Archiv des Autors: Annette Linder

„Computertruhe“ unterstützt Aufruf an Hochschulen zur Nutzung von „Mastodon“ und anderen „Fediverse“-Diensten


Das Aktionsbündnis Neue Soziale Medien setzt sich für die Förderung und Nutzung von dezentralen, unabhängigen, nicht-kommerziellen Social Media-Plattformen an Hochschulen und anderen öffentlichen Einrichtungen ein.

In einem offenen Brief, welcher am 10. Februar an Hochschulen in ganz Deutschland versandt wurde, fordert das Bündnis digitale Souveränität auch im Bereich der sozialen Medien für „eine Kommunikation, die unabhängig von Werbung und Manipulation durch undurchsichtige Algorithmen stattfindet“, wie in der im Fediverse veröffentlichten Pressemitteilung zu lesen ist.

Der offene Brief, welcher sich in zwei Varianten an Hochschulen mit und ohne bereits bestehendes Fediverse-Konto richtet, wurde von 21 weiteren Organisationen mitgezeichnet. Die Computertruhe unterstützt dieses Anliegen, da es unserem Vereinszweck, Bildung und digitale Teilhabe zu fördern, entspricht.

Ja, aber die Reichweite?! – Wie wir einst von „Twitter“ ins „Fediverse“ wechselten und es nie bereuten

Nachdem wir die Computertruhe im April 2015 als Projekt in der lokalen Flüchtlingshilfe ins Leben gerufen hatten, richteten wir im Juni 2016 im Zuge unserer Vereinsgründung ein Twitter-Konto ein. Die Welt war damals in vielerlei Hinsicht noch eine andere, TikTok noch kein Thema und auf Facebook, Instagram usw. hatten wir damals schon keinen Bock.

Als sich abzeichnete, dass immer mehr Menschen Twitter aus Unzufriedenheit wegen diverser Dinge den Rücken kehrten und im Fediverse eine bessere Alternative gefunden zu haben schienen, starteten wir im September 2018 parallel ein Mastodon-Konto, zunächst noch unter @computertruhe@mastodon.social. Uns gefiel dabei der Gedanke eines dezentralen sozialen Netzwerks, welches unabhängig von einer einzigen (kommerziellen) Instanz ist.

2021 – bis dahin hatten auch unsere Standortteams aus Berlin, Chemnitz und München schon eigene Mastodon-Konten eröffnet – hatten wir im Fediverse zwar immer noch weniger Follower als auf Twitter, jedoch deutlich mehr aktive Interaktionen und einen konstruktiveren Austausch. Die Tatsache, dass in den herkömmlichen sozialen Netzwerken mehr Follower nicht unbedingt mehr Reichweite bedeuten, beschreibt der Artikel Die Reichweitenlüge (Digitalcourage, September 2025) eindrücklich.

Im November 2022 fassten wir angesichts der Ereignisse rund um die Twitter-Übernahme durch Elon Musk den Entschluss „Wir lassen den Vogel fliegen“ und löschten dort unser Konto nach dieser Ankündigung zum Jahresende 2022. Der Abschied fiel uns ehrlich gesagt weder schwer noch auf, da wir uns im Fediverse deutlich wohler fühlten und auch inzwischen dort mehr „echte“ Follower hatten als zuletzt auf Twitter.

Neben neuen Followern kamen auch weitere Mastodon-Konten für neue Computertruhe-Standorte und -Bots hinzu, die zunächst auf unterschiedlichen Instanzen beheimatet waren. Auch wenn diese Konten durch die in Mastodon integrierte Verifizierungsfunktion bereits eindeutig der Computertruhe zugeordnet werden konnten, entschieden wir uns Ende 2024 für eine eigene Mastodon-Instanz und starteten eine Testphase. Durch die eigene Instanz wollten wir den offiziellen Charakter der Konten betonen und für eine stärkere Unabhängigkeit, eine vereinfachte Verwaltung und eine zuverlässigere Kontrolle sorgen. Um für uns als rein ehrenamtlich geführten Verein dadurch keinen zusätzlichen Aufwand zu generieren, entschieden wir uns, für das Hosting die Dienste der Firma Ossrox in Anspruch zu nehmen. Nach erfolgreicher Testphase zogen wir im April 2025 alle unsere Konten problemlos auf unsere neue Instanz um und betreiben dort aktuell elf Profile.

Unser Fazit:

  • Wir schätzen den in der Regel sehr freundlichen und konstruktiven Umgang im Fediverse.
  • Der parallele Betrieb beider Plattformen zeigte uns, dass wir im Fediverse mehr gewinnen als wir auf Twitter zu verlieren dachten.
  • Gerade für Organisationen, die ihre Follower gerne auf eine neue Plattform mitnehmen möchten, ist ein vorübergehender Parallelbetrieb mit klar kommuniziertem Ende sicher sinnvoll.
  • Man muss als kleiner, ehrenamtlich geführter Verein nicht alles alleine können und machen. Wenn man wie wir eine eigene Mastodon-Instanz betreiben möchte, dann kann man die Dienstleistungen rund um das Hosting für einen in unserem Fall zweistelligen Eurobetrag pro Jahr vergeben und sich auf die Kernarbeit des Vereins konzentrieren.

Auf den Geschmack gekommen? Hier geht’s zum DI.DAY-Wechselrezept „Von X zu Mastodon.

