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Gebrauchte Computer für bedürftige Menschen. Wo gibt es welche Institutionen?

Seit geraumer Zeit erreichen uns immer wieder Anfragen von Spender*innen sowie potentiellen Spendenempfänger*innen aus ganz Deutschland. Da die Computertruhe derzeit nur an wenigen Standorten regional tätig sein kann – was wir sehr gerne ändern möchten – können wir den Hilfesuchenden leider nicht immer weiterhelfen.

Um bedürftigen Menschen zu helfen, die digitale Kluft zu überwinden und wieder Teilhabe an der Gesellschaft zu erlangen, gibt es aber glücklicherweise nicht nur die Computertruhe. Wir haben in den letzten Monaten mehrere Projekte und Vereine entdeckt und teilweise näher kennenlernen dürfen, die ebenfalls gebrauchte Computer instandsetzen und an Personen weitergeben, die sich kein Gerät leisten können.

Karte mit den Umrissen Deutschlands mit unterschiedlich farbigen Markierungen darin, welche die Standorte der einzelnen Einrichtungen darstellen.
Standortkarte (Stand: Oktober 2019)

Daher hatten wir die Idee, diese Projekte zu kontaktieren und mit deren Einverständnis deren Standorte inkl. weiterer Informationen auf einer Karte einzutragen und auf unserer Website zu veröffentlichen. So können Menschen, die alte Hardware für einen guten Zweck loswerden möchten oder selbst gebrauchte Hardware benötigen, auf einen Blick sehen, ob in ihrer unmittelbaren Nähe eine entsprechende Einrichtung existiert. Neben den „Computertruhen“ findet man auf der Karte aktuell (Stand: Oktober 2019) die sieben folgenden Institutionen (in alphabetischer Reihenfolge):

Selbstverständlich sind die Standorte auf dieser Karte nicht in Stein gemeißelt und so freuen wir uns immer darüber, wenn ihr uns neue Projekte nennen oder diese auf uns verweisen könnt.

„Computertruhe“ meets Berlin: Besuch der „Google.org Impact Challenge 2018“-Preisverleihung

In den letzten drei Wochen war für uns die öffentliche Abstimmung zur Google.org Impact Challenge 2018 allgegenwärtig. Um in der Online-Abstimmung möglichst viele Stimmen für die Computertruhe zu gewinnen, haben wir hunderte von Flyern und Aushängen in der Region verteilt und unsere privaten, ehrenamtlichen und beruflichen Netzwerke aktiviert. Da es keine Zwischenstandsmeldungen darüber gab, wie viele Stimmen nun schon für welche der 100 Finalisten der Lokalen Projekte abgegeben worden waren, blieb die spannende Frage, ob wir zu den 50 Organisationen mit den meisten Stimmen und somit zu den Preisträgern gehören würden, bis zur Preisverleihung offen. Und ehrlich gesagt konnten wir es bei der Bekanntgabe zunächst gar nicht fassen, dass wir wirklich die 20.000 € für unsere Computertruhe gewonnen hatten!

Die Google.org Impact Challenge hat uns jedoch nicht nur eine herausragende finanzielle Unterstützung gebracht, sondern auch unseren Bekanntheitsgrad durch das Werben um Unterstützung bei der Online-Wahl gesteigert. Neben Sachspenden und Kooperationen mit anderen Organisationen wurde uns auch ehrenamtliche Hilfe angeboten, worüber wir uns sehr freuen.

In Berlin konnten wir uns zudem mit den Repräsentant*innen einiger Projekte austauschen, welche wir euch hier kurz vorstellen möchten.


Während der Abstimmungsphase durften wir bereits die drei Mitglieder des Projekts Digitale Kompetenzen aufLADEN des Vereins Kommunikation & Medien e. V. kennenlernen. Das Projekt stellt mit dem aufLADEN einen Treffpunkt und Lernort in Freiburg zur Verfügung, an dem man Kompetenzen zu digitalen Themen im Rahmen einer generationenübergreifenden Lernplattform erwerben kann. Kurzworkshops, Videotutorials und andere Formate dienen vor allem älteren und benachteiligten Menschen dazu, digitale Grundkenntnisse zu erlangen.

Ein regelmäßiges Angebot des aufLADENs ist die kostenlose Veranstaltungsreihe Frag Moritz. Hier haben erwachsene Menschen, die keinen Zugang zu kostenlosen Bildungsangeboten haben, eine Möglichkeit, wieder den Anschluss an die digitale Welt zu finden.

