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Neun Jahre „Computertruhe“

Clipart eines Schokoladenkuchens, auf dem eine orangefarbene, brennende Kerze in Form der Ziffer Neun steckt.

Wir feiern am heutigen Tag unseren neunten Geburtstag. 🎉 Doch möchten wir dieses Jahr nicht uns in den Mittelpunkt stellen, sondern neun Softwareprojekte, ohne die unsere Arbeit in der aktuellen Form nicht möglich wäre. Darunter befinden sich Anwendungsprogramme, welche auf den von uns herausgegebenen Computern vorinstalliert sind, aber auch Werkzeuge, die wir intern im Verein für den Instandsetzungsprozess benötigen.

Falls es euch möglich ist, könnt ihr die vorgestellte Software mit einer finanziellen Zuwendung oder einer Codespende unterstützen. Zudem wäre es hilfreich, wenn ihr euer Umfeld auf diese Programme aufmerksam macht. Jedes der hier präsentierten Projekte trägt zur Entwicklung hervorragender Freier Software bei, die außerdem kostenfrei zur Verfügung steht.

Linux Mint

Linux Mint ist ein freies und mit macOS oder Windows vergleichbares Betriebssystem für Computer, die auf der 64-Bit-Prozessorarchitektur x64 basieren. Es ist bekannt für seine Benutzerfreundlichkeit und Einfachheit, was das System zu einer guten Wahl für diejenigen macht, die neu in der Welt der Computer sind. Doch auch erfahrene Benutzer*innen wissen das zuverlässige Betriebssystem zu schätzen. Es kommt mit vielen vorinstallierten Programmen daher, bspw. einem Webbrowser, einem Office-Paket und Spielen, sodass man sofort loslegen kann. Weitere kostenfreie Programme lassen sich bequem über die Anwendungsverwaltung installieren. Darüber hinaus ist es sehr sicher und wird regelmäßig aktualisiert, um gegen die neuesten Bedrohungen gewappnet zu sein.

Einsatz in der Computertruhe

Auf den Rechnern, welche die Computertruhe instand setzt, wird standardmäßig Linux Mint installiert. Neben der kostenlosen Verfügbarkeit, der hohen Sicherheit und den anderen Vorteilen, die ein Linux-System mit sich bringt, ist es nach unserer Erfahrung besonders gut für Windows-Umsteiger*innen geeignet.

Mozilla Firefox

Mozilla Firefox ist ein freier Webbrowser der gemeinnützigen Mozilla Foundation und eine hervorragende Alternative zu anderen, meist Chrome-basierten Browsern. Zu den Hauptmerkmalen des Webbrowsers gehören die Sicherheit und der Datenschutz seiner Nutzer*innen. Er bietet zudem eine Vielzahl von Erweiterungen und Anpassungsmöglichkeiten an und ist für zahlreiche Betriebssysteme verfügbar. Neben den offiziell unterstützten Systemen Linux, macOS, Windows, Android und iOS wurde Firefox dank der Quelloffenheit des Programmcodes ebenfalls auf eine Vielzahl weiterer Systeme portiert, wie z. B. Solaris, AIX, FreeBSD oder RISC OS.

Einsatz in der Computertruhe

Da Firefox unter Linux Mint vorinstalliert ist, kommen unsere Computer-Empfänger*innen automatisch in den Genuss dieses Webbrowers.

Mozilla Thunderbird

Mozilla Thunderbird ist ein freies E-Mail-Programm und zugleich Personal Information Manager, Feedreader, Newsreader sowie Messaging- und Chat-Client. Das Programm basiert ursprünglich, ebenso wie Firefox, auf dem Quelltext der Mozilla Application Suite und ist für eine Vielzahl von Betriebssystemen verfügbar. Nachdem man sich lange Zeit auf die Behebung von Sicherheitslücken und Programmfehlern konzentriert hatte, hat die Entwicklung in den letzten Jahren wieder an Fahrt aufgenommen. So wurde u. a. die Oberfläche modernisiert. Aktuell wird an der Integration von Thunderbird Sync gearbeitet, eine auf Firefox Sync basierende Funktion, die es ermöglichen wird, E-Mail-Konten, Anmeldeinformationen, Signaturen, gespeicherte Suchen, Tags, Aufgaben, Filter und die meisten wichtigen Einstellungen über mehrere, Installationen von Thunderbird betriebssystemübergreifend zu synchronisieren. Des Weiteren wird derzeit die beliebte Android-App K-9 Mail nach und nach in Thunderbird for Android überführt.

