können, zeigte sich beim anschließenden 3:1 Sieg im Jubiläumsspiel der Traditionself des SC Freiburg gegen die des FC Bayern München, zu welchem die FAIR ways-Preisträger*innen eingeladen waren.

„Computertruhe e. V.“ gewinnt 20.000 Euro bei der „Google.org Impact Challenge 2018“

Kleine Taten können großes Bewirken. Unter diesem Motto wurden am vergangenen Donnerstagabend in Berlin die Sieger der diesjährigen Google.org Impact Challenge 2018, die innovative Ideen in Vereinen und gemeinnützigen Organisationen sucht und fördert, gekürt.

In den letzten sechs Monaten reichten über 2.500 gemeinnützige Organisationen aus dem gesamten Bundesgebiet ihre Projektideen ein, wovon zehn Leuchtturm-Projekte und 100 Lokale Projekte von einer Jury ins Finale gewählt wurden. Diese Finalisten hatten die Chance, Fördergelder in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro zu erhalten.

Der Waldkircher Verein Computertruhe e. V. befand sich in der Kategorie Lokale Projekte ebenfalls unter den Finalisten und warb in den vergangenen drei Wochen intensiv um Stimmen beim Online-Voting, um eine Förderung von 20.000 Euro zu gewinnen. Da es keine Zwischenstandsmeldungen darüber gab, wie viele Stimmen nun schon für welches Projekt abgegeben worden waren, blieb die spannende Frage, ob die Computertruhe zu den 50 Organisationen mit den meisten Stimmen und somit zu den Preisträgern gehören würde, bis zur Preisverleihung offen. „Als dann bekannt gegeben wurde, dass wir zu den Gewinnern gehören, konnten wir es im ersten Moment gar nicht fassen“, so Annette Linder, die zusammen mit ihrem Vorstandskollegen Marco Rosenthal zur Preisverleihung nach Berlin gereist war. „Neben der herausragenden finanziellen Unterstützung haben wir durch die Teilnahme an diesem Wettbewerb auch an Bekanntheit gewonnen, Sachspenden und ehrenamtliche Hilfsangebote erhalten und konnten uns mit den Aktiven anderer Projekte vernetzen“, freut sich Marco Rosenthal.

Annette Linder und Marco Rosenthal freuen sich über den Gewinn von 20.000 Euro für die „Computertruhe“.

Mit dem Preisgeld möchte der Verein unter anderem Menschen, die von der Idee des Projekts begeistert sind, dabei unterstützen, auch in anderen Orten Deutschlands eine Computertruhe zu eröffnen.


Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Computertruhe e. V. setzen in ihrer Freizeit gespendete Rechner und sonstige Hardware wieder instand und geben sie kostenlos an bedürftige Menschen weiter. In den vergangenen drei Jahren konnten sie so ausgehend von den Standorten in Waldkirch und Lemgo bereits über 500 Geräte an glückliche, neue Besitzer*innen übergeben.

„Computertruhe“ meets Berlin: Besuch der „Google.org Impact Challenge 2018“-Preisverleihung

In den letzten drei Wochen war für uns die öffentliche Abstimmung zur Google.org Impact Challenge 2018 allgegenwärtig. Um in der Online-Abstimmung möglichst viele Stimmen für die Computertruhe zu gewinnen, haben wir hunderte von Flyern und Aushängen in der Region verteilt und unsere privaten, ehrenamtlichen und beruflichen Netzwerke aktiviert. Da es keine Zwischenstandsmeldungen darüber gab, wie viele Stimmen nun schon für welche der 100 Finalisten der Lokalen Projekte abgegeben worden waren, blieb die spannende Frage, ob wir zu den 50 Organisationen mit den meisten Stimmen und somit zu den Preisträgern gehören würden, bis zur Preisverleihung offen. Und ehrlich gesagt konnten wir es bei der Bekanntgabe zunächst gar nicht fassen, dass wir wirklich die 20.000 € für unsere Computertruhe gewonnen hatten!

Die Google.org Impact Challenge hat uns jedoch nicht nur eine herausragende finanzielle Unterstützung gebracht, sondern auch unseren Bekanntheitsgrad durch das Werben um Unterstützung bei der Online-Wahl gesteigert. Neben Sachspenden und Kooperationen mit anderen Organisationen wurde uns auch ehrenamtliche Hilfe angeboten, worüber wir uns sehr freuen.