Unglücklicherweise bekam das Projekt nicht genügend Stimmen, um den Förderpreis zu erhalten, mit dem weitere kostenlose digitale Bildungsangebote in Freiburg hätten realisiert werden sollen. Wer daher unterstützen möchte, kann eine Geldspende auf das folgende Konto überweisen:

Kontoinhaber: Kommunikation & Medien e. V.
IBAN: DE54640618540600368009
BIC: GENODES1STW
Verwendungszweck: Spende

Wir selbst planen ein baldiges Treffen mit den Mitgliedern des Projekts Digitale Kompetenzen aufLADEN, um über eine Möglichkeit der Zusammenarbeit oder eine Partnerschaft zu reden.


Mit dem Verein Projekt Seehilfe e. V. hatten wir zufällig bereits letztes Jahr während des 34. Chaos Communication Congress per Twitter Kontakt. Damals wurde dringend Computer-Hardware benötigt, um den geflüchteten Menschen in Sizilien mit einem digitalen Klassenzimmer zu helfen. Doch vor allem Lebensmittel und Medikamente fehlen den Menschen im Süden Siziliens, wo weiterhin fatale Lebensbedingungen herrschen, seit 2013 die Auffanglager auf Lampedusa geschlossen wurden.

Dank der gewonnenen Fördermittel von Google.org hat der Verein nun ein finanzielles Polster erhalten. Allerdings sinkt die Spendenbereitschaft für Flüchtlingsprojekte seit geraumer Zeit stetig und wer zusätzliche Unterstützung leisten kann, findet auf der Spendenseite weiterführende Informationen dazu.


Das Projekt Toranam des Vereins Technik ohne Grenzen e. V. unterstützt mit dem Aufbau eines Wirtschafts- und Bildungszentrums in Südindien Kleinbauern, deren Lebensgrundlage durch klimatische und sozio-ökonomische Veränderungen bedroht ist.

Die zwei Vertreterinnen des Projekts waren übrigens über den Gewinn genauso überrascht wie wir. 😄


Eines des großartigen Leuchtturm-Projekte war Integreat der Tür an Tür – Digital Factory gGmbH. Integreat stellt eine digitale Plattform zur Verfügung, die auf kommunaler Ebene alle relevanten Informationen mehrsprachig an neuzugewanderte Menschen weitergibt. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Service-Ökosystem für Städte, Landkreise und Initiativen, wobei die Integration von Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund im Vordergrund steht. Erfreulicherweise setzt das Projekt hierbei konsequent auf Open Source und Creative Commons, was uns natürlich besonders gefällt.

Wir hatten ein intensives und informatives Gespräch mit einem der Projektmitglieder, da wir mit dem Gedanken spielen Integreat auch in unserer Region bekannt zu machen.


Während wir gerade dabei waren, die Veranstaltung zu verlassen (und Annette unsere Tafel aus der Galerie aller Finalisten mopste 😆), trafen wir auf die Vertreterinnen des Vereins Digital Helpers e. V. Dessen Ziel ist es, der digitalen Spaltung entgegenzuwirken, indem er Menschen, denen aufgrund wirtschaftlicher Begebenheiten keine Computer zur Verfügung stehen, einen Zugang zu digitalen Technologien ermöglicht. Analog zur Computertruhe werden auch hier Computerspenden eingesammelt, aufbereitet und an Organisationen und bedürftige Personen weitervermittelt. Über 1.200 Geräte konnte der Verein seit seiner Gründung im Jahr 2012 schon weitergeben.

Aus Zeitgründen konnten wir uns leider nicht mehr tiefergehend unterhalten, aber vermutlich werden wir uns bald mit dem Verein in Verbindung setzen.


Insgesamt war es eine großartige Veranstaltung mit rund 400 Gästen im Vollgutlager in Berlin und eine absolute Ehre von ursprünglich über 2.500 Bewerbern zu den insgesamt 62 Preisträgern zu gehören. Denn neben den 50 Preisträgern aus der Kategorie Lokale Projekte wurden inklusive der Sonderpreise auch noch zwölf Leuchtturm-Projekte ausgezeichnet. Alles in allem wurden so fünf Millionen Euro Fördergelder an gemeinnützige Projekte in Deutschland vergeben, deren Verteilung durch rund 400.000 Online-Votings bestimmt wurde.

Daher abschließend nochmals herzlichen Dank an Google.org für die Auslobung der Impact Challenge 2018, an die Jury für die Wahl der Computertruhe unter die 100 Finalisten und an alle, die uns in der Online-Abstimmung mit ihrer Stimme unterstützt haben! 🧡