Einsatz in der Computertruhe

Thunderbird gehört ebenfalls zu den unter Linux Mint standardmäßig vorinstallierten Programmen und befindet sich somit auf den von uns ausgelieferten Rechnern.

LibreOffice

LibreOffice ist eine freie und leistungsstarke Bürosoftware. Sie ist eine gute Alternative zu kostenpflichtigen Programmen, wie z. B. Microsoft Office, und beinhaltet u. a. Programme für Texterarbeitung (Writer), Tabellenkalkulation (Calc), Präsentation (Impress) und zum Erstellen von Zeichnungen (Draw). LibreOffice spaltete sich Ende 2010 von OpenOffice.org ab und wird seitdem unabhängig und intensiver weiterentwickelt. Daher gilt es auch als das modernere Office-Paket. Das Standard-Dateiformat ist OpenDocument, ein international genormter quelloffener Standard für Dateiformate von Bürodokumenten wie Texten, Tabellendokumenten, Präsentationen, Zeichnungen, Bildern und Diagrammen. Daneben beinhaltet LibreOffice eine Vielzahl an Import- und Exportfiltern, um ebenfalls andere Dateiformate, darunter auch die verschiedener Microsoft Office-Versionen, lesen sowie schreiben zu können.

Einsatz in der Computertruhe

LibreOffice ist auch in den Linux Mint-Paketquellen enthalten und ein Großteil der Bürosoftware ist nach der Standardinstallation bereits verfügbar. Bevor wir unsere Computer ausliefern, stellen wir jedoch sicher, dass das gesamte Office-Paket installiert ist.

Signal

Signal ist ein freier Instant-Messenger, der v. a. für seine Datensparsamkeit und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bekannt ist und daher bereits mehrfach von Sicherheitsexpert*innen und Datenschutzorganisationen empfohlen wurde. Zur Umsetzung der Datensparsamkeit dient das Zero-Knowledge-Prinzip, bei dem der Betreiber keinerlei Zugriff auf die Daten der Nutzer*innen hat. Das Signal-Protokoll, ein kryptographisches Kommunikationsprotokoll, ist für den Ende-zu-Ende-verschlüsselten Nachrichtenaustausch verantwortlich und gilt im Bereich Instant Messaging als „Branchenstandard“. Signal ist als mobile App für Android und iOS und als Desktop-Version für Linux, macOS und Windows erhältlich.

Einsatz in der Computertruhe

Signal ist das Hauptkommunikationswerkzeug innerhalb des Vereins. Über die Gruppe „Aktive“ haben bspw. alle aktiven Mitglieder die Möglichkeit, sich bei Problemen und Fragen gegenseitig zu unterstützen, während Teams ihre standortspezifische Arbeit in eigenen, separaten Gruppen koordinieren können. Zusätzlich gibt es für viele weitere Bereiche spezialisierte Gruppen, die je nach Bedarf erstellt und ggf. wieder gelöscht werden.

Nextcloud

Nextcloud ist eine freie Software für die Speicherung von Daten, wie z. B. Dateien, Kalendern und Kontakten, auf einem privaten Server. Auf die Daten kann sowohl über eine Weboberfläche als auch über Client-Applikationen zugegriffen werden, die für unterschiedliche Desktop- sowie Smartphone-Betriebssystem verfügbar sind. Server und Clients synchronisieren sich dabei automatisch und ermöglichen es den Anwender*innen dadurch, auf einen zentralen und konsistenten Datenbestand von vielen Endgeräten aus zugreifen und diesen mit anderen Anwendern optional teilen zu können.

