Wir haben Signal schon genutzt, als es noch TextSecure hieß! 😉 Bereits im April 2014 haben die Menschen, die ein Jahr später im Breisgau die Computertruhe gründeten, auf Cryptopartys über „Mobile Instant Messenger – Sichere Alternativen zu WhatsApp“ informiert. Daher war von vornherein klar, dass die Computertruhe sowohl intern als auch nach außen auf einen entsprechend sicheren Open Source Messenger setzen würde. Die Wahl fiel in Abwägung zu dem damals ebenfalls viel genutzten Messenger Threema auf Signal, u. a. aufgrund der Tatsache, dass Signal zu der Zeit bereits komplett auf Open Source setzte und die von uns gewünschten Funktionen und Sicherheitsaspekte erfüllte.
Soviel dazu, warum wir Signal nutzen. Nun zum Wozu und Wie. Während die externe Kommunikation mit Personen, die uns etwas spenden oder etwas von uns erhalten möchten oder allgemeine Fragen an uns haben, über das Kontaktformular unserer Website und das nachgeschaltete Ticketsystem läuft, nutzen wir Signal für unsere vereinsinterne Kommunikation. Um der Fülle an Themen gerecht zu werden und um gleichzeitig für die einzelnen Mitglieder die Nachrichtenmenge nicht zu groß werden zu lassen, haben wir im Verlauf der Jahre dutzende verschiedener Gruppen für den gegenseitigen Austausch erstellt. Die Grundvoraussetzungen, um in eine dieser Gruppen aufgenommen zu werden, sind eine Vereinsmitgliedschaft und die Unterzeichnung unserer Datenschutzverpflichtung. Dass diese Kriterien erfüllt und eingehalten werden, stellt das Vorstandsteam sicher.
In den 14 Standortgruppen tauschen sich die jeweiligen Standortmitglieder über ihre lokalen Sachverhalte aus. In den Themengruppen werden – dauerhaft oder auch nur zeitlich begrenzt – klar abgrenzbare Aufgaben oder Angelegenheiten besprochen, wie z. B. die Vorbereitung der nächsten Mitgliederversammlung, die Überarbeitung unseres Linux Mint-Handbuchs oder die Planung unserer Aktivitäten rund um den Digital Independence Day. Unsere größte Gruppe ist die Aktive, in der sich aktuell 141 Mitglieder befinden und die allen aktiven Mitgliedern als Quelle für wichtige Informationen dient und v. a. Hilfestellungen anbietet, wenn es offene Fragen zu beantworten oder Probleme zu lösen gilt – egal ob technischer oder organisatorischer Natur. Selbstverständlich bleibt es dabei nicht aus, dass sich in manche Diskussionen enthusiastisch sehr viele stürzen und diese ausdehnen, doch in der Regel schaffen wir es ganz gut, eine gewisse Funkdisziplin zu halten oder uns gegenseitig in unsere Bällebad–Signal-Gruppe zu verweisen, in der beliebige Themen besprochen und u. a. Witziges geteilt werden kann.
Und was sagen nun unsere aktiven Mitglieder dazu? Da wir vereinsintern von Anfang an Signal für die verschiedensten Aufgaben nutzen, legen wir unseren Mitgliedern die Nutzung dieses Messengers sehr nahe. Selbstverständlich kann man sich auch ohne Signal-Konto als aktives Mitglied in der Computertruhe engagieren, doch die Mitarbeit in manchen Bereichen wäre dadurch stark erschwert oder eingeschränkt. In unserer Gruppe Aktive haben wir vergangene Woche eine kleine Umfrage durchgeführt. Von 85 Teilnehmenden gaben 74 (87 %) an, dass sie Signal schon vor ihrer Mitgliedschaft im Verein privat bzw. beruflich genutzt haben. 9 (10,6 %) äußerten, dass sie den Instant Messenger gerne im Rahmen ihres Vereinsbeitritts installiert hätten. Und lediglich 2 Personen (2,4 %) sagten, dass sie Signal ungern und eher gezwungenermaßen im Rahmen ihres Vereinsbeitritts installiert hätten.
Die Frage, wie gut Signal ihrer Meinung nach im Vergleich zu anderen Instant Messengern für die aktuellen Anwendungsbereiche in der Computertruhe geeignet sei, beantworteten insgesamt 78 Mitglieder. 21 (26,9 %) Mitglieder waren der Meinung, dass Signal besser, 47 (60,3 %), dass es genau so gut geeignet sei wie andere Messenger. Lediglich 6 (7,7 %) Personen äußerten, dass Signal schlechter geeignet sei als andere Messenger. 4 (5,1 %) Teilnehmende nutzen die Antwortoption „Keine Angabe. / Ich nutze keinen anderen Messenger.“
Fazit:
- Die Wahrscheinlichkeit, dass (potenzielle) Vereinsmitglieder bereits Signal nutzen oder bereit dazu sind, diesen Messenger für den Verein zu installieren, ist – zumindest in unserer Bubble – sehr groß.
- Signal macht seine Arbeit vereinsintern in der Regel mindestens genau so gut wie andere Messenger.
- Das Vorstandsteam sollte sicherstellen, dass nur Mitglieder mit entsprechender Datenschutzverpflichtung Zugang zu den Gruppen haben.
- Es macht Sinn, für verschiedene Themenbereiche verschiedene Gruppen anzubieten, damit die einzelnen Mitglieder nicht zu viele und insbesondere nur die Nachrichten erhalten, die für sie selbst relevant sind.
- Ganz egal, welchen Messenger man nutzt: Man sollte sich vereinsintern der kommunikativen Schwierigkeiten bewusst sein, die es mit sich bringen kann, wenn mehrere Menschen, die sich ggf. nicht näher persönlich kennen, plötzlich in kurzen Textnachrichten Diskussionen zu komplexen, für sie emotional besetzten Themen führen. Hier ist es sinnvoll, auf andere Tools wie kollaborative Pads, Videokonferenzen oder, wenn möglich, auch persönliche Treffen auszuweichen.
Auf den Geschmack gekommen? Hier geht’s zum DI.DAY-Wechselrezept von „WhatsApp zu Signal“.












