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„Computertruhe“ vergibt 1000. Rechner und Berliner Standort feiert 1. Geburtstag

Vor ziemlich genau 5½ Jahren wurde das Projekt Computertruhe auf die Beine gestellt, um Menschen mit instandgesetzten gespendeten Gebrauchtcomputern eine Teilhabe am digitalen Leben zu ermöglichen. Inmitten der Corona-Pandemie hat der gemeinnützige Verein nun den 1000. Rechner verschenkt – und das viel schneller als erwartet. Denn allein im letzten halben Jahr wurden aufgrund fehlender Geräte fürs Homeschooling bereits über 250 Desktops, Laptops und Tablets herausgegeben. Dies entspricht für gewöhnlich der Menge eines gesamten Jahres.

Da die Nachfrage nach Computern fürs Homeschooling nicht abbrechen und durch das aktuelle Infektionsgeschehen sogar wieder ansteigen wird, sucht der Verein weiterhin dringend Geräte. Insbesondere Laptops – nicht älter als zehn Jahre – sind gefragt, da diese wegen ihrer Größe auch an Empfänger*innen verschickt werden können, die nicht in der unmittelbaren Nähe eines der drei Standorte im Raum Breisgau, Lemgo oder Berlin wohnen.

Kuchen mit einer Kerze.

Apropos Berlin: Genau heute vor einem Jahr, am 18. Oktober 2019, fand die erste Zusammenkunft einiger Vereinsmitglieder und mehrerer Interessent*innen in der legendären c-base statt. Seitdem werden auch in der Hauptstadt gebrauchte Computer wieder in einen betriebsfähigen Zustand versetzt und an bedürftige Familien, Geflüchtete oder gemeinnützige Einrichtungen übergeben.

An einer Wand stapeln sich mehr als 30 Desktop-PCs unterschiedlicher Hersteller. Darüber hängen vier Auszeichnungen, die der Verein erhalten hat.
Jede Menge Desktops warten im Lager in Kollnau auf ihren zweiten Lebensabschnitt.

1000 Rechner bedeuten über 1000-mal mehr Chancen auf Teilhabe, aber auch die Bewahrung von 1000 funktionstüchtigen Geräten vor der Verschrottung. Die Computertruhe wird selbstverständlich auch die nächsten 1000 gebrauchten Computer einem zweiten, nützlichen Zweck zuführen, und würde sich hierfür neben Sachspenden v. a. auch über neue aktive Mitglieder freuen. Sei es an einem der bereits etablierten Standorte oder an einem neuen.

Hardwarespende der „geOps GmbH“

Logo der „geOps GmbH“

Als ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Web-Applikationen im Bereich des öffentlichen Verkehrs und der Umwelt spezialisiert hat, weiß die geOps GmbH aus Freiburg, wie wichtig der Zugang zu funktionsfähigen Computern im digitalen Zeitalter ist.

Deshalb freut sich das Unternehmen gemeinsam mit uns, dass es mit seiner Hardwarespende an die Computertruhe einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und gleichzeitig Schüler*innen, die dringend Rechner für das Homeschooling benötigen, eine große Freude bereiten kann.

Wir bedanken uns herzlich für die ausrangierten, aber dennoch hochwertigen und funktionstüchtigen Computer und sonstige nützliche Sachspenden, wie bspw. Speicher, Eingabegeräte und Universalnetzteile.

Rechnerspende der „SH business COM GmbH“

Logo der „SH business COM GmbH“

Die SH business COM GmbH ist ein unabhängiger Dienstleister für Unternehmenstelekommunikation mit rund 70 Mitarbeiter*innen an den Standorten in Herbolzheim und Erftstadt. Das Unternehmen zählt nach eigener Angabe seit über 25 Jahren zu den größten und leistungsstärksten Kommunikationszentren in Deutschland.

Mit der Initiative Steps for green übernimmt die SH business COM GmbH zudem soziale und ökologische Verantwortung und greift damit vielen verschiedenen Hilfs- und Nachhaltigkeitsprojekten in Deutschland und anderen Ländern unter die Arme. Die Computertruhe erhielt in diesem Rahmen Unterstützung in Form von 20 Desktop-PCs und neun Thin Clients.

Wir freuen uns sehr über diese Hardwarespende. Sie ermöglicht es uns, weiteren bedürftigen Schüler*innen Computer fürs Homeschooling bereitstellen zu können. Hierfür möchten wir uns nochmals herzlich bei der SH business COM GmbH bedanken.