Einsatz in der Computertruhe

Innerhalb des Vereins nutzen wir Nextcloud v. a. für die Arbeit mit Dateien. Auf der selbstgehosteten Plattform finden sich u. a. 3D-Druckmodelle, Dokumentenvorlagen, Formulare, Handbücher, Fotos, unser Logo in verschiedenen Varianten, Software, Material für Veranstaltungen und Druckdaten für unser Werbematerial. Aber auch unsere Vorstandsprotokolle, vorstandsinterne Dokumente oder standortspezifische Dateien finden sich im System. Ebenfalls verwenden wir die Kalenderkomponente, um unsere Termine zu organisieren und diese auf der Website zu veröffentlichen.

Cryptomator

Cryptomator ist eine freie Software zur cloud-optimierten verschlüsselten Speicherung von Dateien. Diese können dann einfach und sicher mit einem File Hosting-Anbieter, wie bspw. Dropbox, Google Drive oder Microsoft OneDrive, oder mit einer File Hosting-Serversoftware, wie bspw. Nextcloud, synchronisiert werden. Der Anbieter hat hierbei keine Möglichkeit, die Daten im Klartext einsehen zu können. Cryptomator funktioniert mit jedem File Hosting-System, welches Ordner im lokalen Dateisystem synchronisieren kann. In der Desktop-Version der Software befinden sich die Dateien in einem sogenannten Tresor, welcher in Form eines virtuellen Laufwerks oder Ordners auf die herkömmliche Art und Weise genutzt werden kann, sobald er entschlüsselt wurde.

Einsatz in der Computertruhe

Wir nutzen Cryptomator in Kombination mit unserer Nextcloud-Instanz hauptsächlich für Dateien aus der Mitgliederverwaltung und der Schatzmeisterei sowie zur langfristigen Speicherung der Bedürftigkeitsnachweisformulare unserer Empfänger*innen.

Memtest86+

Memtest86+ ist eine freie Software, die mittels eines Stresstests den Arbeitsspeicher eines Computers auf Fehler hin überprüft. Hierfür kommen mehrere, unterschiedliche Tests zum Einsatz, die den kompletten Speicher abschnittsweise mit bestimmten Testmustern beschreiben, anschließend wieder auslesen und auf Korrektheit überprüfen. Abweichungen zwischen den ausgelesenen und den ursprünglich geschriebenen Mustern werden als Fehler gemeldet und aufgelistet. Memtest86+ selbst, welches ja auch im Arbeitsspeicher gehalten werden muss, arbeitet positionsunabhängig und verschiebt sich selbst während der Laufzeit im Speicher, so dass sie sich nicht im Weg ist und der gesamte Speicher getestet werden kann.

Einsatz in der Computertruhe

Einer der wichtigsten Tests während der Instandsetzung unserer Computer ist der Test des Arbeitsspeichers. Denn in aller Regel sind die Speichermodule gebraucht, können durch falsche Lagerung beschädigt worden sein oder weisen Inkompatibilitäten mit bestimmten Hauptplatinen auf.

Parted Magic

Parted Magic ist eine Live-Linux-Distribution, die speziell für die Verwaltung von beschreibbaren Datenspeichern wie Festplattenlaufwerken oder Solid-State-Drives entwickelt wurde. Damit können z. B. neue Partitionen erstellt, bestehende Partitionen verschoben, in der Größe geändert, gelöscht oder kopiert werden. Parted Magic ermöglicht ferner die Wiederherstellung von Daten, aber auch deren sichere Vernichtung, so dass sie auch nicht mehr mit forensischen Spezialwerkzeugen wiederhergestellt werden können. Die Distribution wird unter der GNU General Public License veröffentlicht und ist damit Freie Software, jedoch wird seit 2013 eine Gebühr für den Bezug des ISO-Images erhoben. Der Hintergrund für die Einrichtung dieser Paywall war die Arbeitslosigkeit des Programmierers und seiner Frau.

Einsatz in der Computertruhe

Wir setzen Parted Magic hauptsächlich zur Überprüfung von Laufwerken und zur sicheren Löschung sich darauf befindlicher Daten ein.