Wir sehen uns im Fediverse!

Vorankündigung zum 2. „DI.DAY“ am kommenden Sonntag

Wie am 1. DI.DAY angekündigt, möchten wir an den kommenden Aktionstagen u. a. von uns genutzte Tools vorstellen und unsere Erfahrungen damit teilen. Unser Fokus liegt dabei insbesondere auf Menschen, die selbst für die IT eines kleinen Vereins, einer Aktivist*innengruppe oder einer losen Initiative verantwortlich sind und über einen Wechsel zu freier und demokratiefreundlicher Software nachdenken. Unsere Reihe startet am 1. Februar mit dem Artikel „Ja, aber die Reichweite?! – Wie wir einst von Twitter ins Fediverse wechselten und es nie bereuten“.

Zudem könnt ihr an diesem Tag Computertruhe-Mitglieder bei folgenden DI.DAY-Aktionen antreffen:

We #DIDit!

Verschmelzung unseres „Computertruhe“-Logos mit dem Logo des „Digital Independence Day“.

Ehrensache, natürlich ist die Computertruhe auch bei der Initiative Digital Independence Day (DI.DAY) mit dabei! Stellt sich nur die Frage: Wie? Denn für unsere interne Vereinsorganisation nutzen wir schon ausschließlich freie und demokratiefreundliche Software. Und die bedürftigen Menschen und gemeinnützigen Organisationen, die 2025 einen unserer fast 2.000 wiederaufbereiteten Computer erhalten haben, haben dadurch automatisch und ggf. unbemerkt schon #DID gefeiert. Denn unsere Laptops und Desktops werden ausschließlich mit Linux Mint und freier Anwendungssoftware ausgestattet.

Daher haben wir uns überlegt, an den kommenden Digital Independence Days – also an jedem ersten Sonntag im Monat – unseren Fokus auf Menschen zu richten, die selbst für die IT eines kleinen Vereins, einer Aktivist*innengruppe oder einer losen Initiative verantwortlich sind. Diesen möchten wir Einblicke in die Programme und Plattformen anbieten, die wir in der Computertruhe selbst seit vielen Jahren erfolgreich nutzen und die auch für andere Organisationen interessant sein könnten. Dazu werden wir auf unserem Fediverse-Kanal und unserer Website einzelne Tools und unsere Erfahrungen damit vorstellen und ggf. ergänzend auch mal zu einem Austausch via Videokonferenz oder einem Real Life-Treffen an einem unserer Standorte einladen.

Hardwarespende der „Rinklin Naturkost GmbH“ – 2. Update

Logo der „Rinklin Naturkost GmbH“

Die Rinklin Naturkost GmbH aus Eichstetten ist seit über 40 Jahren als Bio-Großhändler tätig und setzt sich für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Biobranche ein.

Als die IT-Abteilung Ende 2022 damit begann, die Hardwareausstattung in den Büroräumen zu erneuern, bot sie uns die ausgemusterten Desktop-PCs und Bildschirme an. Am 11. Januar 2023 durften wir das erste Spendenpaket bestehend aus zehn Desktops und neun Bildschirmen in sehr gutem Zustand sowie jede Menge DisplayPort-Kabel abholen.

Für die tolle Spende und die rundum gelungene Organisation möchten wir uns herzlich bedanken. Wir freuen uns, dafür sorgen zu dürfen, dass diese Geräte nachhaltig weitergenutzt werden können und Menschen zugute kommen, die sich sonst keinen Rechner leisten könnten.

Nachtrag vom 3. April 2023

Am 20. März war es soweit und wir durften erneut Hardware bei der Rinklin Naturkost GmbH in Eichstetten abholen. Wir bedanken uns herzlich für zehn Desktops, fünf Bildschirme, drei Laptops und die Überraschungskiste mit RAM-Riegeln, Displayportkabeln und einer Webcam.

Nachtrag vom 3. Dezember 2023

Insgesamt 32 Desktops, 27 Bildschirme, sechs Laptops und diverse Speicherriegel und Kabel – diese großartige Hardwarespende durften wir über das Jahr 2023 verteilt von der Rinklin Naturkost GmbH entgegennehmen. Im Namen der Computertruhe und den zukünftigen Nutzer*innen der Geräte möchten wir uns herzlich bei der Unternehmensführung und ganz besonders bei unserem Ansprechpartner in der dortigen IT-Abteilung bedanken, der für uns diese tolle Spende möglich gemacht hat.

Wir suchen ein Lager

Aktuell lagert gespendete Hardware in den privaten Wohnungen oder in den Kellern einiger unserer Mitglieder. Da uns jedoch so langsam aber sicher der Platz ausgeht und es schwieriger wird, den Überblick darüber zu behalten, bei wem welche Dinge untergebracht sind, suchen wir eine Lagermöglichkeit.

LagerBevorzugt sollte sich diese in Waldkirch oder in der näheren Umgebung der Stadt befinden. Da wir dort elektronische Geräte unterbringen wollen, ist es äußerst wichtig, dass der Raum trocken ist. Außerdem sollte er abschließbar und für uns relativ leicht zugänglich sein, so dass wir z. B. abends oder am Wochenende Geräte unkompliziert ein- oder auslagern können.

Detailliertere Fragen zu den Anforderungen oder Angebote können uns über das Kontaktformular zugesandt werden. Wir freuen uns auf zahlreiche E-Mails.