Laptopspende der „CC4Remarketing GmbH“

Auf einem Tisch im Freien befinden sich drei Laptopstapel. Zwei mit vier Geräten und einer mit zwei Geräten. Die obersten drei Computer sind aufgeklappt, aber ausgeschaltet.
Diese zehn ausgezeichneten Laptops sind für Schüler*innen der Berufsschule in Waldkirch reserviert.

Die CC4 Remarketing GmbH mit Niederlassungen in Wien und Denzlingen versteht sich als IT-Dienstleister und hat sich auf professionelles Remarketing von IT-Altgeräte von der Abholung bis zur zertifizierten Datenlöschung spezialisiert.

Das Unternehmen hat uns freundlicherweise zehn leistungsfähige und erstklassige Laptops für unsere Homeschooling-Kampagne zur Verfügung gestellt und freut sich, dass es damit gemeinsam mit uns zehn Schüler*innen des Beruflichen Schulzentrums Waldkirch unterstützen kann.

Wir möchten uns herzlich bei der CC4 Remarketing GmbH für diese fabelhafte Sachspende bedanken.

Laptopspende der „Normfest GmbH“

Auf zwei Tischen stehen drei unterschiedlich hohe Laptopstapel. Der vorderste Stapel besteht aus fünf baugleichen Geräten, die beiden hinteren sind unscharf.
Anlässlich unserer Homeschooling-Spendenaktion hat uns die „Normfest GmbH“ mit einer großzügigen Sachspende versorgt (CC BY-ND 4.0 „Normfest GmbH“).

Via Twitter hat unsere Bitte um Laptopspenden für unsere Homeschooling-Aktion die Normfest GmbH aus Velbert erreicht. Damit auch Kinder aus wirtschaftlich benachteiligten Familien am digitalen Unterricht teilnehmen können, hat uns das seit über 70 Jahren in der Kfz-Reparatur tätige Unternehmen 19 ausrangierte Laptops gespendet.

Auf mehreren Tischen verteilt sieht man 18 neben- und hintereinander angeordnete, aufgeklappte Laptops.
Dankenswerterweise wurden die Geräte vor dem Versand sogar noch getestet (CC BY-ND 4.0 „Normfest GmbH“).

„Unsere mobilen Rechner sind zwar schon alt, aber immer noch voll funktionstüchtig“, versichert der Geschäftsführer Enver Zolj. „Bevor diese Geräte bei uns in irgendeiner Ecke verstauben, möchten wir mit ihnen noch etwas Gutes tun. Schülerinnen und Schülern, die keinen eigenen Rechner haben, wollen wir somit den Zugang zu Bildung, Informationen und Kommunikation ermöglichen. Denn das Thema Digitalisierung liegt uns nicht erst seit Corona sehr am Herzen, sie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Firmenphilosophie.“

Wir bedanken uns herzlich bei der Normfest GmbH für diese tolle Spende, die freundliche und reibungslose Organisation und die dafür investierte Zeit. Dies ist gerade in den für alle Unternehmen herausfordernden Coronazeiten keine Selbstverständlichkeit.

Unsere Homeschooling-Aktion in Zahlen

Am 29. März starteten wir offiziell unsere Homeschooling-Aktion, um Schüler*innen aus bedürftigen Familien während der Corona-Pandemie mit Computern zu unterstützen. Hinter uns liegen nun drei sehr arbeitsintensive Monate, in denen wir jedoch auch herzliche Dankbarkeit, positives Feedback und viele Sach- und Geldspenden verzeichnen durften. Vielen Dank dafür!

