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„Computertruhe Chemnitz“ nimmt zweiten Platz beim „Zukunftspreis“ entgegen

Am gestrigen Donnerstagabend haben im Rahmen der feierlichen Preisverleihung des Zukunftspreises Tim Alder und Robert Köpferl für die Computertruhe Chemnitz den zweiten Platz entgegengenommen. Mit der Auszeichnung ist eine Förderung in Höhe von 1.500 € verbunden. Sie soll dazu beitragen, die Arbeit des Standortes Chemnitz fortzusetzen. Der Standort bereitet gebrauchte Computer, Laptops und weitere IT-Geräte auf, um sie an Menschen und gemeinnützige Einrichtungen weiterzugeben, die diese benötigen. Damit verbindet das Projekt digitale Teilhabe mit einem ressourcenschonenden Umgang mit Technik.

Das Foto zeigt zwei lächelnde Männer vor einer grünen Pflanzentapete, die beide „Computertruhe“-Oberbekleidung tragen. Bei der Person links handelt es sich um Tim Alder, der ein Schild mit der Aufschrift „Zukunftspreis der Sparkasse Chemnitz – Preisträger 2026“ in der rechten Hand vor seinem Körper hält. Die Person rechts ist Robert Köpferl. Er hält in seiner linken Hand einen Blumentopf mit einer grünen Pflanze darin.
Die beiden Mitgründungsmitglieder des Chemnitzer Standortes Tim Alder und Robert Köpferl freuen sich über den zweiten Platz und haben den Preis für den Verein entgegengenommen (v. l. n. r.).

Dem Erfolg war eine intensive Abstimmungsphase vorausgegangen. Mit über 800 Stimmen konnte sich der Verein im Wettbewerb eine starke Position sichern. Das Team des Standortes hatte in den vergangenen Wochen mit großem Einsatz für Unterstützung geworben.

Neben der finanziellen Unterstützung bewertet der Standort Chemnitz vor allem den großen Zuspruch als wichtiges Ergebnis der vergangenen Wochen. Im Rahmen der Abstimmung ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten, die Arbeit der Computertruhe vorzustellen und mit Interessierten ins Gespräch zu kommen. Viele Rückmeldungen machten deutlich, dass die Idee, funktionstüchtige Geräte weiterzuverwenden, auf breite Zustimmung stößt – gerade auch vor dem Hintergrund, dass ältere Rechner häufig vorschnell entsorgt werden, obwohl sie abseits aktueller Windows-Anforderungen weiterhin sinnvoll einsetzbar sind.

„Computertruhe e. V.“ gewinnt „eku – ZUKUNFTSPREIS 2024“ in der Kategorie Zivilgesellschaft

Badge mit folgendem Textinhalt: „eku Preisträger 2024 – Zukunftspreis für Energie, Klima, Umwelt in Sachsen für alle“ (Grafik mit freundlicher Genehmigung des „Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft“).

Der Verein Computertruhe e. V. wurde für sein Projekt Computertruhe – Chemnitz-Zwickau mit dem eku – ZUKUNFTSPREIS 2024 in der Kategorie Zivilgesellschaft ausgezeichnet und erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 €.

Computer – ob Desktops, Laptops oder Smartphones – sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen uns Kommunikation, Bildung, Unterhaltung sowie soziales und politisches Engagement. Menschen mit geringem Einkommen oder in finanziellen Notlagen bleibt der Zugang zu diesen Möglichkeiten oft verwehrt, weil sie sich keinen Computer leisten können. Gleichzeitig führt der rasante technische Fortschritt dazu, dass Computer immer kürzer genutzt werden. Unternehmen erneuern ihre IT-Infrastruktur immer schneller und auch Privatpersonen streben nach den neuesten technischen Standards. Die Folge: Noch funktionsfähige Geräte stehen oft ungenutzt im Keller oder werden entsorgt.

Die Mitglieder des Vereins Computertruhe e. V. reparieren in ihrer Freizeit ausrangierte und gespendete Computer. Sie löschen zuverlässig alle persönlichen Daten und geben die Geräte kostenlos an nachweislich Bedürftige und gemeinnützige Organisationen ab. Zwölf Ehrenamtliche sind in der Region aktiv, seit 2021 in Chemnitz, seit 2023 ergänzt durch einen kleinen Standort in Zwickau. Der Bedarf an Technik für Sprachkurse, zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und für den Start in eine Ausbildung ist hoch, insbesondere bei geflüchteten Menschen aus der Ukraine, Syrien, Afghanistan und anderen Krisengebieten. Seit der Gründung des Standortes Chemnitz konnten die Mitglieder über 1.300 Desktops, Laptops, Monitore, Smartphones, Tablets und Drucker zur Verfügung stellen.

Karola Köpferl, Mitbegründerin des Standortes Chemnitz: „Der Zugang zu Computertechnik ist heute für viele Menschen wichtiger denn je. Ich hätte unter den heutigen Bedingungen kein Abitur machen können. Ein Computer für alle Kinder in einem Alleinerziehendenhaushalt wäre undenkbar gewesen, heute ist er Voraussetzung.“

Robert Köpferl erklärt: „Wir investieren etwa 20 € in einen alten Computer, v. a. in eine neue SSD-Festplatte. Oft kommt auch noch ein Laptopnetzteil dazu. Als Betriebssystem installieren wir Linux. Damit kann man selbst auf älteren Rechnern, die zum Beispiel kein Windows 11 mehr unterstützen, das Internet nutzen, Audio- und Videodateien abspielen und diverse Bürotätigkeiten erledigen.“

Der Verein ist auf Hardware- und Geldspenden angewiesen. Holger Czirpka, ehrenamtliches Mitglied in Chemnitz: „Wir haben weit mehr Anfragen als Computer. Jede Woche bekommen wir 40 bis 50 Anfragen für Laptops. Allein in diesem Jahr haben wir in Chemnitz und Zwickau schon über 400 Geräte ausgegeben. Oft warten die Berechtigten viele Monate auf einen Laptop.“

Tim Alder erläutert, was gesucht wird: „Desktop-Computer werden weniger nachgefragt, können aber auch abgegeben werden. Wir nehmen auch Webcams, Flachbildschirme, Tablets, Smartphones und kleinere Geräte wie SSD-Festplatten, Arbeitsspeicher oder WLAN-Adapter an. Die Laptops sollten nicht älter als zwölf Jahre alt sein und am besten über unser Ticketsystem angeboten werden.”

Denn der Verein selbst ist komplett digital und papierlos organisiert, was eine effiziente und ortsunabhängige Zusammenarbeit ermöglicht. Anfragen und Spendenangebote werden über ein Ticketsystem abgewickelt. Software, alle Dokumente und Anleitungen sind in selbstverwalteten Open-Source-Lösungen organisiert. Das Angebot verbindet Nachhaltigkeit mit digitaler Teilhabe und schlägt eine Brücke zwischen dem Überschuss an Computern in Unternehmen und Privathaushalten und den Bedürfnissen von Menschen, die sich sonst keinen Computer leisten könnten.

Das Preisgeld wird satzungsgemäß verwendet, um z. B. Ersatzteile, wie SSDs und Netzteile, oder Reinigungsmittel zu kaufen oder um die Miete für Lagerräume zu bezahlen.