In Berlin konnten wir uns zudem mit den Repräsentant*inn*en einiger Projekte austauschen, welche wir euch hier kurz vorstellen möchten.


Während der Abstimmungsphase durften wir bereits die drei Mitglieder des Projekts Digitale Kompetenzen aufLADEN des Vereins Kommunikation & Medien e. V. kennenlernen. Das Projekt stellt mit dem aufLADEN einen Treffpunkt und Lernort in Freiburg zur Verfügung, an dem man Kompetenzen zu digitalen Themen im Rahmen einer generationenübergreifenden Lernplattform erwerben kann. Kurzworkshops, Videotutorials und andere Formate dienen vor allem älteren und benachteiligten Menschen dazu, digitale Grundkenntnisse zu erlangen.

Ein regelmäßiges Angebot des aufLADENs ist die kostenlose Veranstaltungsreihe Frag Moritz. Hier haben erwachsene Menschen, die keinen Zugang zu kostenlosen Bildungsangeboten haben, eine Möglichkeit, wieder den Anschluss an die digitale Welt zu finden.

Unglücklicherweise bekam das Projekt nicht genügend Stimmen, um den Förderpreis zu erhalten, mit dem weitere kostenlose digitale Bildungsangebote in Freiburg hätten realisiert werden sollen. Wer daher unterstützen möchte, kann eine Geldspende auf das folgende Konto überweisen:

Kontoinhaber: Kommunikation & Medien e. V.
IBAN: DE54640618540600368009
BIC: GENODES1STW
Verwendungszweck: Spende

Wir selbst planen ein baldiges Treffen mit den Mitgliedern des Projekts Digitale Kompetenzen aufLADEN, um über eine Möglichkeit der Zusammenarbeit oder eine Partnerschaft zu reden.


Mit dem Verein Projekt Seehilfe e. V. hatten wir zufällig bereits letztes Jahr während des 34. Chaos Communication Congress per Twitter Kontakt. Damals wurde dringend Computer-Hardware benötigt, um den geflüchteten Menschen in Sizilien mit einem digitalen Klassenzimmer zu helfen. Doch vor allem Lebensmittel und Medikamente fehlen den Menschen im Süden Siziliens, wo weiterhin fatale Lebensbedingungen herrschen, seit 2013 die Auffanglager auf Lampedusa geschlossen wurden.

Dank der gewonnenen Fördermittel von Google.org hat der Verein nun ein finanzielles Polster erhalten. Allerdings sinkt die Spendenbereitschaft für Flüchtlingsprojekte seit geraumer Zeit stetig und wer zusätzliche Unterstützung leisten kann, findet auf der Spendenseite weiterführende Informationen dazu.


Das Projekt Toranam des Vereins Technik ohne Grenzen e. V. unterstützt mit dem Aufbau eines Wirtschafts- und Bildungszentrums in Südindien Kleinbauern, deren Lebensgrundlage durch klimatische und sozio-ökonomische Veränderungen bedroht ist.

Die zwei Vertreterinnen des Projekts waren übrigens über den Gewinn genauso überrascht wie wir. 😁


Eines des großartigen Leuchtturm-Projekte war Integreat der Tür an Tür – Digital Factory gGmbH. Integreat stellt eine digitale Plattform zur Verfügung, die auf kommunaler Ebene alle relevanten Informationen mehrsprachig an neuzugewanderte Menschen weitergibt. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Service-Ökosystem für Städte, Landkreise und Initiativen, wobei die Integration von Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund im Vordergrund steht. Erfreulicherweise setzt das Projekt hierbei konsequent auf Open Source und Creative Commons, was uns natürlich besonders gefällt.

Wir hatten ein intensives und informatives Gespräch mit einem der Projektmitglieder, da wir mit dem Gedanken spielen Integreat auch in unserer Region bekannt zu machen.


Während wir gerade dabei waren, die Veranstaltung zu verlassen (und Annette unsere Tafel aus der Galerie aller Finalisten mopste 😳), trafen wir auf die Vertreterinnen des Vereins Digital Helpers e. V. Dessen Ziel ist es, der digitalen Spaltung entgegenzuwirken, indem er Menschen, denen aufgrund wirtschaftlicher Begebenheiten keine Computer zur Verfügung stehen, einen Zugang zu digitalen Technologien ermöglicht. Analog zur Computertruhe werden auch hier Computerspenden eingesammelt, aufbereitet und an Organisationen und bedürftige Personen weitervermittelt. Über 1.200 Geräte konnte der Verein seit seiner Gründung im Jahr 2012 schon weitergeben.