Die „Computertruhe“ feiert ihr achtjähriges Bestehen

Clipart eines Schokoladenkuchens, auf dem eine orangefarbene, brennende Kerze in Form der Ziffer Acht steckt.

Am heutigen Tag im Jahr 2015 fiel der Startschuss des Projekts Computertruhe. Seitdem haben unsere fleißigen Mitglieder über 2.800 Rechner und insgesamt über 4.100 Geräte ehrenamtlich instand gesetzt, an unsere Mitmenschen übergeben und somit Tausenden geholfen. 🧡 Durch die stark gestiegene Anzahl an Spendennachfragen könnten sie jedoch Unterstützung in Form neuer Mitglieder benötigen.

Wenn ihr euch also vorstellen könnt, aktiv an einem unserer Standorte ehrenamtlich tätig zu werden, meldet euch einfach bei uns. In unserer FAQ und insbesondere in unserem stetig wachsenden Wiki findet ihr nützliche Informationen zur Computertruhe. Außerdem habt ihr die Chance, uns an den monatlich stattfindenden offenen Treffen näher kennenzulernen und uns direkt mit Fragen zur Vereinsarbeit zu löchern.

Und solltet ihr keine Möglichkeit haben, aktiv zu werden, möchtet uns aber dennoch unterstützen, so ist das auch über eine passive Fördermitgliedschaft möglich. Selbst der Mindestbeitrag von 24,– € pro Jahr (ermäßigt 12,– € pro Jahr) hilft uns bei der finanziellen Planung enorm.

Daher würden wir uns sehr darüber freuen, euch bald in unseren Reihen begrüßen zu dürfen. 😊

Wir lassen den Vogel fliegen

Logo des Microblogging-Dienstes „Mastodon“.

Als wir vor ziemlich genau vier Jahren erstmals das Fediverse betraten und dort ein MastodonKonto erstellten, war nicht im Entferntesten abzusehen, wohin die Reise gehen sollte. Aber wir fanden schon damals die Idee eines dezentralen sozialen Netzwerks äußerst spannend und informierten von da an nicht nur die Twitter-Community, sondern auch die Benutzer*innen des Fediverse über Neuigkeiten zum Verein, kündigten unsere offenen Treffen darüber an oder baten um Hilfe und Spenden. Ende Oktober 2019 folgte dann unser Berliner Team mit einem eigenen Konto und seit Sommer 2021 sind zusätzlich die Kolleg*innen der damals neu gegründeten Standorte in München und Chemnitz mit an Bord.

Und wir fühlen uns im Fediverse immer wohler. Denn auch wenn wir bis vor ungefähr einem Jahr dort noch weniger Follower hatten als auf Twitter, so hatten wir schon damals mit den Benutzer*innen weitaus mehr Berührungspunkte und Interaktionen. Und während auf Twitter leider immer weniger los ist und die Anzahl derer, die uns folgen, immer weiter sinkt, erblüht stattdessen unser Netzwerk im Fediverse.

Dies in Kombination mit den aktuellen Ereignissen rund um die Übernahme Twitters durch Elon Musk, hat uns dazu bewogen, dass wir nach über acht Jahren unseren Twitter-Account stilllegen werden. Tatsächlich ist es eigentlich sogar bereits das zweite Konto, da unser erstes 2019 aus einem Versehen heraus gelöscht wurde und uns der Support komplett mit dem Problem im Regen stehen ließ. Aber dies ist eine andere Geschichte.

Wir werden daher ab sofort keine Inhalte mehr auf Twitter veröffentlichen und das Konto voraussichtlich Ende des Jahres löschen. Es war im Großen und Ganzen eine schöne Zeit dort und wir werden auch die ein oder andere Person wirklich sehr vermissen, laden diese aber herzlichst ein, uns ins Fediverse zu folgen.

1 Jahr aktiv bei der „Computertruhe“

Seit einem Jahr engagiere ich mich nun bei der Computertruhe, darüber möchte ich ein bisschen aus persönlicher Sicht erzählen.

Was ist die Computertruhe?