Die Fakten

Im Zeitraum vom 29. März bis 30. Juni …

  • … landeten über unsere Website 483 Nachrichten in unserem Ticketsystem: 132 allgemeine Anfragen, 192 Nachrichten von potentiellen Hardwarespender*innen und 159 von potentiellen Empfänger*innen. Unter den Anfragenden der letztgenannten Kategorie befanden sich auch Familien mit mehreren schulpflichtigen Kindern und Schulfördervereine, die nicht nur Bedarf an einem Gerät hatten. Demnach wurden deutlich mehr als 159 Laptops bei uns angefragt. Von den insgesamt 483 Tickets konnten bereits 352 abschließend bearbeitet werden.
  • … wurden 98 Geräte gereinigt, getestet, bei Bedarf repariert und aufgerüstet, mit aktuellem Betriebssystem und für das Homeschooling notwendiger Software ausgestattet und an Schüler*innen bzw. Schulfördervereine übergeben. Darunter zehn Raspberry Pi-Sets (mit komplettem Zubehör nur ohne Bildschirm), elf Desktops (inkl. Bildschirm und Eingabegeräten), 65 Laptops, fünf Smartphones und sieben Tablets. Ergänzend wurden zudem Webcams, Lautsprecher, Headsets oder Laptop-Taschen herausgegeben.
  • … wurden über 120 Pakete ausgepackt, verpackt und versendet. Denn aufgrund des Gebots der Kontaktreduktion präferierten wir den Postversand. Überdies wohnten viele Anfragende nicht in unmittelbarer Nähe zu einem unserer Standorte und den dort aktiven Mitgliedern.
  • … wurden über 100 Paketmarken verwendet, um Geräte an die Empfänger*innen zu verschicken und um Sachspender*innen die kostenfreie Zusendung ihrer Spende an uns zu ermöglichen. Einige Personen nahmen die angebotenen Paketmarken nicht in Anspruch und spendeten die Versandkosten freundlicherweise gleich mit.
  • … erhielten wir Geldspenden im Wert von knapp 2.500 €. Davon landeten mehr als 500 € direkt auf unserem Vereinskonto und beinahe 1.900 € kamen über unsere betterplace.org-Spendenkampagnen für die Anschaffung von zehn Raspberry Pi-Sets und die Begleichung der Portokosten zusammen.
  • … wurde die Aktion hauptsächlich von sechs Vereinsmitgliedern ehrenamtlich neben Beruf, Familie und sonstigen privaten Anforderungen gestemmt.

Wie geht es nun weiter?

Wir haben uns vorstandsintern bereits Anfang Juni darauf verständigt, unsere Homeschooling-Aktion, in der wir ausschließlich Schüler*innen mit Rechnern ausgestattet haben, zum 30. Juni zu beenden. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe, wie bspw. die nahenden Sommerferien oder langsam anlaufende staatliche Programme zur Ausstattung der Schüler*innen mit passenden Endgeräten. Außerdem finden sich auf unserer herkömmlichen Warteliste viele weitere Personen und Einrichtungen, die ebenfalls dringenden Bedarf an Computern haben. Und natürlich waren die vergangenen drei Monate trotz aller Freude, die uns unsere Vereinstätigkeit bereitet, auch einfach sehr anstrengend. Denn uns war es wichtig, unter den gegebenen Umständen möglichst schnell auf alle Anfragen zu antworten und die Rechner ihren neuen Besitzer*innen zukommen zu lassen. Denn digitale Teilhabe und Lernerfolg dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

Nun wollen wir ein bisschen das Tempo drosseln und wieder zum Normalbetrieb der Computertruhe zurückkehren. Die noch rund 70 offenen Rechneranfragen für Schüler*innen aus dem Aktionszeitraum werden wir weiterhin bevorzugt bearbeiten, jedoch auch dringliche Gesuche aus unserer bisherigen Warteliste angehen, die wir in den vergangenen Monaten zurückgestellt haben.

Selbstverständlich können auch weiterhin jederzeit Spendenanfragen für bedürftige Schüler*innen gestellt werden. Diese reihen sich nun jedoch in die normale Warteliste ein, wodurch es mehrere Monate dauern kann, bis wir ein entsprechendes Gerät zur Verfügung stellen können. Wie lange die Wartezeit ist, hängt in erster Linie davon ab, wie viele geeignete Rechner wir gespendet bekommen – Laptops werden daher nach wie vor stets gesucht.

Laptopspende der „PR hoch drei GmbH“

Die Agentur PR hoch drei aus Waldkirch hat uns in dieser Woche fünf ihrer ausrangierten Laptops gespendet, wofür wir uns hiermit nochmals sehr bedanken möchten. Die Geräte sind in einem hervorragenden Zustand und wir freuen uns schon darauf, sie für unsere aktuelle Homeschooling-Kampagne aufzubereiten.

Foto des Aufklebers mit den wichtigsten technischen Daten des Laptops, welcher sich unterhalb des Ziffernblocks befindet.
Eines der fünf gespendeten Geräte ist dieses „EasyNote TM“.