Aus Zeitgründen konnten wir uns leider nicht mehr tiefergehend unterhalten, aber vermutlich werden wir uns bald mit dem Verein in Verbindung setzen.


Insgesamt war es eine großartige Veranstaltung mit rund 400 Gästen im Vollgutlager in Berlin und eine absolute Ehre von ursprünglich über 2.500 Bewerbern zu den insgesamt 62 Preisträgern zu gehören. Denn neben den 50 Preisträgern aus der Kategorie Lokale Projekte wurden inklusive der Sonderpreise auch noch zwölf Leuchtturm-Projekte ausgezeichnet. Alles in allem wurden so fünf Millionen Euro Fördergelder an gemeinnützige Projekte in Deutschland vergeben, deren Verteilung durch rund 400.000 Online-Votings bestimmt wurde.

Daher abschließend nochmals herzlichen Dank an Google.org für die Auslobung der Impact Challenge 2018, an die Jury für die Wahl der Computertruhe unter die 100 Finalisten und an alle, die uns in der Online-Abstimmung mit ihrer Stimme unterstützt haben! ❤

„Computertruhe e. V.“ in der finalen, öffentlichen Abstimmungsrunde der „Google.org Impact Challenge 2018“

Beim Förderwettbewerb Google.org Impact Challenge Deutschland 2018 wurde der kleine Waldkircher Verein Computertruhe e. V. von einer Fachjury als einer von 100 Finalisten in der Kategorie Lokale Projekte ausgewählt. In der entscheidenden öffentlichen Online-Abstimmung geht es nun darum, bis zum 6. Juni möglichst viele Stimmen für die Computertruhe zu sammeln. Denn die 50 Projekte mit den meisten Stimmen gewinnen jeweils ein Fördergeld in Höhe von 20.000 €.
Finalist der Google.org Impact Challenge Deutschland 2018„Dieses Preisgeld wäre eine Riesenchance für uns. Damit könnten wir unsere Räumlichkeiten, technische Infrastruktur und vielleicht sogar ein kleines Ladengeschäft finanzieren. Zudem könnten wir Menschen, die von unserer Idee begeistert sind, dabei unterstützen, auch in anderen Orten Deutschlands eine Computertruhe zu eröffnen,“ erklärt Marco Rosenthal, der Vorsitzende des Vereins. „Deshalb bitten wir alle, die unser ehrenamtliches Engagement unterstützenswert finden, uns jetzt ihrer Stimme zu geben!“

Die Möglichkeit zur Abstimmung und weitere Informationen befinden sich auf der Vereinswebsite unter https://computertruhe.de/.


Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Computertruhe e. V. setzen in ihrer Freizeit gespendete Rechner und sonstige Hardware wieder instand und geben sie kostenlos an bedürftige Menschen weiter. In den vergangenen drei Jahren konnten sie so ausgehend von den Standorten in Waldkirch und Lemgo bereits über 500 Geräte an glückliche, neue Besitzer*innen übergeben.

Spendenaktion des Vereins „Computertruhe e. V.“ für den Erhalt seines Lagers in Waldkirch

Seit April 2015 konnte die Computertruhe knapp 450 bedürftige Menschen mit kostenlosen Rechnern ausstatten und dadurch deren Teilhabe am digitalen und gesellschaftlichen Leben verbessern oder erst ermöglichen. Geleistet wurde und wird diese Arbeit mit viel Herzblut von einer guten Handvoll aktiver Vereinsmitglieder – ehrenamtlich in ihrer Freizeit und in privaten Räumen.

Gerade das Lagern und Reparieren der Rechner in der eigenen Wohnung stellte von Anfang an und insbesondere nach der Annahme größerer Hardwarespenden eine große Herausforderung und zunehmend auch eine Belastung für die persönliche Wohnsituation dar. Umso größer war die Freude, als dem Verein Computertruhe e. V. nach langer und intensiver Suche im Sommer 2017 ein geeigneter Lagerraum angeboten wurde.