Ein gemeinnütziger Verein, der gebrauchte Computer-Hardware von Unternehmen und Privatleuten annimmt, aufbereitet und an bedürftige Menschen, sowie andere gemeinnützig Organisationen weitergibt. Dabei werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

  • noch funktionsfähige Hardware wird vor der Verschrottung bewahrt, was die Umwelt entlastet
  • Menschen erhalten Geräte, die sie sich sonst nicht leisten könnten und damit Zugang zu Bildung, Informationen und sozialer Interaktion

Warum machst du das?

In erster Linie natürlich, weil es eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist, bei der man etwas für die Gesellschaft tut – ein Ehrenamt eben. Ich habe mich schon immer in verschiedener Form so engagiert, das ist mir wichtig. Bevor ich zur Computertruhe gestoßen bin, war ich einige Zeit auf der Suche nach einer neuen passenden Organisation, in der ich mich einbringen kann.

Ein kurzer Versuch das politisch in einer Partei zu tun, hat mich schnell frustriert. Diese Rivalität, ja fast schon Hass, der selbst in der untersten Parteistruktur gegenüber dem politischen „Gegner“ existiert, kombiniert mit Ideenlosigkeit und Unvermögen, auch nur kleinste Dinge umzusetzen – das ist nicht mein Ding! Wenn ich meine Zeit für etwas einsetze, dann muss auch irgendwas dabei raus kommen.

Zu dem Zeitpunkt war ich schon einige Zeit passives Mitglied bei der Computertruhe, die kannte ich von Mastodon und fand ich gleich interessant. Leider gab es keinen Standort in München und ich war das einzige Mitglied in der Region. Irgendwie hat es sich dann aber ergeben (auch auf Mastodon), dass sich noch ein paar Leute gefunden haben, sodass wir im Mai 2021 einen Ableger in München gründen konnten.

Macht das Spaß?

Ja natürlich! Ohne Spaß kann man kein Ehrenamt machen, zumindest nicht langfristig.

  • Ich habe viele tolle neue Leute kennen gelernt. Vereinskolleg*innen, Menschen die Geräte spenden und erhalten, und andere gemeinnützige Vereine, die wir bei ihrer Arbeit mit Hardware unterstützen können.
  • Die Arbeit ist ganz offensichtlich sinnvoll und man sieht ganz konkret die Auswirkungen davon.
  • Ich habe eine Menge dazu gelernt, was Hardware und Software angeht. Jeder Rechner ist anders und so gut wie jedes Gerät hat irgendein kleines Problem, dass es zu lösen gilt. Oft wissen die vorigen Besitzer gar nichts davon. Verschlissene Festplatten und verstaubte Lüfter gehören zu den typischen Problemen, aber auch aufgeblähte Lithium-Akkus oder ein Homöopathie-Globulus, das eine Taste blockiert findet man – es gibt immer einen Fehler den man noch nicht kennt. Es wird nicht langweilig!
  • Findet man einmal keine Lösung zu einem Fehler im Netz, stehen einem die Vereinskolleg*innen zur Seite.
Eine Laptop-Tastatur, bei der die Tastenkappe der Minustaste fehlt. Neben dem Rubber-Dome liegt ein Zuckerglobulus.
„Haben Sie’s schon mit Globuli versucht?“ – „Ja, aber das hat alles nur noch schlimmer gemacht!“

Kann ich das auch?

Zwar habe ich mich schon immer für Rechner interessiert, selbst an Hardware gearbeitet oder Betriebssysteme installiert und eingerichtet habe ich vor der Computertruhe aber kaum. Die Prozesse sind bei uns gut in einem Wiki dokumentiert, und es gibt immer jemanden, den man fragen kann. Alle Standorte freuen sich über tatkräftige Unterstützung, auch wir in München! Dabei kann sich jeder mit so viel Zeit einbringen wie sie/er aufbringen kann und will, es gibt kein Mindestpensum.

Ein Schreibtisch, auf dem sich ein geöffnetes Laptop befindet. Drumherum liegen u. a. diverse Werkzeuge, Schrauben, Kabel und Hardware-Komponenten.
Dass man einen Laptop so weit auseinanderbauen muss, wie hier, kommt zum Glück nur sehr selten vor.