Homeschooling-Aktion: „Computertruhe“ verschenkt über 70 Computer an bedürftige Schüler*innen

Langweilig ist es den aktiven Mitgliedern der Computertruhe seit dem Start ihrer Homeschooling-Spendenaktion Ende März definitiv nicht geworden. Seit die Schulen coronabedingt geschlossen wurden, erreichen den Verein zahlreiche Anfragen von Schüler*innen, deren Eltern und Schulfördervereinen aus ganz Deutschland. Denn nicht jede Familie besitzt einen Computer, der für das digitale Lernen zuhause geeignet ist oder kann sich gerade in der jetzigen Situation ein solches Gerät leisten.

Rund 350 Nachrichten gingen in den vergangenen zwei Monaten über die Website der Computertruhe ein: Von potentiellen Hardwarespender*innen und -empfänger*innen aber auch von anderen Gruppierungen und Privatpersonen, die ebenfalls Rechner für bedürftige Schüler*innen suchten oder einrichten wollten. Via Videokonferenzen und Telefonaten konnten hier wertvolle Tipps und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Insgesamt wurden im Rahmen der Homeschooling-Aktion bislang über 70 Computer instandgesetzt und anschließend verschenkt. Anfragen nach ca. 50 Rechnern sind aktuell noch offen und werden nach und nach abgearbeitet – Laptopspenden sind also nach wie vor gefragt. Hilfreich für die Aktion waren und sind zudem Geldspenden, mit denen die Versandkosten für die Geräte gedeckt werden können.

Auf einem Schreibtisch befindet sich ein laufendes Lenovo Ideapad S205, welches einen Speichertest durchführt. Die Tastatur wurde herausgelöst und neben dem Gerät liegt ein Speicherriegel, Werkzeug und die Bodenplatte des Laptops.
Damit dieses Lenovo Ideapad S205 zukünftig flüssiger läuft, wurde der Arbeitsspeicher aufgerüstet.

Die Computertruhe wird noch bis Ende Juni bevorzugt Rechner für die Homeschooling-Aktion annehmen, instandsetzen und weitergeben. Natürlich können auch danach jederzeit Computeranfragen für Schüler*innen gestellt werden. Diese reihen sich dann jedoch wieder in die normale Warteliste ein.

Auch nach den Sommerferien wird das digitale Lernen zuhause trotz schrittweiser Schulöffnungen weiterhin erforderlich sein und die technischen Voraussetzungen können nicht allein durch ehrenamtliche Initiativen geschaffen werden. Staatliche Förderprogramme sehen nun u. a. vor, dass die Schulträger Endgeräte beschaffen und diese dann an Schüler*innen verleihen, die aufgrund ihrer häuslichen Situation nicht über geeignete Computer verfügen. Gemäß des Kultusministeriums Baden-Württemberg könnten so ungefähr 300.000 digitale Endgeräte für die öffentlichen und privaten Schulen bereitgestellt und dadurch landesweit etwa 20 Prozent aller Schüler*innen unterstützt werden.

Für Familien, die wenig Geld zur Verfügung haben und keine staatliche Unterstützung erhalten, hat die Computertruhe mit Hilfe einiger ihrer Mastodon– und Twitter-Follower*innen auf ihrer Website eine kleine Liste mit Computerläden veröffentlicht, welche u. a. gebrauchte Rechner inklusive Gewährleistung zu günstigen Preisen anbieten.


Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Computertruhe e. V. setzen ehrenamtlich in ihrer Freizeit gespendete Rechner und sonstige Hardware wieder instand und geben sie kostenlos an bedürftige Menschen und andere gemeinnützige Organisationen weiter. In den vergangenen fünf Jahren konnten so ausgehend von den Standorten Breisgau, Lemgo und Berlin bereits über 900 Geräte an glückliche, neue Besitzer*innen übergeben werden.

Bund unterstützt bedürftige Schüler*innen mit 150 € beim Computerkauf – Update

Gestern wurde bekannt, dass der Bund bedürftigen Schüler*innen während der Corona-Pandemie im Rahmen eines Sofortaustattungsprogramms einen Zuschuss von 150 € für die Anschaffung von Computer-Hardware gewähren wird.

Keine Angst, wir werden unsere Rechner weiterhin kostenfrei anbieten und nehmen nur freiwillige Geldspenden an. 😉 Allerdings steigt die Anzahl der Anfragen nach Geräten fürs Homeschooling im Moment weitaus rasanter, als dass wir passende Sachspenden erhalten. Darum möchten wir euch als Alternative hier eine kleine Liste von Händlern präsentieren, die ausschließlich oder zusätzlich zu ihrem herkömmlichen Angebot gebrauchte Hardware anbieten.