Der gemeinnützige Verein finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden, die jedoch nur laufende Kosten, wie Versicherung und Kontoführung sowie Ersatzteile für PCs, abdecken. Da die gespendeten Computer – aus rechtlichen Gründen – nur kostenlos weitergegeben werden dürfen, hat der Verein keine weiteren Einnahmen. Daher hat er bei der Stadt Waldkirch einen Antrag auf Mietzuschuss für den neuen Lagerraum gestellt. Unglücklicherweise wurde der Antrag vom Gemeinderat jedoch knapp abgelehnt. Deshalb hat der Verein Computertruhe e. V. nun eine Spendenkampagne bei der Spendenplattform betterplace.org gestartet. Damit erhofft er sich, die Mietkosten für das kommende Jahr 2018 zu sichern.

Wer den Verein mit einer Spende unterstützen möchte, findet auf seiner Website unter https://computertruhe.de/spenden/ das Formular zur aktuellen Spendenkampagne sowie weitere Hinweise zu Geld- und Sachspenden. Auch kleine Beträge leisten einen wertvollen Beitrag dazu, dass der Verein weiterhin bedürftige Menschen mit Computern ausstatten kann.

Das kontinuierliche „Raum-Zeit-Geld-Problem“

Seit April 2015 konnten wir knapp 450 bedürftige Menschen mit kostenlosen Rechnern ausstatten und dadurch deren Teilhabe am digitalen und gesellschaftlichen Leben verbessern oder erst ermöglichen. Geleistet wurde und wird diese Arbeit mit viel Herzblut von einer guten Handvoll aktiver Vereinsmitglieder – ehrenamtlich in der Freizeit und in privaten Räumen.

Gerade das Lagern und Reparieren der Rechner in der eigenen Wohnung stellte von Anfang an und insbesondere nach der Annahme größerer Hardwarespenden eine große Herausforderung und zunehmend auch eine Belastung für die persönliche Wohnsituation dar. Umso größer war für uns die Freude, als wir nach langer und intensiver Suche im Sommer 2017 endlich einen geeigneten Lagerraum gefunden hatten. Da sich unser gemeinnütziger Verein ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert, die Computer – auch aus rechtlichen Gründen – nur kostenlos weitergegeben werden und gewisse vereinstypische Ausgaben, wie z. B. für die Haftpflichtversicherung und Kontoführung, den Druck von Infomaterialien und unterschiedlichen Bedarf für die Instandsetzung der Rechner, bestehen, stellten wir bei der Stadt Waldkirch einen Antrag auf Mietzuschuss für unseren Lagerraum.

Konkret wurde die Übernahme der monatlichen Mietkosten von 60 € für einen Zeitraum von 2 Jahren ab 2018 beantragt. Es handelte sich demnach um einen Betrag von 1.440 €. Die Kosten für die Kaution sowie für drei Monatsmieten für den Zeitraum 1. Oktober bis 31. Dezember 2017 konnten wir durch eine erfolgreiche Spendenkampagne über betterplace.org selbst generieren. An dieser Stelle nochmals vielen herzlichen Dank an all unsere Unterstützer*innen!

Unseren Zuschussantrag an die Stadt Waldkirch ließen wir allen Fraktionen im Gemeinderat und Oberbürgermeister Götzmann im August 2017 zukommen. Zudem stellte unsere Beisitzerin im Vorstand, Annette Linder, bei der Sitzung des Verwaltungs- und Sozialausschusses am 20. September und bei der Sitzung des Gemeinderats am 27. September das Anliegen des Computertruhe e. V. kurz persönlich vor und bot so die Gelegenheit für konkrete Rückfragen.

Leider wurde unser Zuschussantrag knapp (13 Gegenstimmen, 12 Ja-Stimmen) vom Gemeinderat am 21. November in der Beratung zum Haushaltsplanentwurf 2018 abgelehnt. Den Gemeinderatsmitgliedern, die innerhalb ihrer Fraktionen Überzeugungsarbeit für unseren Antrag geleistet und diesem zusgestimmt haben, danken wir herzlich. Für uns ist selbstverständlich auch nachvollziehbar, dass nicht jeder Antrag auf finanzielle Unterstützung für gemeinnützige Zwecke durch die Stadt Waldkirch – möge er sozial und persönlich noch so gerechtfertigt erscheinen – genehmigt werden kann.