Braucht ihr Geld?

Abgesehen von neuen aktiven Mitgliedern, freuen wir uns auch immer über finanzielle Hilfe. Mit Geldspenden können Lagerräume und selten gespendete Hardware finanziert werden. Besonders SSDs sind immer Mangelware: Unternehmen spenden häufig Geräte ohne Datenträger, Festplatten sind häufig nicht mehr gut genug, um sie guten Gewissens noch einmal verwenden zu können.

Ich konnte in den letzten Monaten nur ca. 40 % der gespendeten Festplatten weiter verwenden, den Rest musste ich wegen Fehlern bzw. Warnungen in den SMART-Werten aussortieren und entsorgen (nach sorgfältigem Löschen bzw. Zerstören).

Auf einem Boden steht ein offenes Desktop-Gehäuse, das mit „Löschstation“ beschriftet ist. Auf diesem steht ein Bildschirm, der die Oberfläche des Datenvernichtungsprogramms „DBAN“ dastellt. Aus dem Gehäuse führen Strom- und Datenkabel zu sechs 2,5"-Festplatten, die sich außerhalb des Gehäuses in einem 3D-gedruckten Ständer befinden.
Sechs Festplatten parallel löschen.

Braucht ihr Geräte?

Ja! Wir brauchen immer vor allem Laptops und SSDs. Bei Desktops und Monitoren kommt es auf den jeweiligen Standort und die Lagersituation an.

Drei offene Kartonschachteln. In jeder Schachtel befinden sich mehr als ein Dutzend Geräte.
Unsere erste größere Laptop-Spende letztes Jahr (ca. 40 Stück).

Klingt interessant!

Lust bekommen vielleicht mitzumachen, oder einfach ein bisschen mehr zu erfahren? Schau einfach mal bei unserem monatlichen offenen Treffen (online) vorbei. Jeden zweiten Mittwoch im Monat. Außerdem kannst du uns auf Mastodon folgen:

Ursprünglich veröffentlicht im Blog Joe recycelt.

Die „Computertruhe“ wird sieben

Clipart eines Schokoladenkuchens, auf dem eine orangefarbene, brennende Kerze in Form der Ziffer Sieben steckt.

Sieben Jahre ist es nun her, als sich eine Handvoll Menschen in Waldkirch im Breisgau zusammengefunden hat, um Geflüchteten, aber auch Personen, die sich in einer finanziellen Notlage befinden, mit gebrauchten, instandgesetzten Computern zu helfen.

Seit diesem Tag ist viel geschehen. Das Projekt wurde u. a. in einen Verein überführt, welcher aktuell aus beinahe 100 Mitgliedern besteht. Viele von ihnen sind an derzeit sieben Standorten in Deutschland ehrenamtlich tätig und haben gemeinsam knapp 3000 Geräte an bedürftige Personen sowie gemeinnützige Einrichtungen herausgegeben.

Gerätetypanzahl herausgegebener Geräte
Desktop996
Laptop901
Bildschirm875
Videoprojektor4
Tablet43
Smartphone60
Smartwatch1
Drucker60
Scanner6
Alle Geräte2946
Anzahl der herausgegebenen Geräte (Stand 19. April 2022)

Ob dies ein Grund zum Feiern ist? Nicht, wenn man bedenkt, wie viele Menschen es in diesem Land gibt, denen eine Teilhabe am digitalen Leben weiterhin erschwert oder gar verwehrt wird, weil der Staat zu wenig Unterstützung anbietet. Auf der anderen Seite erfahren wir jedoch von Zeit zu Zeit davon, wie die von euch gespendete und von uns überholte Hardware das Leben Einzelner zum Guten verändert hat. Und vermutlich freut sich auch die Umwelt mit uns, dass wir viele, häufig vollkommen intakte Geräte vor der Verschrottung bewahren konnten.