Solltet ihr weitere, seriöse Online-Shops kennen, mit denen ihr persönlich gute Erfahrungen gemacht habt, gebt uns einfach Bescheid, dann erweitern wir diese Liste gerne.

Auktionsplattformen möchten wir hier übrigens ausdrücklich nicht empfehlen. Leider wird dort allzu oft überteuerter Schrott angeboten und die Not der Menschen ausgenutzt. Zudem gibt es bei Privatverkäufen keine Garantie. Wir kennen leider einige Fälle, bei denen die Käufer*innen ihr weniges, angespartes Geld auf solchen Plattformen verloren haben.

Disclaimer: Wir haben in der Vergangenheit schon einige Sachspenden von notebookgalerie.de erhalten und das Unternehmen dahinter ist seit kurzem unser erster offizieller Spendenpartner.

Nachtrag vom 26. April 2020

Wir haben noch von einigen Followern aus dem Fediverse und von Twitter weitere Shops empfohlen bekommen, die wir euch selbstverständlich nicht vorenthalten wollen.

Nachtrag vom 26. Mai 2020

Hier noch ein paar weitere Tipps unserer Follower:

„Computertruhe“ hilft, damit Homeschooling ein Lernerfolg werden kann

Aufgrund der Corona-Pandemie werden seit mehreren Wochen alle Schüler*innen in Deutschland zu Hause unterrichtet. Wann ein regulärer Schulbetrieb wieder möglich sein wird, ist bisher nicht absehbar. Plötzlich muss nun das sogenannte Homeschooling über das Internet funktionieren – dabei wurden Digitalisierung und Medienkompetenz im Bildungssystem jahrelang vernachlässigt. Zahlreiche Lernplattformen, Messenger- und Videokonferenz-Software lassen das digitale Lernen und Unterrichten auf den ersten Blick einfach erscheinen. Doch nicht alle Schüler*innen haben die technischen Voraussetzungen, diese digitalen Werkzeuge nutzen zu können.

In den letzten drei Wochen trafen beim Verein Computertruhe e. V. mehr als 50 Anfragen nach Laptops für Schulkinder aus ganz Deutschland ein. Das zeigt deutlich, dass nicht jede Familie einen Computer besitzt oder sich gerade in der jetzigen Situation ein Gerät leisten kann, an dem die Schüler*innen ihre Schulaufgaben bearbeiten können. Die Arbeitsaufträge werden häufig über Cloud-Dienste oder per E-Mail verteilt, erledigte Aufgaben sollen entsprechend zurückgesendet oder auf Lernplattformen hochgeladen werden. Manche Schüler*innen können zwar per Smartphone oder Tablet an Videokonferenzen teilnehmen, aber die wenigsten Schulaufgaben können auch damit erledigt werden. Julia Fiedler, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, fordert: „Der Zugang zu und die erfolgreiche Teilhabe an Bildung dürfen nicht von den finanziellen Möglichkeiten der Familien abhängen.“

Die Computertruhe, die nun schon seit fünf Jahren gespendete Computer aufbereitet und an bedürftige Menschen weitergibt, hat daher Ende März eine Spendenaktion ins Leben gerufen, bei der innerhalb von nur zwei Tagen 1.000 € zur Finanzierung von zehn Raspberry Pi-Computer-Sets gesammelt werden konnten. Darüber hinaus sucht der Verein deutschlandweit nach gebrauchten Laptops, um den Schüler*innen dabei zu helfen, ihren Lernalltag leichter gestalten und den (digitalen) Anschluss halten zu können. Spendenannahmen und -abgaben erfolgen aufgrund der Corona-Pandemie ausschließlich per Versand. Um die Versandkosten zu decken, wurde eine weitere Spendenkampagne auf betterplace.org veröffentlicht, bei der bereits 40 % des Spendenziels erreicht wurden.

Die Nachfrage nach Laptops ist sehr viel höher als das Angebot an gespendeten Geräten. Allerdings können die Schüler*innen gerade in der aktuellen Zeit nicht mehrere Monate auf einen Rechner warten. Unternehmen oder Privatpersonen, die noch gebrauchsfähige, ungenutzte Laptops besitzen und diese gerne spenden möchten, können sich über das Kontaktformular auf der Website des Vereins an diesen wenden.