Über die Ablehnung unseres Antrags sind wir dennoch enttäuscht. Insbesondere, da diese unser schon als gelöst scheinendes „Raum-Zeit-Geld-Problem“ wieder akut werden lässt und uns schlichtweg gesagt von unserer eigentlichen Vereinstätigkeit abhält. Aber auch, weil die Argumente für die Ablehnung für uns nicht schlüssig sind und in einem kurzen Gespräch auf Augenhöhe hätten ausgeräumt werden können. Deshalb möchten wir hier auf die von der Stadt Waldkirch aufgeführten Gründe für die Ablehnung unseres Zuschussantrags eingehen.

Die Leistungen des Vereins kommen nicht nur Menschen der Stadt Waldkirch zugute.

Zitat aus der Ablehung des Zuschussantrags:

„Der Verein ist allerdings nicht nur in Waldkirch, sondern im gesamten Landkreis und bis nach Freiburg aktiv. Die Leistungen des Vereins kommen somit zwar einer Vielzahl an Menschen aus einem großen Einzugsgebiet zugute.“

Gegenargument:

Laut § 57, Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gehört der Vereinssitz zu den Mindesterfordernissen an die Satzung eines eingetragenen Vereins. Der Sitz muss sich in Deutschland befinden, ist im Grundsatz frei bestimmbar und die gewählte Gemeinde muss klar benannt werden (d. h. es ist nicht möglich, beispielsweise einen Landkreis oder ein Bundesland als Vereinssitz einzutragen). Vorausgesetzt wird zudem, dass der Verein an seinem gewählten Sitz aktiv ist. Der Vereinssitz bestimmt neben den gerichtlichen auch die behördlichen Zuständigkeiten, begrenzt jedoch nicht dessen Wirkungsgebiet (siehe Leitfaden zum Vereinsrecht des Bundesjustizministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz).

Wir haben Waldkirch als unseren Vereinssitz gewählt, da unsere Mitglieder überwiegend in Waldkirch und den umliegenden Gemeinden wohnen und wir auch vorrangig hier in der Region aktiv sind. Zudem entstand die Idee zur Computertruhe im Rahmen des Netzwerks Flüchtlinge Waldkirch und die Zusammenarbeit mit den anderen „Netzwerker*inne*n“ setzt bis heute wertvolle Synergieeffekte für alle Seiten frei.

Aufgrund der durch den Vereinssitz gegebenen behördlichen Zuständigkeit und unserem Engangement hier vor Ort haben wir unseren Zuschussantrag an die Gemeinde Waldkirch gestellt.

Dass wir mit unserer Arbeit nicht nur bedürftige Menschen in Waldkirch, sondern auch in den umliegenden Gemeinden unterstützen, ist unser Verständnis von Gleichbehandlung und Gemeinnützigkeit und deckt sich mit § 52, Abs. 1 der Abgabenordnung. Unsere Hardwarespender*innen stammen aus der gesamten Region und teilweise auch aus anderen Bundesländern und wir haben die Kapazität dazu, auch Menschen außerhalb Waldkirchs, mit Computern zu versorgen. Es besteht demnach kein Anlass dazu, unser Wirkungsgebiet künstlich räumlich auf Waldkirch zu beschränken und den Personenkreis, dem die Förderung zugute kommt, dadurch abzuschließen. Auch andere gemeinnützige Vereine, die durch kommunale Gelder unterstützt werden, wie z. B. Sportvereine, Kleiderläden oder Beratungsstellen, sind ebenfalls nicht auf in der Gemeinde wohnhafte Personen begrenzt.

Die Leistungen des Vereins werden kostenlos abgegeben.

Zitat aus der Ablehung des Zuschussantrags:

„Da der Verein die Geräte und Leistungen jedoch kostenlos abgibt, widerspricht dies dem Grundsatz des vorrangigen Einsatzes privater Mittel vor öffentlichen Mitteln.“

Gegenargument:

Wir Vereinsmitglieder setzen bereits immense private Mittel ein: Ungezählte Stunden ehrenamtlicher Arbeitszeit, Gelder in Form von Mitgliedsbeiträgen, Stromkosten etc. – sowie natürlich unsere privaten Räumlichkeiten zur Lagerung. Wenn unsere Einnahmen aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen ausreichen würden, um unseren Lagerraum zu finanzieren, hätten wir sicherlich keine öffentlichen Mittel hierfür beantragt.