In diesem Sinne möchten wir euch noch auf unsere aktuelle Spendenkampagne für aus der Ukraine geflüchtete Menschen hinweisen, damit wir weiterhin Menschen helfen können. Und sollet ihr Lust haben, auf uns anzustoßen: Wie wäre es denn mit einem kühlen Geburtstagsbierchen? 🍻

Die „Computertruhe“ feiert heute ihren sechsten Geburtstag

Heute vor sechs Jahren fiel der Startschuss für das Projekt Computertruhe. Damals war den Gründungsmitgliedern noch nicht klar, wohin die Reise gehen würde. Und definitiv niemand hatte damit gerechnet, dass wir nach sechs Jahren gar den sechsten Standort ins Leben rufen würden. Doch dazu bald mehr … Nun lasst uns erst einmal ausgiebig feiern. 🎉 Und wer uns eine Kleinigkeit schenken möchte, findet vielleicht etwas auf unserer Spendenseite. 😉

Erstes öffentliches Treffen der „Computertruhe Berlin“

Logo der „Computertruhe Berlin“

Am 13. November um 19:00 Uhr findet das erste offene Treffen der Computertruhe Berlin statt. Dankenswerterweise hat uns die Berliner Linux User Group (BeLUG) zu ihrem eigenen offenen und zeitgleich stattfindenden Treffen eingeladen. Zu finden ist dieses in der Lehrter Straße 53, 10557 Berlin.

Bei der ersten Zusammenkunft nach der Gründung des Berliner Computertruhe-Standorts am 18. Oktober in der c-base sind neben den Vereinsmitgliedern ebenfalls alle anderen an der Computertruhe und deren Arbeit interessierten Menschen herzlich eingeladen, uns zu besuchen.

Selbstverständlich können auch jetzt schon Spendenübergaben nach Absprache über unser Kontaktformular angekündigt werden. Da wir stets den Abtransport dieser koordinieren müssen, möchten wir um eine vorherige Rücksprache bitten.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Update von Matthias und York
    • Gespräch mit dem Vorstand
    • Versicherung und Treffen
    • 36C3
  3. Geplanter Blog-Artikel
  4. Anschreiben an andere Einrichtungen (Hackerspaces, Firmen, Vereine …)
  5. Verschlüsselung der ausgelieferten Systeme
    • Infomaterial erstellen, das auch von anderen Standorten genutzt werden kann
  6. ML des IN-Berlin e. V.
  7. Feste Treffen zur besseren Planung
  8. Listenpflege: https://lug.berlin/tabelle.html
  9. Hilfe der BeLUG bei Automatisierung via PXE

Die „Computertruhe“ wird vier Jahre alt

Kuchen mit vier Kerzen.

Das Projekt Computertruhe feiert heute seinen vierten Geburstag und weit über 700 verteilte Rechner. Anlässlich dieses Festtages möchten wir darum dem nächsten Mitglied eine kleine Freude in Form einer Computertruhe-Tasse bereiten.

Also schnell das Mitgliedsbeitrittsformular ausgefüllt und abgeschickt, dann kann das nächste Heißgetränk schon am kommenden Wochenende aus unserer exklusiven Tasse genossen werden. 😉

Kurz in eigener Sache zum Thema Sachspenden

Selbstverständlich freuen wir uns immer über brauchbare Hardware, die wir von euch allen gespendet bekommen. Denn das Projekt Computertruhe lebt vor allem von diesen Sachspenden.

Allerdings kommt es hin und wieder vor, dass Hardware, ohne vorherige Absprache mit uns, z. B. am Arbeitsplatz unserer Mitglieder abgegeben wird. Dabei erhalten wir teilweise Dinge, für die wir überhaupt keinen Bedarf haben, weil sie bspw. zu alt sind und dann von uns entsorgt werden müssen. Zusätzlich kann dies zu logistischen Problemen führen, wenn es sich um viel oder großes Material handelt.

Darum bitten wir euch, uns vor einer potentiellen Übergabe zu kontaktieren und uns entsprechende Informationen zur Hardware zukommen zu lassen. Das hilft uns abzuschätzen, ob wir Bedarf an den zu spendenden Dingen haben, und wir können die Übergabe gemeinsam planen.

Vielen Dank für euer Verständnis.