Schlagwort-Archive: Computerecke

„Bürgertreff Kollnau“ erhält Computerecke

Seit der Eröffnung des Bürgertreffs Kollnau am 1. Mai 2019 gibt es im Waldkircher Stadtteil Kollnau einen zentralen öffentlichen Ort, der zu Zusammenkünften einlädt. Dank vieler ehrenamtlicher Helfer*innen und aktiven Vereinsmitgliedern bietet diese Begegnungsstätte Raum für zahlreiche Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Senior*innen. Mit Zuschüssen aus dem Programm Quartiersimpulse des Landes Baden-Württemberg soll aus dem Bürgertreff Kollnau zukünftig sogar ein vollwertiges Mehrgenerationenhaus werden.

Schnell kam die Idee auf, dass für den Quartierstreff öffentliche Computerarbeitsplätze und ein Drucker eine sinnvolle Ergänzung wären, und wir wurden gefragt, ob wir die Hardware hierfür zur Verfügung stellen würden. Selbstverständlich wollten wir dieses fabelhafte Projekt unterstützen. Fehlende Möbel sorgten indessen dafür, dass sich die Installation etwas verzögerte. Glücklicherweise kamen die benötigten Tische nun doch kürzlich an und wir konnten am gestrigen Sonntag zwei Komplett-PCs inkl. eines Farblaserdruckers aufbauen.

Wie auf vielen unserer Rechner, die wir herausgeben, läuft auch auf diesen das Betriebssystem Linux Mint. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Einrichtung als Einzelplatzmaschinen standen wir bei dieser Installation vor der Herausforderung, die Privatsphäre beliebiger Benutzer*innen, die ggf. über keine weiterführenden Computerkenntnisse verfügen, zu sichern. Daher sollte es kein unprivilegiertes Benutzerkonto geben, das sich alle gemeinsam teilen, so dass bspw. Browser-Verläufe oder private Dateien von Dritten hätten eingesehen werden können. Stattdessen haben wir uns ein System überlegt und entwickelt, das für jedes Individuum dynamisch ein persönliches, verschlüsseltes Gastkonto erstellt und nach dem Abmelden automatisch wieder löscht. Wir sind gespannt, wie das System im Live-Betrieb funktionieren und genutzt werden wird und freuen uns auf konstruktives Feedback, um es weiter verbessern zu können.

Um die zukünftigen Benutzer*innen bei ihrem persönlichen Vorankommen zu unterstützen und zu inspirieren, haben wir den drei Geräten im Netzwerk die Namen großer Pionierinnen der Informatik und Mathematik verliehen: Ada Lovelace, welcher die Entwicklung des ersten Computertprogramms der Welt zugeschrieben wird, und Grace Hopper, Entwicklerin des ersten Compilers und der Programmiersprache COBOL sowie der Dokumentatorin des „ersten echten Bugs“, lauten die Namen der beiden Computer. Für den Drucker stand Margaret Hamilton Patin, welche bei der NASA unter anderem die On-Board-Flugsoftware für das Apollo-Raumfahrtprogramm entwickelte, das unter anderem die Apollo 11-Mondlandung 1969 ermöglichte. Außerdem prägte sie den Begriff des Software-Engineerings.

Alles Gute, liebe Truhe!

Kuchen mit zwei Kerzen.Heute vor genau zwei Jahren startete die Computertruhe im Rahmen des Netzwerks Flüchtlinge Waldkirch als ein Projekt der Elzpiraten. Seitdem hat sich viel getan.

In dieser Zeit wurden knapp 300 Computer, über 170 Bildschirme, mehr als ein Dutzend Drucker, einige Mobilfunktelefone und weitere Kleingeräte bedürftigen Menschen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Mit einigen Rechnern wurden außerdem in zwei Flüchtlingsunterkünften in Winden im Elztal und in Simonswald und im Jugendzentrum Denzlingen Computerecken eingerichtet.