Das Subsidiaritätsprinzip ist eine wichtige Säule unserer Gesellschaft. Gemäß unserer Satzung geben wir entsprechend § 52 und § 53 der Abgabenordnung die von uns instandgesetzte Computerhardware nur an bedürftige Personen und an andere gemeinnützige Organisationen ab. Privatpersonen weisen uns ihre Berechtigung beispielsweise mit ihrem aktuellen Leistungsbescheid über Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, über Leistungen gemäß des Asylbewerberleistungsgesetzes oder mit ihrer aktuellen Aufenthaltserlaubnis als Asylbewerber*in nach. Dadurch belegen uns unsere Empfänger*innen, dass sie bereits auf staatliche Unterstützung angewiesen sind und dies durch die zuständigen Behörden geprüft wurde. Sie verfügen demnach nicht über ausreichend private Mittel und beziehen bereits öffentliche Mittel.

Zitat aus der Ablehung des Zuschussantrags:

„Da der Verein jedoch sämtliche Leistungen kostenlos abgibt und somit auf eine alternative und auch naheliegende Finanzierung der Mietkosten verzichtet, empfiehlt die Verwaltung, den Zuschussantrag abzulehnen.“

Gegenargument:

Die Idee, von den Empfänger*inne*n unserer Rechner einen kleinen (symbolischen) Geldbetrag zu verlangen, um damit u. a. die Raummiete zu finanzieren, wurde innerhalb des Vorstands und auch auf unseren öffentlichen monatlichen Vorstandssitzungen bereits mehrfach erörtert. Ergänzend haben wir uns ausführlich von einem Steuerfachanwalt und -berater sowie einem Rechtsanwalt der Stiftung Deutsches Ehrenamt e. V. beraten lassen. Von beiden Experten wurde uns aus folgenden Gründen davon abgeraten:

  • Würden wir die Geräte verkaufen, so würden wir der gesetzlichen Gewährleistung unterliegen. So lange wir die Geräte verschenken, müssen wir keine Gewährleistung für diese geben, d. h. unsere Empfänger*innen können keine rechtlichen Ansprüche an uns stellen, sollte eines der ausgelieferten Geräte plötzlich nicht mehr funktionieren. Zudem haften wir dadurch nicht für Schäden, die ggf. durch die Geräte entstehen könnten (ausgenommen, es liegt eine grobe Fahrlässigkeit bei der Instandsetzung unsererseits vor). Wir prüfen und reparieren die Hardware mit größter Sorgfalt. Dennoch handelt es sich um Gebrauchtware, bei der wir nicht jede einzelne Lötstelle auf den Platinen und jeden Kondensator bis ins Detail durchprüfen können. Unsere Empfänger*innen klären wir über diesen Umstand mündlich und schriftlich auf und sie bestätigen uns dies mit der Unterzeichnung einer Empfangsbestätigung für das jeweilige Gerät.
  • Durch den Verkauf der Rechner oder einzelner Komponenten wären die Kriterien eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs erfüllt – unabhängig davon, ob dadurch Gewinne erzielt würden oder ob das Entgelt nur die Kosten decken oder sogar zu Verlusten führen würde. Da der Hauptzweck des Computertruhe e. V. die Weitergabe instandgesetzter Computer ist, wäre bei deren Verkauf der Zweck des Vereins rechtlich eindeutig auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgerichtet (siehe Leitfaden zum Vereinsrecht des Bundesjustizministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz). Wir wären kein „Idealverein“ mehr und würden zudem unsere Gemeinnützigkeit verlieren, da wir in Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern, die aufgearbeitete Second-Hand-Rechner verkaufen, stehen würden.
  • Die Empfänger*innen zu einer „freiwilligen Spende“ in selbgewählter Höhe zu „verpflichten“ ist rechtlich ebenfalls nicht zulässig, da diese mit einem Verkauf gleichzusetzen wäre. Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit wäre hier ebenso die Folge.
  • Der Verlust der Gemeinnützigkeit hätte für uns ernste Konsequenzen: Nicht nur unser öffentliches Ansehen sondern auch die Anzahl hochwertiger Hardwarespenden würde sich deutlich reduzieren, da insbesondere Firmen und Gemeinden, aber auch Privatpersonen nur gemeinnützige Einrichtungen unterstützen können oder möchten. Auch müsste unser geschäftsführender Vorstand in diesem Fall rechtliche Konsequenzen fürchten und mit seinem Privatvermögen beispielsweise für die Geldbeträge an Spenden und Mitgliedsbeiträge, die durch den Verein als steuerbefreit ausgewiesen wurden, haften.

Wie bereits geschrieben, haben wir vollstes Verständnis dafür, dass die Stadt Waldkirch nicht jeden Zuschussantrag bewilligen kann und wir freuen uns für alle anderen gemeinnützigen Einrichtungen, die im Jahr 2018 finanzielle Unterstützung erhalten werden.

Die detaillierte Auseinandersetzung mit den Ablehnungsgründen dient dazu, unser kontinuierliches „Raum-Zeit-Geld-Problem“ zu veranschaulichen und neue Lösungsstrategien zu entwickeln.

Fakt ist:

  • Ohne einen Lagerraum können wir unsere Vereinsarbeit nicht mehr im bisherigen Rahmen fortführen.
  • Durch unsere Mitgliedsbeträge für das Jahr 2018 können wir die Monatsmieten bis inklusive März 2018 selbst tragen. Falls sich für den Zeitraum danach keine alternative Finanzierung ergibt, werden wir den Lagerraum zum 01. April 2018 kündigen und räumen.
  • Wir sind nur eine handvoll Aktiver, die neben Beruf und Familie bereits viel Zeit in den Computertruhe e. V. investieren. Und wir machen das immer noch sehr sehr gerne! Was wir jedoch nicht haben, sind zusätzliche Ressourcen, um die Lagerräumlichkeiten privat zu finanzieren oder durch Aktionen wie Kuchenverkäufe, Altpapiersammlungen etc. Gelder hierfür einzunehmen.

Deshalb unsere Bitte um Unterstützung:

  • Auf betterplace.org haben wir eine neue Spendenkampagne zur Finanzierung unseres Lagers eingerichtet. Auch kleine Beträge leisten einen wertvollen Beitrag dazu, dass wir weiterhin bedürftige Menschen mit Computern ausstatten können.
  • Helft uns dabei, finanzielle Unterstützung von öffentlichen Stellen oder Stiftungen zu erhalten, indem ihr uns auf entsprechende Angebote aufmerksam macht und/oder uns bei der Bewerbung um diese unterstützt.

Vielen Dank!

Geschafft! – Die „Computertruhe“ ist nun eingetragener und gemeinnütziger Verein

Das Projekt Computertruhe, das im April 2015 im Rahmen des Netzwerks Flüchtlinge Waldkirch von den Elzpiraten ins Leben gerufen wurde, ist nun als gemeinnütziger Verein anerkannt und im Vereinsregister in Freiburg eingetragen.

Der Verein Computertruhe e. V. sammelt ausrangierte, gespendete Notebooks, Desktop-PCs und sonstige Hardware, setzt diese wieder instand und gibt diese an bedürftige Menschen weiter. Nach wie vor werden dringend Notebooks benötigt. Zudem sucht die Computertruhe nach einem geeigneten Lagerraum in Waldkirch oder Umgebung.

„Wir bedanken uns bei allen, die uns bei der Vereinsgründung durch ihre Mitgliedschaft und ihren Rat unterstützt haben. Und natürlich danken wir ebenso all denen, die uns Hardware und Geld für die Vereinsarbeit gespendet haben. Ohne diese großzügigen Menschen hätten wir in den vergangenen 19 Monaten nicht über 220 Computer an dankbare neue Besitzer*innen übergeben können“, resümiert Marco Rosenthal, der Vorsitzende des Vereins.

Nähere Informationen und Kontaktmöglichkeiten für Spender*innen und Empfänger*innen finden sich auf der Vereins-Website.

Es ist vollbracht!

Wir freuen uns riesig darüber, euch mitteilen zu dürfen, dass die Computertruhe vom Finanzamt Emmendingen als gemeinnütziger Verein anerkannt und vor einigen Tagen vom Amstgericht Freiburg ins Vereinsregister eingetragen wurde.

Herzlicher Dank geht an alle Menschen, die dies ermöglicht haben.