Am 18. Juni des letzten Jahres wurde dann in Waldkirch die Computertruhe in den Verein Computertruhe e. V. umgewandelt – somit wird es im Sommer also nochmals Geburtstagsfeierlichkeiten geben. 😃

Seit Anfang 2017 gibt es Verstärkung aus Lemgo, so dass unsere Ziele nun auch in Teilen Nordrhein-Westfalens verfolgt werden.

Des Weiteren stellte sich die Computertruhe mit einigen Infoständen der Öffentlichkeit vor, z. B. beim s’Fairle – Zukunftsmarkt oder beim Zeitstifter Preis 2016, und hatte vor kurzem ihre erste Informationsveranstaltung, um ebenfalls dem Vereinszweck der „Förderung der Bildung“ gerecht zu werden.

Und zuletzt trat der Verein dem Bündnis halt!zusammen – Waldkirch für Mitmenschlichkeit und Toleranz bei, um ein Zeichen gegen Gewalt, Rassismus und Rechtsextremismus zu setzen.

Wer nun Lust bekommen hat, mit uns zusammen bei einem Stückchen Geburtstagskuchen den zweiten Geburtstag des Projekts zu feiern, ist herzlich zum heutigen Treffen in Waldkirch eingeladen.

„Bären“ in Winden erhält Computerecke

Im Frühjahr dieses Jahres wurden wir von Mitgliedern des Helferkreises Winden hilft angeschrieben und gefragt, ob wir für einen vorhandenen PC ohne Festplatte ein passendes Laufwerk hätten. Der Computer sollte es den neuen Bewohner*innen des ehemaligen Hotelgasthofs Bären in Niederwinden ermöglichen, Dokumente mit Hilfe eines ebenfalls vorhandenen Druckers zu erstellen.

Aus diversen Gründen konnten wir diese Aufgabe erst im Sommer anpacken. Dazwischen waren wir jedoch nicht untätig und haben den Eigentümer des Bären dabei unterstützt, den WLAN-Empfang im einstigen Hotel zu verbessern.

Vor einigen Wochen war es dann jedoch endlich soweit, dass wir im Gemeinschaftsbereich der Unterkunft die lang ersehnte Computerecke einrichten konnten. Der ursprünglich dafür eingeplante Rechner wurde zusätzlich um zwei weitere Geräte aus unserem Fundus ergänzt und mit Hilfe eines älteren, umgebauten Routers ans bestehende WLAN angebunden. Dieser drahtlose Zugang zum Internet wird von einem Router des kommerziellen Anbieters sorglosinternet zur Verfügung gestellt, welcher ebenfalls den Anschlussinhaber von der Störerhaftung entbindet. Im Endeffekt funktioniert dieses System genauso wie der nichtkommerzielle Freifunk, der dank der Freiburger Freifunk-Community und den Elzpiraten in einigen anderen Flüchtlingsunterkünften im Elztal, wie z. B. in Elzach oder Gutach, freie und kostenlose Internetzugänge zur Verfügung stellt.

Aufgrund der auf den Computern installierten GNU/Linux-Betriebssysteme, war es uns außerdem mühelos möglich, den Bewohner*innen unterschiedliche Benutzerkonten für die Sprachen Arabisch, Persisch, Englisch und Deutsch sowie das jeweils passende Tastaturlayout einzurichten. Da allerdings nicht jeder die Anordnung der Tasten seiner Tastatur auswendig kennt, haben wir ein paar Ausdrucke mit arabischen und persischen Belegungen erstellt und zu den einzelnen Computerarbeitsplätzen gelegt. Seit letztem Wochenende sind diese Behelfsmaßnahmen hingegen nicht mehr notwendig. Wir haben nämlich drei weitere Tastaturen an die Rechner angeschlossen und alle sechs Eingabegeräte mit Aufklebern bestückt, so dass ab sofort drei Tastaturen mit arabischen und die restlichen drei mit persischen Zeichen ausgestattet sind.

Wir freuen uns übrigens riesig darüber, dass für die Allgemeinheit im Bären nun einige PCs bereitgestellt werden konnten, welche – wie wir gesehen haben – auch rege genutzt werden.